Berührende Worte zum Thema Frieden

Hagen. (Red/tau.) Zum Weltfriedenstag hatte der „Hagener Arbeitskreis für Kinderrechte“ einen Wettbewerb ausgeschrieben: Hagener Kinder und Jugendliche waren aufgefordert, Gedichte und Geschichten für den Frieden zu schreiben. Darüber, was sie selbst – beispielsweise zu Hause – an „Unfrieden“ erleben. Welche Lösungen sie sich – auch für die weite Welt“ – vorstellen könnten. Ihre Gedanken und Ideen. Ihre Wünsche, Träume, aber auch Ängste.

Einen sehr beeindruckenden und bewegenden Text hat zum Beispiel die 15-jährige Schülerin Anna von Schlieffen verfasst:

Manchmal atme ich mit ihr. Dann bin ich sie, dann bin ich in diesem heißen Land im Osten, das niemand von den Nachbarländern mit den fast gleichen Namen unterscheiden kann und es auch nicht versucht. Es ist dort so heiß, dass Schweiß und Tränen sofort verdampfen, aber Blut ist zu dick und trocknet nur langsam.

Sie liegt in einem gelben Zimmer und schwitzt und blutet, und die Wände lachen sie aus. Sie will sich die Ohren zuhalten, aber sie hat nur eine halbe Hand. Die gelben Wände sind unerträglich laut. Sie sollen fröhlich sein, aber sie wünschte, sie wären grau, dann wäre die Traurigkeit gemütlicher. Traurigkeit ist sauber und klar, aber hier ist es schmutzig und laut. Also ist sie nicht traurig, sondern verzweifelt, und der Unterschied ist groß.

Seit drei Wochen liegt sie hier und beobachtet ihren verdampfenden Schweiß und ihre verdampfenden Tränen. Die Tränen bleiben länger als der Schweiß, aber das Blut hat sich kein bisschen aufgelöst. Es verklebt ihre Augen und ihren Mund und sie hört ihren Atem nicht. Seit drei Wochen hört sie ihren Atem nicht und sie bemüht sich sehr, sie ist mit nicht viel anderem beschäftigt, aber sie hört ihn einfach nicht. Vor ihrem linken Auge klebt eine schwarze Haarsträhne. Sie hat mal geglänzt, aber jetzt ist sie splissig und staubig und störend, aber sie klebt zu fest.

Männer und Frauen bringen ihr dreimal an Tag essen, ohne sie anzusehen und wechseln jeden zweiten Tag die Verbände, ohne sie anzusehen, denn sie ist nicht schön und auch nicht hässlich genug, um bemitleidet zu werden. Ab und zu schlägt der Krieg ein Loch in die Wand. Er ist hinter den dünnen, gelben Wänden, aber er ist auch in ihr. Und über ihr. Er erschlägt sie mit ganzer Kraft, von außen und innen. Im Gegensatz zu ihrem Atem hört sie ihn immer. Sie hört, wie er durch ihr weißes, blutiges T-Shirt schlägt, das sie anbehalten hat, weil sie keine Krankenhauskleidung wollte. Auf dem T-Shirt ist die Boyband, die sie mal heiratet, wenn sie sich für den braunhaarigen oder den blonden Sänger entschieden hat.

Sie interessiert sich nicht für den Krieg und auch nicht für Politik und auch nicht für ihr Land. Sie denkt nur an sich. Und ein bisschen auch an die, die sie liebt. Sie hat Angst, dass sie nicht mehr leben, obwohl sie weiß, dass sie nicht mehr leben, aber trotzdem hat sie Angst. Angst bleibt das schlimmste Gefühl. Aber eigentlich denkt sie nur an sich und wie sie leben soll, wenn sie nicht mehr leben. Sie denkt nicht daran, wie sie gelebt haben, die anderen. Sie denkt nicht daran, wie sie gelitten haben. Sie denkt nur an sich.

Ich denke nur an sie, jeden einzelnen Tag. Aber Gedanken sind oberflächlich. Ich fühle sie nicht mehr, als sie die, die sie liebt, fühlt. Ich denke nur an sie, aber eine Sekunde am Tag fühle ich sie auch. Abend um viertel nach acht, prime-time, sehe ich nicht fern, sondern liege in Bett, und für eine Sekunde trifft mich ein Schlag und ein Blitz, und ich bin im heißen Land im Osten und fühle ihr getrocknetes Blut und fühle ihre Gedanken und ihre Tränen, ihren Schweiß und alles, was sie fühlt. Für eine komische Sekunde bin ich seit drei Wochen jeden Tag sie. Ich habe sie im Fernsehen gesehen. Sie lag bei pro7 newstime, zwischen taff und den Simpsons, in einer Ecke. Sie war unscharf und ich sah kein Blut und keine Tränen durch die Pixel, aber ich sah ihr T-Shirt von der Boyband, die ich mal heiraten will. Seitdem überkommt sie mich jeden Tag und ich finde keine Ruhe und auch keinen Frieden mehr. Ich bin jetzt ein bisschen sie. Wir sind uns sehr ähnlich, nur dass ich mich schon für den blonden Sänger entschieden habe und dass hier Frieden ist. Frieden war warm und leicht und weich und süß und rein. Jetzt ist Frieden schwer und blutig und erschlägt mich von allen Seiten. Der Frieden tut mir weh, weil er nur hier ist.

