Begeistert von der Sauna

Hagen. (ME, 19.05.10) Das Westfalenbad erhitzt die Gemüter. Letzte Woche griff der wochenkurier zahlreiche kritische Stimmen auf. Sie bezogen sich vornehmlich auf den Sportbadbereich. Daraufhin meldeten sich viele Besucher, die insbesondere den Sauna- und Wellnessbereich in höchsten Tönen lobten, zum Beispiel Karin und Klaus Fest. Sie schrieben uns:

„Zugegebenermaßen sind wir keine Mitglieder im Schwimmverein und haben auch keine kleinen Kinder mehr, die wir zum Schwimmkurs begleiten. Die in dieser Hinsicht genannten Mängel oder Schwächen können wir also nicht beurteilen.

Aber warum wird nicht auch einmal über die außerordentlich positiven Seiten dieses Bades geschrieben? Ist es wirklich so viel schwerer zu loben als zu kritisieren? Dass es an diesem Bad nichts zu loben gebe, ist eine glatte Verleumdung und Verkennung der Tatsachen. Warum wird nirgends die enorme Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Personals erwähnt? Die in Ihrem Artikel genannte ,Kaltschnäuzigkeit‘ ist uns in keinem der Bereiche begegnet.“

„Großzügig“

Karin und Klaus Fest betonen ferner: „Uns hat neben dem großzügigen Sportbad und dem durchaus mit einem ’Herz für Kinder’ gestalteten Freizeitbad vor allem der Sauna- und Wellnessbereich begeistert. Bisher musste man schon längere Anfahrtswege in Kauf nehmen (und dabei haben wir einige Bäder kennengelernt), um annähernd Ähnliches zu finden. Neben der sehr großzügigen Außenanlage, dem breit gefächerten Angebot an Saunen, den schon z.T. luxuriös gestalteten Ruheräumen, den Kalt-, Warm- und Sprudelbecken hat uns vor allem die Leistung der Innenarchitektin überzeugt. Mit ihrer Liebe zu Naturmaterialien dürfte sie doch den Nerv der Zeit und der Besucher getroffen haben. Ein wahrer Genuss für die Sinne sind die überall in diesem Bereich anzutreffenden und mit viel Sorgfalt ausgesuchten Holzskulpturen und -elemente und die bis ins Kleinste fortgeführte konsequente Gestaltung mit diesem Material. Außerdem sei noch kurz darauf hingewiesen, dass wir für den zwar fertig gestellten, aber aufgrund der Bepflanzung noch nicht nutzbaren Schwimmteich eine Preisreduktion erhalten haben, eine Erfahrung, die wir in anderen Bädern noch nicht machen durften.“

Soweit der Leserbrief von Karin und Klaus Fest, der hier stellvertretend für ähnliche Meinungen abgedruckt wird. Ergänzend hierzu sei noch Christa Kramer zitiert. Die Lüdenscheiderin schreibt: „Ich finde, Hagenbad hat hier eine äußerst attraktive Sauna- und Badelandschaft gebaut, die sich über die Grenzen hinweg sehen lassen kann. Sowohl für meine Enkel als auch für mich bietet das Westfalenbad zahlreiche Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und der Entspannung. Warum ist der Hagener denn nicht mal stolz, eine solche Anlage in seiner Stadt zu haben? Dieses Schwimmbad ist eine absolute Bereicherung. Ich will damit nicht sagen, dass alles bereits perfekt ist und nicht hier und da nachgebessert werden muss, aber die Mitarbeiter der Hagenbad sind über konstruktive Kritik dankbar und sind sehr kreativ in der Lösung von Problemen.“

Froh und dankbar

Auch die Vorsitzenden der Schwimmvereine Hagen von 1894 eV und Westfalen 23, Wolfgang Szyska und Tycho Oberste-Berghaus, haben sich in einer Stellungnahme zur Kritik beim Start des Westfalenbades geäußert. Sie lassen uns Folgendes wissen:

„Trotz der quantitativen und qualitativen Kritik zum Start des Westfalenbades muss an dieser Stelle betont werden, dass die Hagener Schwimmvereine froh und dankbar sind, endlich die lang ersehnte 50-m-Halle zu haben. Die Wechsel vom Gewohnten (Stadtbad Boele, Willi-Weyer-Bad und Traglufthalle) zum Ungewohnten (Westfalenbad) sind naturgemäß Veränderungen, mit denen der eine schneller als der andere fertig wird. Im Moment noch fehlende Haken für die Deponierung von Handtüchern usw. – man kann sie ja auch im Schrank im Umkleideraum lassen – sind Nebensächlichkeiten. Der etwas sehr eng geratene Durchlass im Drehkreuzbereich ist für Erwachsene und besonders für Kinder mit ihren großen Sporttaschen da schon etwas problematischer, aber auch relativ einfach verbesserbar.

Der zu knapp bemessene Platzbedarf in den Massenumkleideräumen und der fehlende Schutz für Wartende (Schulen und Vereine) am gesamten Zugang zur 50-m-Halle gegen die Unbillen der Witterung sind allerdings gravierende Fehlplanungen. Aber auch da helfen keine Beschimpfungen. Da sind Gespräche zwischen den Nutzern und Betreibern angesagt.

Hagenbad hat darum gebeten, Kritik und Verbesserungsvorschläge vorzubringen. Wir sind der Bitte gefolgt. In den schon stattgefundenen Gesprächen wurde Verständnis gezeigt und Abhilfe versprochen. Die ersten Maßnahmen sind schon umgesetzt. Was will man mehr…“