Altersabhängige Makuladegeneration: Die „unbekannte“ Volkskrankheit

[1/2] Bei Netzhauterkrankungen wie der Makuladegeneration sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig

[1/2] Bei Netzhauterkrankungen wie der Makuladegeneration sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig, um den Krankheitsverlauf festzuhalten. (Foto: BVA – Bilddatenbank Augenkrankheiten) [2/2] Der Augenarzt bespricht dann mit seinen Patienten, wie sic

Hagen. Die „Altersabhängige Makuladegeneration“ (AMD) ist eine der am weitesten verbreiteten Augenerkrankungen in Deutschland und eine der häufigsten Ursachen für schwere Sehbeeinträchtigungen bis hin zur Erblindung. Früherkennung und Vorsorge sind bei AMD entscheidend, um schwere Seheinschränkungen zu vermeiden. Auch ein gesunder Lebensstil kann einer AMD vorbeugen.
Fast jeder fünfte Bundesbürger über 65 Jahren zeigt Frühformen einer altersabhängigen Makula-Degeneration. Trotz ihrer weiten Verbreitung ist AMD als Augenkrankheit in der Bevölkerung weitestgehend unbekannt. Laut einer repräsentativen Umfrage in der deutschen Bevölkerung von TNS Emnid verbinden nur etwa zehn Prozent der Bundesbürger mit dem Namen dieser Augenkrankheit etwas Konkretes.
Zwei Verlaufsformen
Die altersabhängige Makula-Degeneration hat zwei mögliche Verlaufsformen und verursacht etwa die Hälfte der Erblindungen in Deutschland. Bei der häufigeren trockenen Form sterben Sehzellen ab, was zu einer allmählichen, derzeit nicht therapierbaren, Verschlechterung des Sehvermögens führt.
Bei der feuchten AMD wachsen Blutgefäße unkontrolliert in den Bereich des schärfsten Sehens auf der Netzhaut des Auges ein und zerstören unbehandelt diesen „Fleck“ – lateinisch „Makula“. Diese Form schreitet schnell fort und hat – ohne frühzeitige Behandlung – einen unumkehrbaren Sehverlust zur Folge.
Die für diese Form seit einigen Jahren zugelassene Therapie mit Anti-VEGF-Präparaten, die unter sterilen Bedingungen direkt ins Augeninnere gegeben werden, ermöglicht aber eine Stabilisierung oder sogar Verbesserung des Sehvermögens.
Hilfsmittel
Wenn es durch eine AMD zu einer Sehbehinderung gekommen ist, können optische und elektronische Hilfsmittel, richtig angepasst, den Sehverlust ganz oder teilweise ausgleichen. Vergrößernde Sehhilfen können zur optimalen Nutzung des vorhandenen Sehvermögens beitragen und so die Lebensqualität der Betroffenen anheben.
Gutes Licht
Auch Licht ist ein sehr wichtiges Thema für Menschen mit Seheinschränkungen. Eine gute Beleuchtung kann die Sehleistung erheblich verbessern. Gerade bei der Anwendung vergrößernder Sehhilfen kann eine gute Beleuchtung den Vergrößerungsbedarf reduzieren. Patienten mit bestimmten Frühformen der AMD können außerdem von der Einnahme spezieller Nahrungsergänzungsmittel profitieren.
Weitere Informationen zum Thema Makula-Degeneration gibt es online unter anderem beim Verein AMD-Netz NRW.