Auch jeder Laie kann Leben retten

Hagen. (th) 100.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Viele Fälle enden tödlich, die Erkankung steht an dritter Stelle der häufigsten Todesursachen. Schätzungen zufolge könnten pro Jahr aber 10.000 Leben mehr gerettet werden, wenn sofort lebensrettende Maßnahmen angewendet würden. Denn besonders die ersten Minuten nach dem Stillstand entscheiden darüber, ob der Betroffene eine Chance hat und ob langfristige Schäden verhindert werden können.

Deshalb hat sich am Allgemeinen Krankenhaus Hagen (AKH) die AG „Leben retten“ gebildet, die es sich zum Ziel gemacht hat, Hagener Bürgerinnen und Bürgern die Bedeutung von Wiederbelebungsmaßnahmen klar zu machen und den Mut zum Handeln zu fördern. Oft halten Ängste vor eigenen Fehlern oder Abscheu vor dem Kontakt mit den Betroffenen die Menschen davon ab, zu helfen. Doch „Leben retten kann jeder“. So heißt auch das Konzept der AG „Leben retten“, die notwendigen Schritte sind eigentlich sehr simpel.

Einfache Formel

„Prüfen, Rufen, Drücken“ – So lautet die einfache und doch so effektive Formel. Zuerst sollten Helfer bei potentiellen Opfern eines Herz-Kreislauf-Stillstandes prüfen, ob sie auf Ansprache und Berührung reagieren. Falls nicht, sollten unmittelbar die Rettungskräfte unter der Nummer 112 gerufen werden. In Hagen sind diese normalerweise innerhalb von etwa sechs Minuten vor Ort. In der Zwischenzeit sollte dann ununterbrochen mit beiden Händen regelmäßig auf die Mitte des Brustkorbes gedrückt werden.

Schon durch diese einfachen Maßnahmen können Menschenleben gerettet werden. Eine Leistung, auf die man durchaus stolz sein kann, sagt Chefarzt Dr. Dirk Breukelmann. Er wünscht sich, dass Leben zu retten in Deutschland „zum guten Ton“ gehört.

Bislang werden nur in etwa 20 Prozent der Fälle Reanimationsmaßnahmen vor Eintreffen der Reuungskräfte eingeleitet – ein miserabler Wert im internationalen Vergleich. Um diesem Trend entgegenzuwirken setzen sich die Mitglieder der AG ehrenamtlich für mehr Aufmerksamkeit und eine positive Besetzung des Themas ein.

Spenden erbeten

Diese Arbeit braucht Unterstützung. Die Sparkasse Hagen schätzt die Ziele der AG und die ehrenamtliche Arbeit und spendete vier professionelle Reanimationspuppen für die Wiederbelebungskurse. Diese Kurse finden jeden Mittwoch von 15 bis 16 Uhr im AKH statt. Sie sind kostenlos, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Einzelpersonen können genauso teilnehmen wie Familien, Vereine oder andere Gruppen. Wer teilnehmen will, muss sich nur unter Tel. 02331/ 201-2001 anmelden.

Vom 19. bis zum 26. September 2015 findet bundesweit die „Woche der Wiederbelebung“ statt. Die AG „Leben retten“ informiert in diesem Zusammenhang über ihr Angebot. Am Donnerstag, 24. September, findet von 15 bis 19 Uhr eine Informationsveranstaltung mit Vorträgen und Übungen im Sparkassen-Karree statt, vom 21. bis zum 25. September ist im Foyer des AKH, Grünstraße 35, ein Stand mit Übungsmöglichkeiten aufgebaut. Für finanzielle Unterstützer ist ein Spendenkonto eingerichtet: DE02 4504 0042 0359 0007 00, Stichwort: „Laienreanimation“.