Aktionen, Touren und Baustellen

Eine spannende Jugendstil-Baustelle wird am Dienstag in der Siedlung Karl-Halle-Straße 16-30/Gneisenaustraße14-18/Aschenbergstraße13-19 zu besichtigen sein. Diese Siedlung im Fleyerviertel ist kurz nach der Jahrhundertwende als eine der ersten Siedlungen des 1903 gegründeten Beamtenwohnungsvereins (heute: Wohnungsverein Hagen eG) errichtet worden.(Foto: Michael Eckhoff)

Hagen. (ME) „Wandel durch Kultur – Kultur durch Wandel“: Der Leitsatz der Kulturhauptstadt Ruhr.2010 wurde schon oft genannt und dürfte weithin bekannt sein. Weniger bekannt ist vielleicht, dass dieses eigentlich hundert Jahre alte Motto vom Hagener Visionär Karl Ernst Osthaus stammt. Deshalb war es naheliegend, einer Empfehlung aus der 2010-Metropole Essen zu folgen und die Zeit von Osthaus in Hagen in besonderer Weise in den Mittelpunkt zu rücken. Zur am Sonntag startenden „Lokal-Hero-Woche“ gehört somit auch ein Tag der Architektur.

Speziell geht es hier am kommenden Dienstag um das Bauen um 1880/1930: „Jugendstil und mehr…“ – Eine neue Broschüre gibt es ebenso wie allerlei Aktionen und Stadttouren. Über alle Aktivitäten informiert eine handliche Broschüre (Titel: STADT.RÄUME), die in allen öffentlichen Einrichtungen der Stadt Hagen sowie bei den beteiligten Wohnungsbaugesellschaften erhältlich ist.

Nicht nur Jugendstil

Führungen durch Hagener Architekturschätze und ein Handwerkermarkt mit Präsentationen von verschiedenen Techniken des Restaurierens auf dem Friedrich-Ebert-Platz schließen sich zu diesem Tag der Architektur zusammen. Herausragende Bauten aus der Zeit zwischen 1880 und 1930 werden bei den Führungen vorgestellt. Dabei werden nicht nur die relativ bekannten „Osthaus-Bauten“ wie der Hohenhof, das Museum und die Stirnband-Siedlung eine Rolle spielen. Ebenso geht es um Beispiele aus der Zeit des Historismus (als im Ortsteil Wehringhausen eine der größten Stadterweiterungen Südwestfalens entstand), des Expressionismus/Art Déco und der Neuen Sachlichkeit der 1920er Jahre.

Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wird der bis dahin vorherrschende Historismus vorwiegend von jüngeren Künstlern als nicht mehr zeitgemäß angesehen. Der Jugendstil (Art Nouveau) wollte als geistige, kulturelle und künstlerische Erneuerungsbewegung alle menschlichen Lebensbereiche durchdringen. Zu den Hauptzentren im deutschen Raum entwickelte sich bald auch Hagen – dank Karl Ernst Osthaus. Von ihm gingen damals Impulse aus, die vornehmlich in den 1920er Jahren ihre Wirkung entfalteten.

Besichtigungen

Eine Art-Déco-Baustelle des Hohenlimburger Bauvereins findet sich in der Georg-Scheer-Straße. Die gesamte Wohnsiedlung an der Georg-Scheer-Straße wurde in einem einzigen Kraftakt ab dem Jahr 1927 errichtet. (Foto: Hohenlimburger Bauverein)

Unter dem Titel „STADT.RÄUME“ werden erstmals am 20. Juli auf extra neu konzipierten Stadt(teil-)rundgängen herausragende Bauten aus der Zeit zwischen 1880 und 1930 vorgestellt. Ferner werden Baustellenbesichtigungen an denkmalgeschützten Jugendstilobjekten angeboten, Stadtrundfahrten laden dazu ein, Hagener Baugeschichte rollend zu erleben – und auf dem Friedrich-Ebert-Platz präsentieren fünf große Hagener Wohnungsbaugesellschaften gemeinsam mit zahlreichen Gewerken und Innungen praktische Tipps rund um die Sanierung historischer Gebäude. Die Einzelheiten:

Sanierung und Denkmalpflege

Unter dem Titel „Jugendstil mal anders“ präsentieren fünf Hagener Wohnungsbaugesellschaften am 20. Juli gemeinsam mit qualifizierten Fachunternehmen in der Zeit von 11 bis 17 Uhr auf dem Friedrich-Ebert-Platz historische Restaurationstechniken. Dabei geht es um Bausanierung und Denkmalpflege. Experten aus den Bereichen Garten, Zimmerei, Dach, Fassade und Stuck präsentieren sich und ihr Know-How. Von der Rekonstruktion und Sanierung von Stuckelementen über die fachgerechte Herstellung von Schieferabdeckungen bis hin zu aktuellen Garten-Trends reicht letztlich die Palette.

Baustellenbesichtigungen

Im Gerichtsviertel lassen sich zahlreiche skurrile Details entdecken, wie sie typisch waren für die Baukunst der „Ära 1900“. (Foto: Michael Eckhoff)

Der zweite Programmbaustein stammt am 20. Juli ebenfalls von den Wohnungsbauunternehmen. Diese liefern vor Ort in Form von Baustellenbesichtigungen konkrete Beispiele für eine gelungene Fassadensanierung bei historischen Objekten.