Nach der einen Sekunde rieche ich wieder die duftende, weiche Bettwäsche, und die Boybandposter über meinem Hochbett kitzeln mich an der Nase. Heute habe ich mit ihr geatmet. Das kam bis jetzt erst viermal vor. Es ist ein besonderer Moment, in dem ich ihren Atem höre und spüre und es mich gar nicht mehr gibt, nur noch sie. Dann ist es besonders und ich weiß, dass sie sich auch atmen hören kann, das kann sie sonst nicht. Es ist seltsam. Ich werde es nie erzählen. Sie verstehen es nicht, sie kennen nur den schönen, leichten Frieden. Der schmerzhafte Frieden gehört nur mir. Vielleicht ist sie meine Schwester. Zwillingsschwester, denke ich. Das wäre doch eine Erklärung.

Ich öffne das Fenster und atme, nur für mich dieses Mal. Ich bin immer noch ich und in Frieden. Die Videothek auf der anderen Straßenseite wirbt für eine neue Komödie. Auf der nassen Straße liegt ein leichter lila Glanz. Lila wie Blut. Wo Menschen sind, ist Blut, denke ich. Mehrere lila Liter in jedem von uns. Hier wissen wir gar nicht, wie viel Blut wir haben. Dort haben sie nie genug. Der Unterschied ist, ob man es sehen kann. Es hält uns am Leben. Hier sieht man es nicht. Ein Leben im Frieden ist ein blutleeres Leben, denke ich. Vielleicht, denke ich, müssen wir Blut sehen, um zu wissen, dass wir leben. Bei mir war es so. Vielleicht, denke ich, müssen wir Kriege haben, um zu wissen, dass wir leben. Wenn das stimmt, denke ich, dann können wir Menschen mit dem Leben noch nicht umgehen. Dann sollten wir besser sterben, denke ich. Das ist besser, dann denken wir nicht mehr.

Hier die Wettbewerbs-Beiträge von Schülern des Theodor-Heuss-Gymnasiums:

Frieden-Rettung für die Welt

Frieden ist die Rettung für die Welt
Jeder hat ihn lieber als das Geld
Auf der Welt weiß das jedes Kind
Hoffentlich bekommt ihn jeder bald geschwind

Jeder lebt lieber ohne Waffen
So kann man schneller Frieden schaffen
Jetzt hört bitte auf euch zu bekriegen
Viele Menschen müssen tot auf den Straßen liegen

Jeder Mensch ist doch gleich
Egal ob er ist schwarz oder bleich
Jeder Mensch soll sagen dürfen was er will
Sonst schreit er ziemlich laut und schrill

Till Jendreyschak

Mein Vater und meine Mutter sind geschieden,
trotzdem lebe ich in Frieden.
Ich liebe meine Mutter und lebe nicht im Streit.
Ich hoffe meine Mutter wird nie sterben,
sonst würd ich traurig werden!

Niklas Lückenotte

Frieden – Die Lösung!!!

Wär Krieg überall, dann wären wir alle tot!
Und das wäre genauso wie Hundekot.

Frieden kann uns retten, das ist doch klar.
Genauso ist die Streitschlichtung wunderbar.
Nun seid sozial in eurem Leben,
dann können wir euch den Frieden geben.
Wenn ihr streitet, dann ohne Waffen,
so könnt ihr nämlich Frieden schaffen.
Denkt doch mal an die Ukraine,
da stirbt nicht nur eine Biene.
Die Lösung ist Frieden, das wisst ihr,
und der Grund für Krieg ist Gier.
Türken sind normale Menschen,
drum hört auf, mit ihnen zu kämpfen.
Egal, welche Farbe im Gesicht,
das sagte Gott in seiner Geschicht.
Krieg ist für Menschen eine Last
und passt auf, dass ihr den Frieden nicht verpasst.

Leon Marcel Weixel

Gedicht

Frieden sei mit euch ob groß oder klein, denn das ist nur für alle fein.
Keiner soll mehr wegen Krieg krepieren und
alle Kinder sollen friedlich spielen.

Friede zu haben bedeutet nicht nur keinen Krieg.
Frieden ist auch nicht gegeben nach einem Sieg.
Friede als innere und äußere Harmonie –
schufen wir Menschenauf unserer Welt
noch nie !

Kim Janina Riediger
Joleen Schmidt

Wichtig ist Frieden,
Schlecht ist die Not,
was bringt das Leiden?
Frieden ist gut!

Glücklich sein,
soll jedes Kind
Egal ob groß oder klein,
Frieden stimmt!

In anderen Ländern gibt es Armut,
wir müssen nun helfen,
sonst geht das nicht gut!

