Barbershop-Quartett auf Hohenlimburger Bühne

Hohenlimburg. (san) Sie sind das amtierende deutsche Meisterquartett, europaweit dritte und weltweit stehen sie immerhin auf Platz 8: Juliane Otterbach, Katharina Schnurer, Andreas Marquenie und Norbert Hammes alias „Tonikum“ macht man in Sachen Barbershop nicht mehr viel vor. Deutschlands Barbershop-Quartett Nummer Eins bietet einen A-cappella-Abend auf höchstem Niveau – am Samstag, 21. März 2015, 19.30 Uhr im Paul-Gerhardt-Haus, Auf dem Bauloh 14.

Barbershop?

Doch was ist das denn eigentlich, „Barbershop“? Die Musikstilbezeichnung hat ihre Wurzeln im Amerika des 19. Jahrhunderts, als die Barbiersalons (Frisöre, engl. barber) den männlichen Bewohnern der neu gegründeten westlichen Städte auch als Treffpunkt und Ort des Austauschs dienten. In Ermangelung von Radio und Musikinstrumenten, die sich nur die Reichen leisten konnten, sang man hier auch die neuesten Schlager. Oftmals stimmte jemand die Melodie eines bekannten Liedes an, einer oder mehrere andere versuchten, diese mit passenden Tönen zu begleiten.

Aus dieser Praxis heraus hat sich nach und nach eine feste Gesangsform für Chöre und Quartette gebildet. Letzteres mindestens, weil der Barbershop immer vierstimmig gesungen wird: Tenor, Lead (die dominante Führungsstimme), Bariton und Bass. 1963 gründete sich das erste deutsche Barbershop-Quartett, die „Sour Krauts“, mit der Lead-Stimme von Kurt Gerhardt. Bis in die 1980er Jahre war die Sangesart eine reine Männerdomäne, die mittlerweile längst aufgebrochen ist.

Zum Beispiel durch eine Frau wie Juliane Otterbach. Die Hohenlimburgerin hat immer schon gern gesungen. Ihrem alten Schulchor am Hohenlimburger Gymnasium namens „Vigholin“ gesellt sie sich als Sopranistin immer noch hinzu. Durch eine Freundin wurde die heute 50-Jährige aufmerksam auf die Gesangsgattung und ließ sich darauf ein. Seit 25 Jahren ist es das liebste Hobby der Buchhändlerin. Gar hat sie die Rolle der Lead-Sängerin übernommen. „Das liegt mir,“ hat sie längst heraus gefunden. Und so wurden auch andere Barbershopper bei den verschiedenen Festivals und Qualifizierungskonzerten auf die Hohenlimburgerin aufmerksam. Vor fünf Jahren schloss sie sich mit drei anderen Großen ihres Fachs zum musikalischen Heilmittel „Tonikum“ zusammen.

Alleine proben

Sie sind Schreiner, Ergotherapeuten oder eben Buchhändler. Sie leben in München, Bergisch-Gladbach und Hagen – und stehen an Deutschlands Spitze. Das verlangt den Quartett-Mitgliedern einiges ab. Alle sechs bis acht Wochen wird gemeinsam geprobt, dazwischen muss sich jeder Sänger gut alleine vorbereiten. Schließlich müssen sich die weiten Wege zum Treffpunkt lohnen. Neben den Liedern gilt es auch ein Bühnenprogramm zu entwerfen. Das richtige Outfit zum Stück ist ebenso wichtig wie eine originelle Moderation rund um die gebotenen Lieder.

Dass die Truppe von Tonikum all das perfekt und absolut unterhaltend präsentieren wird, davon kann sich das Publikum am 21. März 2015 im Paul-Gerhardt-Haus selbst überzeugen. Die Münchner Andreas Marquenie (Bariton) und Katharina Schnurer (Tenor), Norbert Hammes (Bass) aus Bergisch-Gladbach und die Hohenlimburger Lead-Frau Juliane Otterbach laden ein zu einem Abend mit Jazz-Arrangements wie „That’s life“ und „You don’t you won’t“, Pop á la Annie Lennox wie „I’ve saved the world today“, aber auch „Selbstgemachtes“ auf deutsch wie dem „Hundehaufen-Shuffle“. Und das bei freiem Eintritt – wem’s gefällt, darf nachher eine Spende hinterlassen.