Ausstellung und Vortrag: Ehepaar Schindler

Hagen. Zu den bekanntesten Spielfilmen über den Holocaust
gehört „Schindlers Liste“, der die Rettung von über 1.200 Juden durch Oskar
Schindler weltweit bekannt machte. Die Ehefrau Emilie Schindler erscheint in
Steven Spielbergs Film nur am Rande als betrogene Ehefrau. Dabei hatte sie
ebenso viel Anteil an der Rettungsaktion wie Oskar Schindler. Nun kommt die
Ausstellung „ … ich werde meine Juden auf jeden Fall verteidigen“, erstellt von
der Friedrich-Ebert-Stiftung Regensburg, nach Hagen und wird am Dienstag, 8.
November 2016, um 14 Uhr im Rathaus von Oberbürgermeister Erik O. Schulz
eröffnet. Sie ist dann bis Donnerstagnachmittag dort zu sehen, bevor sie danach
für eine Woche in die Heinrich-Heine-Realschule (Boelerheide) wandert.
Erstmals beschäftigt sich eine Ausstellung umfassend mit dem Leben und Wirken
von Oskar und Emilie Schindler.
Auf 30 Rollplanen wird gezeigt, wie es ihnen gelang, während der
Nazi-Diktatur 1200 Juden vor dem sicheren Tod zu retten.
Die Ausstellung informiert aber auch über die Jugend der beiden, ihre
Versuche nach Kriegsende 1945 in Deutschland und Argentinien wieder Fuß zu
fassen und die Jahre bis zur späten Anerkennung ihrer Leistungen. Dass dies
möglich wurde, ist besonders Professorin Erika Rosenberg-Band zu verdanken.
Vortrag
Darüber wird Erika Rosenberg in einem Vortrag ebenfalls am Dienstag um 16 Uhr
im Kunstquartier sprechen. Dabei gibt sie Einblicke in das Leben und die
Persönlichkeiten von Oskar und Emilie Schindler und wirft einen kritischen Blick
auf den Film „Schindlers Liste“ und den Umgang der Hollywood-Filmindustrie mit
Emilie Schindler, die 1993 – 26 Jahre nach ihrem Mann – von Yad Vashem als
„Gerechte unter den Völkern“ anerkannt wurde.