Aufhebung der Zeitumstellung erst 2021 – Zeigerdreh Sonntagnacht

Hagen. Jetzt ist es amtlich: Der Dreh am Zeiger zweimal im Jahr wird abgeschafft. Das EU-Parlament beschloss jetzt endgültig die Aufhebung der Zeitumstellung ab 2021. Ob dann aber fortan in Deutschland die Sommer- oder Winterzeit gelten wird, muss noch die Bundesregierung entscheiden – in Absprache mit den anderen Mitgliedsstaaten, damit möglichst ein einheitliches Europa-Votum herrscht. Nichtsdestotrotz wird an diesem Wochenende noch einmal an der Uhr gedreht. Die Sommerzeit steht an.

Am 31. März – also in der Nacht auf Sonntag – werden die Uhren wieder um eine Stunde vorgestellt, von zwei auf drei Uhr. Ab April bleibt es deshalb am Abend länger hell, dafür ist‘s am Morgen noch recht schummrig.

Müder Zeigerdreh

Während sich heutzutage die meisten Uhren automatisch umstellen, hat unser Körper jedoch etwas länger mit dem Zeitenwechsel zu tun. Auch wenn es sich nur um eine Stunde handelt. Ähnlich wie bei einem Jet-Lag wirkt sich die Umstellung auf den Biorhythmus aus. Denn wenn die innere Uhr durcheinander kommt, reagiert der Körper sofort.

Die Folge können Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Schwankungen der Herzfrequenz, Konzentrationsschwäche oder Schlafstörungen sein.

Nachwuchs schläft schlecht

Das staatlich verordnete Hin und Her mit der Uhr belastet vor allem den Nachwuchs. Jede zweite aller befragten Familien mit Kindern spürt demnach in den Tagen nach der Zeitumstellung Auswirkungen auf das eigene Schlafverhalten – gerade, wenn wie jetzt, die Uhr um eine Stunde auf Sommerzeit vorgestellt wird. So sagten 39 Prozent der Mütter und Väter, dass ihr Kind abends schlechter einschlafen kann. Von den befragten Erwachsenen zwischen 18 und 70 Jahren gab dies nur jeder Siebte an.

Laut 38 Prozent der Eltern hat der Nachwuchs in den Tagen nach der Zeitumstellung morgens Probleme aufzustehen. Bei den Erwachsenen sagten dies hingegen nur 30 Prozent. Jedes vierte Kind und jeder fünfte Erwachsene sind außerdem in Folge der Zeitumstellung tagsüber gereizt oder müde.

Bewegung und frische Luft

Um sich auf den neuen Rhythmus im Zuge der Zeitumstellung einzustellen, lassen es 37 Prozent der Umfrageteilnehmer langsam angehen und probieren, ihre Schlafens- und Essenszeiten nach und nach anzupassen. Jeder Dritte versucht, die Umstellung auf Sommerzeit mit mehr Bewegung und frischer Luft auszugleichen, um abends besser einschlafen zu können. Rund ein Viertel geht schlicht früher ins Bett als üblich, und 23 Prozent trinken tagsüber weniger koffeinhaltige Getränke, um abends müde genug zu sein.

Von der geplanten Abschaffung der Zeitumstellung erwarten drei Viertel der Befragten, die mit Schlafproblemen nach dem Dreh an der Uhr kämpfen, eine positive Auswirkung auf ihren Biorhythmus und ihr Wohlbefinden. Nur jeder Fünfte denkt, dass es keinen Einfluss auf das Schlafverhalten haben wird, wenn die Zeitumstellung künftig wegfällt.