Allgemeines Krankenhaus Hagen neuer Träger des Bethanien Iserlohn

Hagen/Iserlohn. (th) Die langen Verhandlungen sind endlich abgeschlossen. Das Allgemeine Krankenhaus Hagen (AKH) übernimmt rückwirkend zum 1. Januar 2015 von der Diakonie Mark-Ruhr die Trägerschaft des Ev. Krankenhauses Bethanien in Iserlohn. Der neue Verbund wurde am Donnerstag, 12. Februar 2015, notariell beurkundet. „Durch den Zusammenschluss ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für beide Krankenhäuser, in Zukunft besser zu arbeiten als zuvor“, sagt Dr. Bernd Wehberg, Vorsitzender des AKH-Beirates.

Die Krankenhauslandschaft in Nordrhein-Westfalen bewegt sich: Bereits im Juni 2013 erkannten die Entscheidungsträger der Diakonie Mark-Ruhr die Notwendigkeit, im Hinblick auf den NRW-Krankenhausplan 2015 die Ev. Krankenhäuser in Schwerte und Iserlohn in größere Verbunde einzugliedern und im Zuge dessen auch einen Trägerwechsel in Betracht zu ziehen. In Schwerte konnten diese Pläne deutlich schneller in die Tat umgesetzt werden, dort übernahm das Marienkrankenhaus die Trägerschaft von der Diakonie Mark-Ruhr schon zum 1. Juli 2014. Beim Ev. Krankenhaus Bethanien, das seit Jahren rote Zahlen schreibt, gestaltete sich das Unterfangen deutlich schwieriger. Umso vielversprechender scheint die nun gefundene Lösung zu sein.

Eine starke Partnerschaft

„Wir sind froh, diesen Prozess jetzt abschließen zu können“, sagt deshalb Volker Holländer, Geschäftsführer der Diakonie Mark-Ruhr. „In Schwerte haben wir eine gute Entscheidung getroffen und können seitdem eine positive Entwicklung beobachten.“ Nach den intensiven und positiven Gesprächen mit dem AKH ist sich Holländer sicher, dass auch im Fall Bethanien eine gute Entscheidung getroffen wurde. Er möchte mit der Diakonie Mark-Ruhr auch weiterhin als Partner und Unterstützer die Entwicklung des neuen Verbundes begleiten.

Dass der Standort Iserlohn auf jeden Fall erhalten bleibt, war Grundvoraussetzung für eine Einigung. Darüber hinaus hebt Martina Espelöer, Superintendentin des Ev. Kirchenkreises Iserlohn und Vorsitzende des Verwaltungsrates der Diakonie Mark Ruhr, drei weitere Aspekte hervor, deren Berücksichtigung bei den Verhandlungen entscheidend waren: die Mitarbeiterschaft, das medizinische Konzept und das evangelische und diakonische Profil des Krankenhauses. Die Trägergesellschaft des AKH, die „Krankenhaus-Gesellschaft Hagen“, die Mitglied des Diakonischen Werks der Ev. Kirche von Westfalen ist, erfüllt diese Kriterien zu 100 Prozent.

Kein Stellenabbau

Sorgen, dass der Zusammenschluss dem AKH finanziell oder auf andere Weise schaden könnte, sind unbegründet, erklärt Dr. Bernd Wehberg, Vorsitzender des AKH-Beirates. „In einem starken Leistungsverbund, wie wir ihn anstreben, lassen sich auch kleinere Einheiten wirtschaftlich gestalten.“ Auch um einen möglichen Stellenabbau müssen sich weder die Angestellten in Hagen (ca. 1100) noch in Iserlohn (ca. 500) Sorgen machen.

Das Personal soll komplett erhalten bzw. noch weiter verstärkt werden, so Wehberg, es bildet die Grundlage für den Erfolg des Projekts. Der Weg des Verbunds mit dem Ev. Krankenhaus Bethanien wurde ganz bewusst gewählt. Das Angebot des AKH wird zum Beispiel um den Fachbereich Geriatrie ergänzt, der aufgrund der demographischen Entwicklung in Zukunft immer wichtiger wird.

„Ein Stück gelebte Kirche“

Auch die beiden Geschäftsführer, Reinhard Tennert und Gerhard Glock, stehen der neuen Herausforderung durchweg positiv gegenüber und freuen sich auf die Zusammenarbeit. Beide betonen, dass sie sich ab dem Zeitpunkt der Vertragsunterschriften bedingungslos für beide Krankenhäuser und deren Belegschaft verantwortlich fühlen. Tennert war seit 1993 Geschäftsführer des AKH, Glock seit diesem Februar Geschäftsführer im Bethanien.

Für Martina Espelöer ist der Schulterschluss der beiden Krankenhäuser, der auf das Wohl der Patienten in der Region sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgerichtet ist „ein Stück gelebte Kirche“. Sie bedankt sich ausdrücklich bei allen Menschen, die diesen Schritt vor und hinter den Kulissen begleitet und ermöglicht haben.