Es ist ein Wunsch von jedem Kind,
Recht und Freiheit, das stimmt.

Jolene Fordt

Du sollst deine Freunde lieben,
und mit ihnen spielen.
Du sollst deine Freunde nie belügen,
und auch nicht betrügen.

Kinder sollen nicht sterben,
sondern glücklich werden.
Sie sollen nicht arbeiten gehen,
sondern die Schule sehen.
Wir sollen den Kindern etwas geben,
damit sie überleben.

Jan Niklas Kinkmann
Niklas Lückenotte

Frieden im Spielzimmer

Wie jeden Tag geht es im Spielzimmer von Tom und Lisa heiß her.
„Ich will das nicht !“, sagt Lisa, denn ihr Bruder Tom nimmt ihr schon wieder ihre Puppe weg.
„Warum magst du sie denn so?“, fragt Tom.
„Darum!“, sagt Lisa nimmt ihre Puppe und geht.
„Tom ?“, fragt die Mutter, „musste das gerade sein?“
Ohne zu antworten geht Tom hoch in sein Zimmer.
Am nächsten Tag sagt die Mutter: „Ihr habt euch ja noch gar nicht gestritten.“
„Ja, wir haben uns vorgenommen, dass wir uns nicht mehr streiten.“, sagen die Beiden wie aus einem Munde. „Das finde ich aber toll!“
Die nächsten Tage verliefen auch ruhig bis zu diesem Moment: „Lisa, wo ist mein Fußball?“ ruft Tom.
„Dann sag du mir erst einmal wo meine Puppe ist!“ antwortet Lisa.
„Ich weiß es nicht, aber ich helfe dir gerne sie zu suchen.“
Und los ging die Suche nach dem Spielzeug. In Zukunft blieb es einigermaßen friedlich im Spielzimmer von Tom und Lisa.

Jannik Schipper

Krieg ist zum Glück nicht überall.
Aber manche Leute haben nen Knall.
Kinder wollen Frieden,
den sollen sie kriegen.

Jedes Kind braucht Freizeit und Bildung
und auch eine Stadtverwaltung.
Kinder solln nicht streiten oder sterben,
sondern glücklich werden.

Kinder sollen Leben, denn das ist fair
und so können sie streben.
Keiner soll hungern
oder auf der Straße lungern.

Egal ob schlau oder dumm,
jeder Mensch hat seine Meinung.
Kannst du es nicht kapieren,
alle Kinder dürfen glücklich spielen.

Jan Krähe
Nick Wachholz

Jesus & Frieden

Jesus, die Jünger, Propheten predigten alle von Frieden.
Frieden für Erwachsene und Kindern. Frieden für die Welt.
Da Streit, Krieg und Zerstörung nur Leid und Kummer bringen.
Wir sollten uns diese Worte zu Herzen nehmen und darüber nachdenken und reden.
Wir sollten aufhören uns bekriegen, denn was haben wir davon?!
In Afrika, Irak, Iran ist überall Krieg. Es sterben Menschen!
Kinder verlieren ihre Eltern, Familien verlieren ihr Zuhause und alles, was sie haben!
Es sollte aufhören! Kindern leiden am meisten! Dabei sind wir Kinder doch die, die die Welt verändern werden, die, die die Zukunft verbessern werden und alles zum Besseren wenden. Aber was ist, wenn die, die am meisten bewirken können, getötet werden?! Wer soll sich dann noch um die Umwelt kümmern und sie verbessern, wenn die Erwachsenen es nicht können?! Oder wer soll gegen Krankheiten, die noch unheilbar sind, Gegenmittel finden, wenn alle, die die dazu in der Lage wären, tot sind?!
Daran sollte man das nächste Mal denken, wenn man anfängt, sich zu bekriegen!

Celina Reichl

Kinder brauchen Frieden
Einen Ausflug mit mum und dad,
einen schönen Schlaf im Kuschelbett,
ein tolles Essen jeden Tag,
das ist das, was ein Kind so mag.

Leider ist auf dieser Welt,
nicht alles so wie es einem gefällt.
So viel Krieg und so viel Hass.
Das macht den Kindern gar kein Spaß.

Habt ich schon mal daran gedacht,
dass irgendwo ein Kind nie lacht,
denn dieses muss sich quälend,
kämpfen durch dieses Elend.

Jeder kann eine Hilfe sein.
Leute, sagt dazu nicht nein!
Man will nicht euren ganzen Lohn.
Eine kleine Spende reicht doch schon.

Viktoria Maier

Friedensgedicht
Friede sei mit dir
Jedem Mensch und Tier
Auf dieser Welt soll es Friede werden
Und niemand sollte des Krieges sterben
Kein Diktator soll regieren
Und jeder soll Frieden kriegen
Kinder sollten gar nicht arbeiten
Sondern mit ihren Freunden spielen
Denn das ist nur für alle Recht
Weil, das ist das, was jeder möcht‘
Jeder Mensch soll das gleiche kriegen
Und es soll keinen Krieg mehr geben.

Emil Loch