Eine Jugendstil-Baustelle des Wohnungsvereins befindet sich in der Siedlung Karl-Halle-Straße 16-30/Gneisenaustraße14-18/Aschenbergstraße13-19. Diese Siedlung im Fleyerviertel ist kurz nach der Jahrhundertwende als eine der ersten Siedlungen des 1903 gegründeten Beamtenwohnungsvereins (heute: Wohnungsverein Hagen eG) errichtet worden. Der Architekt Emil Falk hat die Wohnanlage geplant, die zwischen 1904 und 1906 fertig gestellt wurde und bis heute ihren historischen Charakter mit umfangreichen Stuckverzierungen der damaligen Epoche wahren konnte. Der Charme der Häuser wird durch eine behutsame Sanierung der gestalteten Fassaden erhalten. Stuckelemente werden fachgerecht aufgearbeitet und dadurch der historische Charakter der Bauwerke unterstrichen und für die folgenden Generationen erhalten.

Nach der Sanierung der Karl-Halle-Straße 18-28 im Jahr 2008 wird in 2010 mit der Gneisenaustraße 14-18 und Karl-Halle-Straße 30 der II. Bauabschnitt modernisiert und optisch aufgewertet. Im Jahr 2011 wird die Aschenbergstraße 13-19 folgen. Im Jahr der Kulturhauptstadt können somit die historischen Gebäude im Altzustand, das Stuckhandwerk in der Umsetzung sowie bereits fachmännisch sanierte Bausubstanz in Augenschein genommen werden. Am 20. Juli steht allen Interessierten um 14 Uhr der technische Leiter und Prokurist des Wohnungsvereins Hagen, Sumik, für Informationen rund um die Liegenschaft und die Baustelle zur Verfügung. Treffpunkt ist um 14 Uhr am Haus Karl-Halle-Straße 30.

Eine Art-Déco-Baustelle des Hohenlimburger Bauvereins findet sich in der Georg-Scheer-Straße 45-49. Die gesamte Wohnsiedlung an der Georg-Scheer-Straße wurde in einem einzigen Kraftakt ab dem Jahr 1927 errichtet. Die Architekten Eugen Friederich und Otto de Berger übernahmen im Auftrag des Bauvereins die Planungen für die zur damaligen Zeit schon sehr modernen Wohnhäuser. Um das Erscheinungsbild und die Strukturen der historischen Wohngebäude zu erhalten, wurde bei der Ausführung der Sanierungsarbeiten ein besonderes Augenmerk auf Details gelegt. Die am Gebäude befindlichen Ornamente wurden farblich herausgearbeitet und bilden einen interessanten Blickfang. Im Spätsommer dieses Jahres werden weitere Häuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite (Nr. 45-49) in der gleichen Ausführungsart saniert. So entsteht aus der Blickrichtung der Heidestraße ein geschlossenes Ensemble, welches optisch eine Einheit bildet. Am 20. Juli stehen allen Interessierten um 14:30 Uhr und um 17:30 Uhr fachkundige Experten des Hohenlimburger Bauvereins für alle Fragen rund um die Baustelle und um Sanierungsarbeiten bei historischen Gebäuden zur Verfügung. Treffpunkt ist der Eingangsbereich vor der Baustelle.

In der Siedlung Karl-Halle-/Gneisenau-/Aschenbergstraße 13-19 ist eine sehenswerte Gestaltungsvielfalt des Jugendstils bis heute präsent - der Charme der Häuser soll durch eine behutsame Sanierung der gestalteten Fassaden erhalten bleiben. (Foto: Michael Eckhoff)

Am 20. Juli werden folgende kostenlose Rundfahrten/-gänge angeboten:

  • 10:00 – 12:30 Uhr Stadtrundfahrt, ab Hagen-Touristik, Rathausstraße 13;
  • 14:00 – 15:30 Uhr City-Rundgang Innenstadt, ab Museumsplatz 1;
  • 14:00 – 15:30 Uhr Rundgang Altenhagen,ab Altenhagener Brücke, Bushaltestelle Richtung Boele;
  • 14:00 – 15:30 Uhr Rundgang Emst, ab Hohenhof, Stirnband 10;
  • 14:00 – 15:30 Uhr Führung Hohenhof, im Hohenhof, Stirnband 10;
  • 14:00 – 15:30 Uhr Führung Osthaus-Museum, im Museum, Museumsplatz 1;

nachmittags/abends:

  • 16:30 – 18:00 Uhr Rundgang Haspe, ab Bunker Haspe, Voerder Straße 1;
  • 16:30 – 18:00 Uhr Rundgang Wehringhausen, ab Christian-Rohlfs-Straße 49;
  • 16:30 – 18:00 Uhr Rundgang Hohenlimburg, ab Rathaus Hohenlimburg
  • 16:30 – 18:00 Uhr Führung Hohenhof, im Hohenhof, Stirnband 10;
  • 16:30 – 18:00 Uhr Führung Osthaus-Museum, im Museum, Museumsplatz 1;
  • 18:00 – 18:30 Uhr Besichtigung des Thorn-Prikker-Hauses, Stirnband 38;
  • 19:00 – 21:30 Uhr Stadtrundfahrt, ab Hagen-Touristik, Rathausstraße 13 (Leitung: wk-Chefredakteur Michael Eckhoff, bereits ausgebucht!).

Anmeldung

Da die Teilnehmerzahlen für alle Stadtrundgänge/-fahrten begrenzt sind, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich – entweder persönlich in der Hagen-Touristik, Rathausstraße 13, oder telefonisch unter 0 23 31 / 2 07-58 90 oder per E-Mail an die Adresse touristinformation@stadt-hagen.de.