Aggressive Würzburger: aus der Türkei nach Hagen

Im Norden trafen sich die ehemaligen Weggefährten wieder: David Bell verbuchte dabei 10 Punkte, 3 Turnover und 3 Rebounds, Jacob Burtschi (rechts) glänzte mit 15 Punkten, 5 Rebounds und 5 Assists für seinen neuen Club Bremerhaven. (Foto: Jörg Laube)

Hagen. Am 9. Spieltag wartet wieder ein Heimspiel auf die Fans von Phoenix Hagen. Die s.Oliver Baskets aus Würzburg sind am Samstag, 17. November 2012, der Gegner. Sprungball in der Enervie-Arena ist um 19 Uhr. Für die Mannschaft von Ingo Freyer geht es darum, mit dem vierten Saisonsieg den Anschluss ans Mittelfeld zu sichern.

Trainer in Würzburg ist Marcel Schröder, der im Sommer John Patrick ablöste. Ihm zur Seite steht der Ex-Hagener Michael Meeks. Das Würzburger Spiel ist allerdings weiterhin sehr guardlastig. Das hat mehrere Gründe: Einmal ist dies die Handschrift von John Patrick. Zudem verletzte sich Center-Neuzugang Chris McNaughton im ersten Saisonspiel am Sprunggelenk und muss seitdem pausieren.

Erfahrener Kader

Neben McNaughton verpflichteten die s.Oliver Baskets vier weitere gestandene Neuzugänge. Aus Italien kam Power Forward Dwayne Anderson (ehemals Göttingen), aus Griechenland der Ex-Quakenbrücker Lamont McIntosh, aus Bamberg Maurice Stuckey und aus Frankfurt Jimmy McKinney. Kurzum: Würzburg verfügt über einen namhaften und erfahrenen Kader.

Auf den Positionen eins bis drei rotieren Ben Jacobson und John Little mit den Zugängen McIntosh, Stuckey und McKinney. In Abwesenheit von Chris McNaughton liegt viel Center-Last in den kräftigen Händen von Jason Boone, der Unterstützung findet bei Oliver Clay. Top-Scorer ist Power Forward Dwayne Anderson (13,8 Punkte und 6,6 Rebounds); auch Flügel Alex King kommt durchschnittlich mehr als 20 Minuten zum Einsatz.

Mark Dorris kam in Bremerhaven zwar zu 12 Punkten und 2 Assists, hatte aber wiederum Foulprobleme und schied mit 5 Fouls aus. (Foto: Jörg Laube)

Kurve zeigt nach oben

Vier Siege und vier Niederlagen reichen den s. Oliver Baskets bisher zwar nur für Platz elf. Allerdings zeigt die Formkurve deutlich nach oben. In der Liga gab es Siege gegen die Bayern (68:59) und in Tübingen (72:62). Das Eurocup-Debüt glückte zudem mit einem überraschenden 81:77-Erfolg über das ukrainische Team von BT Mariupol. Auch drei Tage vor dem Spiel in Hagen haben die Würzburger internationale Verpflichtungen, wenn sie in der Türkei bei Banvit BK Bandirma antreten müssen.

Agressive Spielweise

Würzburg ist für seine aggressive Spielweise bekannt. „Sie attackieren defensiv wie offensiv ständig, sind fast schon hyperaktiv“, sagt Hagens Trainer Ingo Freyer. Ein dicker Brocken kommt da auf seine Mannschaft zu, die am vergangenen Freitag in Bremerhaven mit 87:97 unterlegen war. „Ich kann meinen Jungs im Prinzip keinen Vorwurf machen, denn wir haben das ganze Spiel über intensiv gespielt. Eisbären-Spielmacher Stanley Burrell hatten wir vor der Pause gut unter Kontrolle. Nach der Halbzeit hat er dann aufgedreht und wichtige Punkte erzielt“, analysierte Freyer nach der Partie.

„Kabinengeflüster“

Drei Fragen an Ingo Freyer

 Spielt Würzburg nach dem Trainerwechsel weiter den Stil mit kleinen Spielern, der oft „Guard-Terror“ genannt wird?

Ich mag diese Bezeichnung gar nicht und halte sie auch nicht für zutreffend. Würzburg tritt trotz des Trainerwechsels ähnlich auf wie in der Vorsaison, schließlich sind viele Spieler geblieben. Aber wer einen so dominanten Center wie Jason Boone im Kader hat, ist bestimmt nicht nur von seinen Guards abhängig.

Sie waren selbst Spieler. Ist der Eurocup, an dem Würzburg teilnimmt, eher Stress oder Motivation?

Wer nicht selbst aktiv war, sieht oft nur die zusätzliche Belastung. Das ist aber nicht so. Je mehr Spiele man hat, desto besser. Das ist alles nur eine Frage der Gewohnheit.

Täuscht der derzeitige elfte Tabellenplatz der Würzburger über das wahre Leistungsvermögen der Mannschaft hinweg?

Wer sein Team zusammenhalten und sich dann noch um tolle Spieler wie Dwayne Anderson verstärken kann, ist ein ganz klarer Playoff-Kandidat. Die letzten Auftritte der Würzburger waren sehr überzeugend. Das ist eine gute und gestandene Mannschaft.