Alle Aufgaben im Griff: App aus Hagen organisiert das Leben

Hagen. (je) Kurz vor Feierabend noch zusätzliche Aufträge vom Chef, der Schulbasar der Kinder steht an und dann ist da ja auch noch die Vereinsfeier am Wochenende… Dass die Aufgaben ohne Unterlass auf uns einprasseln, dieses Gefühl kennen wir wohl alle hin und wieder.
Am schwersten ist es nun, den Überblick zu behalten, die Fäden nicht zu verlieren und vor allem die Prioritäten richtig zu setzen. Denn nur so wird der Berg kleiner und nichts kommt „unter die Räder“.
Um den Wust im Blick zu behalten, bieten sich natürlich „To do“-Listen an. Alle Aufgaben werden auf einen Zettel geschrieben und was erledigt wurde, wird durchgestrichen.
Doch neigen solche Listen dazu, grad in stressigeren Zeiten schnell absolut unüber­sichtlich zu werden. Nicht erst seit dem Siegeszug der Smartphones in unsere Hosentaschen gibt es aber auch viele Programme bzw. Apps, die uns helfen wollen, das Unerledigte übersichtlich zu ordnen und zu erledigen. Ein Prinzip, das hierbei oft zum Einsatz kommt ist „Getting things done“ (GTD, deutsch: „Wie ich die Dinge geregelt kriege“) des amerikanischen Autors David Allen.
Lebensbereiche
Lose an diesem Prinzip orientiert sich auch eine neue App aus Hagen, die den Ansatz aber erweitert: Während bei den gängigen Programmen alle Aufgaben in einen großen Topf wandern, hat Software-Entwickler Frank Pütter in seiner neuen App „Tasks4Life“ einen anderen Weg gewählt. Die Benutzenden richten sich zunächst sogenannte „Lebensbereiche“ ein, denen werden die Aufgaben schließlich zugeordnet. So kann man sich beim Hobby ganz auf dieses konzentrieren, im Job sind die geschäftlichen Aufgaben im Blick. Eine Arbeit im Team ist natürlich auch möglich, ebenso wie die Erweiterung der Aufgaben um Bilder oder sogar kurze Sprach-Memos.
Lange Erfahrung
Dass die Fachpresse weitgehend von den Ansätzen von „Tasks4Life“ überzeugt ist, kommt nicht von ungefähr. Denn Frank Pütter ist alles andere als ein Neuling in der Softwareerstellung. Der 49-jährige Hagener hat sich nach seinem Informatikstudium 1992 selbstständig gemacht.
Doch seine ersten Gehversuche als professioneller Entwickler machte Pütter bereits mit 15 Jahren. Damals schrieb er eine Verwaltungsoftware für Videotheken. „Für MS-Dos“, fügt der dreifache Familienvater schmunzelnd hinzu.
Genau wie das Betriebssystem MS-Dos sind auch die Videotheken, von denen in Hagen immerhin fünf das Programm nutzten, heute verschwunden. Software entwickelt Fank Pütter aber weiterhin, heute vor allem für mobile Endgeräte.
„Als Steve Jobs 2007 das erste I-Phone vorstellte, war ich sofort interessiert.“ Seine Fußballapp „Dauerkarte“ wurde zum Liebling fußballbegeisterter Smartphonenutzer, 2009 sogar zu einer der besten Apps des Jahres gekürt. Bis heute folgten über 40 weitere Programme, die Pütter für Apples mobiles Betriebssystem entwickelt hat.
Sechs Jahre Arbeit
Das vielleicht größte bisherige Projekt ist jedoch „Tasks4­Life“. Beginnend mit der Idee im Jahr 2012 hat Pütter von seinem Arbeitsplatz in Fley aus an der Produktivitätshilfe getüftelt, sämtliche Funktionen detailiert ausgearbeitet.
Dabei sollte nichts übers Knie gebrochen werden „Bevor ich auch nur eine Zeile Code geschrieben habe, hatte ich die gesamte App am Zeichenbrett durchdacht“, beschreibt er seine Vorgehensweise. Zusammen mit Partnern wie etwa einem erfahrenen Designer für die wertig-reduzierte Oberfläche der App, steckten vor der Veröffentlichung schließlich etwa sechs Arbeitsjahre in dem Programm, das seit Dezember über Apples „App-Store“ bezogen werden kann.
Es ist dort in einer kostenlosen Testversion sowie einer unbeschränkten Kaufvariante erhältlich. Pütter: „Wer die App kauft, bekommt alle Funktionen, ein Abo-Modell gibt es bei uns nicht.“
In den nächsten Wochen soll dann auch eine für den größeren Bildschirm des I-Pad angepasste Variante folgen. Versionen für den Mac, Windows und auch Geräte mit Android-­System sind in Planung.