Arbeit in der Pflege als Chance für Menschen mit Behinderung

Susanna Ebbing von der Agentur für Arbeit, Willi Strüwer und Nadine Kunz vom Pflegeheim Wohlbehagen (v.l.) bieten wieder eine Infoveranstaltung an, um Menschen mit Handicap in Arbeit zu bringen. (Foto: Anja Schade)

Hagen. (AnS) „Es ist normal, verschieden zu sein“ sagte einst Richard von Weizsäcker und das Zitat des ehemaligen Bundepräsidenten passt perfekt zum Konzept des heimischen Pflegeunternehmens Wohlbehagen. 42 von 65 Mitarbeitern im Bereich der Hauswirtschaft sind Menschen mit Behinderung, die in Zusammenarbeit mit dem Integrationsunternehmen „Dienstleistungen für das Gesundheitswesen“ (DFG) beschäftigt werden.

Gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit versucht das Pflegeunternehmen seit einiger Zeit Menschen mit Handicap in Arbeit zu bringen – mit großem Erfolg. Um die Probleme, die diese Arbeitnehmer haben, wissen Susanna Ebbing von der Agentur für Arbeit, Willi Strüwer und Nadine Kunz vom Pflegeheim Wohlbehagen. „Wir versuchen als Arbeitgeber weitestgehend darauf einzugehen.“ Flexible Arbeitszeitmodelle gehören ebenso dazu wie die Tätigkeiten an sich.

Nicht jeder kann aufgrund seiner Einschränkungen alles machen. Im Bereich der Hauswirtschaft ist aber vieles möglich und jeder darf sich trauen, eine Aufgabe abzulehnen, wenn er diese nicht bewältigen kann. Menschen mit einem Behinderungsgrad von 30 bis 100 Prozent werden an den verschiedenen Standorten von Wohlbehagen beschäftigt, alle mit ganz unterschiedlichen körperlichen oder seelischen Handicaps.

Mitarbeiter gesucht

Für die integrative Arbeit sucht Wohlbehagen auch zukünftig weitere Mitarbeiter – gerne auch ohne Erfahrung im Hauswirtschaftsbereich. Eine Infoveranstaltung findet am Donnerstag, 7. Juni, von 14 bis 15.15 Uhr im Pflegeheim „Wohlbehagen im Hochschulviertel“ in der Berchumer Straße 5 statt. Dort wird es erste, ganz unverbindliche Informationen geben.

Schnuppern mit Praktika

Probieren geht über studieren lautet dann das weitere Motto, denn Praktika sind ausdrücklich erwünscht. „Wir bieten einen Arbeitsmarkt zum Anfassen“, erklären Nadine Kunz und Willi Strüwer. Durch das Schnuppern kann jeder für sich selbst entscheiden, ob der Job etwas sein könnte.

Die Tätigkeiten gleichen einer normalen Haushaltsführung: Dazu gehören unter anderem Frühstück zubereiten, Mittagessen zu portionieren oder den Bewohnern das Essen zu bringen. Sozialer Kontakt zu den Bewohnern ist wichtig, die meist in Kleingruppen ihre Mahlzeiten zu sich nehmen. „Deshalb setzen wir Verantwortungsbewusstsein und eine gewisse Selbstständigkeit vor­aus.“ Pflegerische Tätigkeiten sind aber nicht vorgesehen.

Teamarbeit wichtig

„Die Tagesabläufe sind strukturiert, keiner wird allein gelassen, Teamarbeit ist wichtig“, will Nadine Kunz künftigen Mitarbeitern mit einem Handicap Mut für diese Aufgabe machen, durch die auch Selbstbewusstsein erlangt wird.

Wer Interesse hat, kann sich im Vorfeld bei Susanna Ebbing, Arbeitgeberservice für Rehabilitanden und Schwerbehinderte, erkundigen: Tel. 02331 / 202192 oder E-Mail Susanna.Ebbing@arbeitsagentur.de.

Für Anmeldungen und konkrete Nachfragen steht Willi Strüwer unter Tel. 0173 / 5326325 zur Verfügung.