AVZ-Gebäude der Fernuni ist „big und beautiful“

Das Allgemeine Verfügungszentrum (AVZ) der Hagener Fernuniversität.
Das Allgemeine Verfügungszentrum (AVZ) der Hagener Fernuniversität. Oben am Gebäude (kleines Foto) ist die Hausnummer 8 zu sehen, auf der Säule unten rechts prangt jetzt das Logo „Big Beautiful Building“. (Foto: Fernuniversität)

Hagen. Gebäude 8, Universitätsstraße 21, 58097 Hagen: Das ist die Adresse des ersten „Big Beautiful Buildings“ der Fernuniversität. Am 16. Oktober wurde ihr Allgemeines Verfügungszentrum (AVZ) von der Landesinitiative „StadtBauKultur NRW 2020“ und der Technischen Universität Dortmund mit diesem Label ausgezeichnet.

Innovation und Experiment

In der Zeit des Aufschwungs von 1950 bis etwa 1975 entstanden viele moderne Gebäude, die Innovationsgeist und Experimentierfreude widerspiegelten. Eines davon ist das Allgemeine Verfügungszentrum der Fernuniversität. Mit seiner Einweihung 1980 begann der Aufbau des Fernuni-Campus. Das AVZ ist damit ein Symbol für die Idee vom universitären Fernstudium in Deutschland. Als einzige deutsche Fernuniversität vertritt die Hagener Hochschule diese Idee. Sie ist heute die mit Abstand größte deutsche Universität. Insofern wurde die „Nummer 8“ – das AVZ – auch stellvertretend für die „Nummer 1“ – die Fernuniversität – ausgezeichnet.

„Keimzelle für das Lebenslage Lernen“

Auszeichnung für das AVZ der Fernuniversität
Fernuni-Kanzlerin Regina Zdebel (li.) freute sich mit BLB-NRW-Geschäftsführerin Gabriele Willems (2.v.li.) und Helmut Heitkamp (Niederlassungsleiter BLB Dortmund) über die Auszeichnung, die von Prof. Christa Reicher übergeben wurde. (Foto: Fernuniversität)

„Das AVZ steht exemplarisch für den Beginn der Fernuniversität, als Keimzelle für das Lebenslange Lernen, das für die Fernuni von Anfang an als zentrale Mission gilt“, stellte FernUni-Kanzlerin Regina Zdebel bei der Preisübergabe fest. War die junge Fernuniversität zunächst (und noch viele Jahre) auf mehr als 20 Standorte in Hagen und darüber hinaus verteilt, so fiel am 10. September 1976 mit dem ersten Spatenstich der Startschuss für die Konzentration auf dem Campus: Das AVZ mit seinen 6.000 Quadratmetern wurde 1980 von NRW-Ministerpräsident Johannes Rau eingeweiht.

„Leichtigkeit trotz Größe“

Für die Fernuniversität war dies ein entscheidender Schritt nach vorn. Wissenschaft, Rechenzentrum (heute Zentrum für Medien und IT) und Universitätsbibliothek fanden hier Räume und technische Ausstattung. Im Lauf der Zeit entstanden weitere Gebäude, die unterschiedliche Baustil-Epochen widerspiegeln.

Gabriele Willems, die Geschäftsführerin des BLB NRW, ging auf die Architektur des AVZ ein: „Trotz seiner Größe kommt es in einer unglaublichen Leichtigkeit daher. Es wirkt eher transparent und weltoffen und es ist zeitlos modern.“ Auch wenn die ursprünglich geplante Erweiterung nicht realisiert wurde, throne es „stolz wie eine Krone“ über den anderen FernUni-Gebäuden.

Prof. Dr. Christa Reicher (RWTH Aachen) war bis vor kurzem an der TU Dortmund tätig, wo sie zusammen mit der Landesinitiative „StadtBauKultur“ das Projekt initiierte. Es stelle sich die Frage, wie man heute mit dieser Architekturepoche umgehen soll, denn viele dieser Gebäude haben bauliche, aber auch gesellschaftliche Innovation zutage gefördert.

Viele Institutionen – nicht zuletzt Hochschulen – stehen heute erneut vor Aufbruch und Wandel. Prof. Reicher: „Bei dem ‚Big‘ geht es nicht um physische Größe, sondern um etwas Besonderes – auch beim Gebäude 8 der Fernuniversität.“