Anwohner in Wehringhausen entsetzt: Müllhaufen wächst

Anwohner in Wehringhausen sind über den wachsenden Müllhaufen entsetzt
Schon seit Mitte Dezember liegt das Gemisch aus Sperr- und Hausmüll sowie Elektroschrott vor dem Haus Wehringhauser Straße 35. Im Laufe der Zeit ist der Haufen noch angewachsen und breitet sich immer mehr auf dem Bürgersteig aus.(Foto: Schievelbusch)

Hagen. Wehringhausen und der Müll – das scheint eine Never-Ending-Story zu sein. Denn den durchaus zahlreichen Anwohnern mit einem normalen Empfinden für die Sauberkeit in ihrem Viertel geht so langsam der Kampfgeist aus. Mängelmeldungen finden bei der Stadt Hagen viel zu selten Gehör, so der Eindruck.

Jüngstes Beispiel: der riesige Haufen aus Sperr- und Haus­abfällen sowie Elektroschrott, der seit mittlerweile über vier Wochen vor dem Haus Wehringhauser Straße 35 immer weiter den Bürgersteig in Beschlag nimmt. Deponiert ist der Müll genau gegenüber dem Eingang zum neuen Skaterpark, „Bohne“ im Volksmund genannt.

Eine Nachbarin erzählt: „Es fing damit an, dass der Hausrat aus dem dritten Stock hinunter geworfen wurde. Das schepperte mächtig. Als nach etlicher Zeit noch immer kein Sperrmülldienst kam, sich stattdessen immer mehr Abfälle hinzugesellten und mir die Ratten regelrecht über die Füße liefen, informierte ich das Ordnungsamt.“

„Verschaukelt gefühlt“

Was dann folgte, ist das, was die alt eingesessene Wehringhauserin so erzürnt: Das Amt bekundete seine Nicht-Zuständigkeit und verwies an den HEB. „Der danach von mir kontaktierte HEB verwies mich hingegen zurück an das Ordnungsamt. Da meldete ich mich auch wieder. Doch noch immer beharrte man dort darauf, dass nur der HEB Abhilfe schaffen könne.“ Zähneknirschend rief die Frau nochmals den HEB an und musste sich erneut über dessen „eindeutige Nicht-Zuständigkeit“ belehren lassen.

Nun hat sie resigniert aufgegeben. „Gegenüber beim städtischen Prestige-Objekt Bohne wird tipp-topp gereinigt, jedes Papierchen wird dort von Gehweg-Reinigern entfernt. Doch wir werden hier vom Amt nicht Ernst genommen und regelrecht verschaukelt“, schimpft sie erzürnt.

Übersehen?

Und tatsächlich, gerade als der Wochenkurier sich ein Bild von der Situation macht, ist der kleine Trupp der HEB-Mitarbeiter mit den Müllgreifern auf dem Skatergelände unterwegs. Natürlich habe er seine Chefs von diesem stetig wachsenden Müllberg vor Haus Nummer 35 in Kenntnis gesetzt, sagt ein Mitarbeiter. „Auch habe ich den hinzugeworfenen Hausmüll, so weit es ging, entfernt, obwohl das eigentlich nicht unsere Aufgabe ist,“ erzählt der freundliche Mann, „Nach meinem Kenntnisstand hätte das Ordnungsamt den Fall aufnehmen und an den Entsorgungsbetrieb weiterleiten müssen. Warum die Stadt Hagen hier bislang nichts getan hat, verstehe ich auch nicht.“

Übersehen haben wird den Müll auch die Ordnungsamt-­Streife, die just zur Zeit des Wk-Ortstermins an dem Haus vorbeifuhr, bestimmt nicht.