Aids-Telefonaktion: Die häufigsten Fragen

Hagen. (Red.) Wie man sich am besten vor Aids und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten schützt und alle Fragen rund um diesen Themenkomplex beantworteten die Berater der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung am Expertentelefon in der vergangenen Woche. Die Resonanz auf diese wochenkurier-Aktion war sehr gut.

Die meisten Anrufer wollten wissen, wie das Aids verursachende HIV-Virus und wie Tripper, Syphilis und Co. übertragen werden und wie man sich davor schützen kann. Hier die Antworten der Berater der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Sind Kondome immer noch der beste Schutz vor Aids beim Sex? Indem man konsequent Kondome beim Sex nutzt, schützt man sich vor dem HIV-Virus, das Aids verursacht.

Schützen Kondome auch vor Tripper, Syphilis, Hepatitis und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten? Kondome verringern die Wahrscheinlichkeit, sich sexuell übertragbare Krankheiten (STI) zuzuziehen. Das Risiko, sich mit anderen STI, wie Syphilis oder Tripper, anzustecken kann man weiter senken, indem man den Kontakt mit veränderten Hautstellen wie Bläschen, Warzen oder Geschwüren vermeidet und kein Blut oder andere Körperflüssigkeiten aufnimmt. Vor Hepatitis A und B kann man sich schützen, indem man sich impfen lässt.

Ich habe mich oral befriedigen lassen. Können so HIV oder andere Geschlechtskrankheiten übertragen werden? HIV wird nicht über Speichel übertragen. Der Austausch von anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) ist allerdings beim Oralverkehr möglich. Bei einer Syphilis-Infektion können sich zum Beispiel Geschwüre im Mund bilden, bei einer Tripper-Infektion kann die Rachenschleimhaut entzündet sein. Dann wäre eine Ansteckung auch beim Oralverkehr möglich.

Gibt es Symptome, die anzeigen, dass man sich mit HIV infiziert hat? Nein, ob man sich mit HIV infiziert hat, lässt sich nur durch einen HIV-Antikörper-Test feststellen. Da sich die Antikörper für den Antikörper-Test erst bilden müssen, kann der Test frühestens zwölf Wochen nach dem Risiko eine HIV-Infektion sicher ausschließen. Die Gesundheitsämter bieten den Test anonym an. Der Test wird immer mit einer Beratung verbunden. Persönliche Gespräche vor oder nach einem Test kann man aber auch mit der HIV-Telefonberatung der BZgA (Tel.: 0221/892031) oder mit den Aidshilfen vor Ort führen.

Wie wird HIV überhaupt übertragen? Eine HIV-Infektion kann nur stattfinden, wenn frisches Blut, Samen- oder Scheidenflüssigkeit, die eine genügend große Menge HI-Viren enthalten, in offene, blutende Wunden oder auf die Schleimhaut eines anderen Menschen gelangen. Die hauptsächlichen Übertragungswege von HIV sind ungeschützter Geschlechtsverkehr und das gemeinsame Nutzen von Spritzbestecken beim Gebrauch von Drogen.

Seit kurzen hat meine Tochter (16) einen Freund. Als sie sich die Pille verschreiben lassen wollte, empfahl ihr die Frauenärztin eine Impfung gegen Papilloma-Viren. Wäre das sinnvoll? Ja, denn diese Viren werden beim Sex leicht übertragen und gehören zu den weltweit häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Bis zum 18. Geburtstag bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen die Impfung.

Das Beratungstelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für Aids und andere sexuell übertragbare Krankheiten ist montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr sowie freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr unter der Telefonnummern 01805 / 555 444 (14 Cent pro Minute aus dem Festnetz der Telekom) oder über 0221 / 892031 (normale Festnetzgebühren) erreichbar. Hier erfahren Sie auch die Adressen der örtlichen Aidshilfen und Gesundheitsämter.

Kostenlose Info-Materialien zum Thema kann man bei der BZgA online ansehen und bestellen.