Beim Musizieren fällt die Last ab

Breckerfeld. (Red.) Sie helfen, wo sie können: sie erläutern das Asylverfahren, begleiten zu Ämtern und Ärzten, stellen Kontakte zu Kindergarten, Schule und Jugendamt her. Sie nennen sich „Forum Flüchtlinge, Breckerfeld“. Seit gut einem Jahr besteht der lose Zusammenschluss Breckerfelder Bürgerinnen und Bürger nun schon.

Rüdiger Drallmeyer ist einer von den rund 60 freiwilligen Breckerfelder Bürgern, die sich in der Initiative „Forum Flüchtlinge, Breckerfeld“ zusammengeschlossen haben. (Foto: privat)
Rüdiger Drallmeyer ist einer von den rund 60 freiwilligen Breckerfelder Bürgern, die sich in der Initiative „Forum Flüchtlinge, Breckerfeld“ zusammengeschlossen haben. (Foto: privat)

„Die ehrenamtlichen Aufgaben, die sich das Forum gestellt hat, sind in kurzer Zeit sprunghaft angestiegen und orientieren sich an den Erfordernissen der Menschen, die aus ihrer Not heraus zu uns kommen und in unserer kleinen Stadt Schutz und Ruhe zu finden hoffen,“ so die Helfer, die die Flüchtlinge in ihrer Stadt gerne willkommen heißen.

Immer mehr Aufgaben

Zur zunächst profanen Unterstützung bei der Hausratbeschaffung – zusätzlich zur Erstausstattung durch die Stadt – oder Gängen zur Kleiderkammer, zur Fahrradwerkstatt etc., gesellte sich beispielsweise die Sprachförderung, der Deutschunterricht wurde mit einem Team von acht Lehrkräften auf die Beine gestellt. Ob Spielnachmittage oder Kinderbetreuung – die Arbeit erfolgt stets in enger Kooperation mit den Mitarbeitern der Stadtverwaltung.

Aber nicht nur die Alltagsbewältigung der Flüchtlinge wurde und wird gemanagt, das allmonatliche internationale Café fördert Begegnungen und kulturellen Austausch. Bürgerinitiative-Mitglied Rüdiger Drallmeyer besucht wöchentlich eine der Flüchtlingsunterkünfte in Breckerfeld und hat die entspannende Wirkung des Musikmachens bei den Geflüchteten wahrgenommen. „Man hat den Eindruck, als wenn während des Musizierens ganze Lasten von den Schultern der Menschen fallen,“ so der Lehrer eines Berufskollegs mit Fachschulen für Sozialpädagogik und Heilerziehungspflege.

„Es geht viel Kraft in die Trommel und viel Gefühl in die Saiten meiner Gitarre. Die Gesichter hellen sich auf und es wird viel gelacht. Der größte Teil der Kommunikation verläuft über Gestik und Mimik. Aber die Verständigung funktioniert immer.“

Wer hat noch Instrumente?

Und so hat er eine Bitte an weitere Hilfswillige: Vielleicht gibt es unter den Wochenkurier-Leserinnen und -lesern Menschen, die ein Musikinstrument ihr Eigen nennen, dieses aber schon lange Zeit nicht mehr benutzt haben, die eigentlich wissen, dass sie es auch nicht mehr benötigen werden und genausogut für die Kulturarbeit mit jungen Flüchtlingen spenden könnten. „Vielleicht steht es, möglicherweise leicht beschädigt, als Staubfänger in irgendeiner Ecke herum und wartet nur darauf, dass jemand kommt, um liebevoll darauf interessante Klänge zu erzeugen? Am liebsten hätte ich noch ein paar gebrauchte Gitarren und Trommeln zur Verfügung“, so der Breckerfelder Drallmeyer.

Eine Trommel und ein paar kleine Instrumente konnte er kurz vor Weihnachten kaufen. Zu mehr reichte das zur Verfügung stehende Budget nicht. „Ich selbst habe auch nur meine eigene Gitarre, die die Flüchtlinge gerne vorsichtig in den Arm nehmen. Und ich sehe, wie groß das Bedürfnis ist, selbst Klänge zu erzeugen, während man ja warten muss, bis ein anderer das Instrument hergibt. Darum würde ich gerne mehr musikalisches Instrumentarium zur Hand haben.“

Wer weiterhelfen kann, meldet sich bei Rüdiger Drallmeyer unter Tel. 0178/ 5364867.