Ärger mit Auto-Geschenk

Gern würde Andrea Lueg mit ihrem geschenkten Auto durch Hagen fahren. Doch die Autosteuern kam beim Finanzamt nicht an. Nun hat sie Probleme über Probleme und hohe Kosten. (Foto: ric)

Hagen. (ric) Es hätte für Andrea Lueg so erleichternd sein können: Die Hagenerin aus der Rembergstraße, die seit Jahren an einer Rückenkrankheit leidet und sich nur noch dank einer implantierten Morphiumpumpe bewegen kann, bekam von einem Bekannten ein Auto geschenkt. Da Lueg durch ihre schwere Krankheit vom ALG II lebt, hätte sie sich niemals ein eigenes Auto kaufen können und freute sich daher sehr über den alten kleinen Polo. „Jeder Gang, jeder Weg fällt mir ja sehr schwer“, erklärt die Bald-Rentnerin. „Insofern wäre dieses Auto für mich eine unermessliche Erleichterung gewesen. Ohne Auto kann ich nur mit größter Mühe alltägliche Dinge wie den Einkauf oder den Weg zur Post bewältigen.“

Der erste Schrecken ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Die Steuern für den kleinen, alten Wagen betragen 166 Euro. „Mit so viel Geld hatte ich wirklich nicht gerechnet“, erinnert sich Andrea Lueg.

Geld überwiesen, Geld verloren

Die Hagenerin bat das Finanzamt schriftlich, den Betrag in zwei Monatsraten zahlen zu können – „auf die Antwort warte ich heute noch!“ Und: „Nach sechs Wochen rief ich das Finanzamt an. Man erklärte mir, wie der Betrag zustande kommt. Ein paar Tage später erhielt ich dann Post von der Stadt Hagen, die mir die Stilllegung des Wagens androhte, weil ich die Kfz-Steuer noch nicht entrichtet habe.“

Sofort kratzte die Hagenerin ihre Reserven zusammen, um den für sie sehr hohen Betrag ans Finanzamt überweisen zu können. Zwei Wochen später waren plötzlich die Plaketten entfernt, das Auto war von der Zulassungsbehörde stillgelegt worden. Neonfarbene Aufkleber bezeugten die Stillegung. „Völlig aufgelöst rief ich das Finanzamt an. Die Mitarbeiterin dort erklärte mir, dass das Geld nicht angekommen sei. Bei der Ursachenforschung stellte sich dann heraus, dass der Überweisungsautomat der Bank zwei Buchstaben – obwohl deutlich erkennbar – falsch gescannt hat. Das Finanzamt konnte den Betrag für die Autosteuern nicht zuweisen, das Geld lag zwei Wochen auf dem Konto, wurde aber nicht gebucht“, so Lueg. So schnell sie konnte, eilte sie zur Bank und korrigierte die Überweisung.

Endlich losfahren?

Andrea Lueg dachte daraufhin, dass sich die Problematik endlich geklärt hätte und sie nach vielen Wochen ihren Wagen nutzen könnte. Doch dies erwies sich als Irrtum: „Die Aufkleber der Zulassungsbehörde auf meinem Auto wurden nicht entfernt. Stattdessen soll ich nun weitere 186 Euro bezahlen – als Gebühr für die Stilllegung des Wagens“, erklärt die Hagenerin kopfschüttelnd. „Erstens kann ich mir das aber gar nicht leisten. Und zweitens verstehe ich auch nicht, warum ich das tun sollte. Schließlich habe ich ja überwiesen, mein Name lag vor, meine Kontaktdaten lagen vor, da bezahle ich jetzt doch nicht auch noch diese hohe Gebühr!“

Postproblem

Erschwerend kommt hinzu, dass Lueg in ihrem Wohnhaus Probleme mit der Post hat. „Unsere Briefkästen sind nicht diebstahlsicher, da kann jeder ran“, bedauert sie. „Deshalb kam wahrscheinlich auch der ein oder andere Brief der Stadt gar nicht erst bei mir an.“

Dass die Schenkung eines Wagens ihr so viele Probleme bereiten würde, hätte sich die Hagenerin nie träumen lassen. „Dabei würde das Autofahren meinen Alltag und mein Leben wirklich erheblich erleichtern“, hofft sie nun auf eine schnelle – und für sie nicht mit weiteren Kosten verbundene – Lösung.