Andacht und Stille zum Totensonntag

Totensonntag ist ein „Stiller Feiertag“, an dem der Verstorbenen gedacht und ihre Gräber geschmückt werden. Volksfeste und Unterhaltungsveranstaltungen sind nicht zulässig. Auch der Weihnachtsmarkt in Hagener City legt eine Pause ein. (Foto: spp)

Hagen. (tau) Stunden der Stille: Am morgigen Sonntag, 21. November, steht „Totensonntag“ auf dem Kalenderblatt. Aber tatsächlich kennt nicht jeder die genaue Bedeutung dieses Tages, wie sich jetzt bei einer kleinen wochenkurier-Umfrage herausstellte…

Der Totensonntag als letzter Sonntag des Kirchenjahrs ist der Einkehr und Besinnung gewidmet, bevor eine Woche später, am 28. November, die erste Adventskerze ihr Licht spendet für den Beginn des neuen Kirchenjahres und die Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest.

Der kollektive Gedenktag – auch  „Ewigkeitssonntag“ genannt – erinnert an die Endlichkeit allen irdischen Lebens. Vor allem protestantische Christen gedenken an diesem Tag ihrer Verstorbenen mit Gottesdiensten und Besuchen an frisch geschmückten Gräbern.

Seit 1816

Institutionalisiert wurde der Totensonntag – als Pendant zum katholischen Allerseelen“ – im Jahr 1816 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. als Gedenktag an die Gefallenen der Befreiungskriege gegen Napoleon. In den Gottesdiensten werden traditionell die Verstorbenen des abgelaufenen Kirchenjahres in einer Gemeinde namentlich genannt.

Öffentliche Andachten

Wie in jedem Jahr finden auch am morgigen Totensonntag in den Trauerhallen der städtischen Friedhöfe Delstern, Loxbaum, Remberg und Halden öffentliche Andachten statt. Sie beginnen jeweils um 15 Uhr.

Das Forstamt der Stadt Hagen setzt im RuheForst Philippshöhe eine lieb gewonnene Tradition fort und lädt, ebenfalls um 15 Uhr zu einem ökumenischen Gedenkgottesdienst mit Superintendent Bernd Becker und Dechant Dieter Osthus ein. Der Gottesdienst findet am Andachtsplatz auf der Philippshöhe statt.

Boyde spielt Brahms

Ein hochkarätiges Klavierkonzert erklingt in der Martinskirche der Evangelischen Stiftung Volmarstein. Der international gefragte und renommierte Pianist Andreas Boyde stellt von 16.30 bis 18.15 Uhr sein aktuelles Brahms-Klavierprogramm vor. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei, der Erlös kommt der Musiktherapie in der Evangelischen Stiftung Volmarstein zugute. Höhepunkt des Nachmittags werden Variationen und Fuge über ein Thema von Händel op. 24 von Johannes Brahms sein.

Verbotene Veranstaltungen

Der Totensonntag gehört – ebenso wie Allerheiligen und der Volkstrauertag – zu den Stillen Feiertagen“, bestimmte Arbeiten und Veranstaltungen sind per Gesetz in dieser Zeit nicht zulässig! Dazu gehören unter anderem Märkte, gewerbliche Ausstellungen, Volksfeste, Sport- und Unterhaltungsveranstaltungen. Auch der Weihnachtsmarkt in der Hagener City legt am morgigen Sonntag also eine Pause ein und lässt seine Buden und Fahrgeschäfte geschlossen.

Das Ordnungsamt appelliert an alle Betreiber von Gaststätten, Spielhallen, Wettannahmestellen, Tanzlokalen, Diskotheken sowie die sonstigen betroffenen Gewerbetreibenden, diese Verbote zu beachten. Die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen werden wieder verstärkt kontrolliert. Sollte festgestellt werden, dass gegen die Vorschriften verstoßen wird, zieht dies eine entsprechende Geldbuße nach sich.