Besondere Ehre für Ralf Wilke und Werner Kleine

Hagen. Am Rande des entscheidenden Spiels um den Klassenerhalt in der 2. Handball-Bundesliga zwischen dem VfL Eintracht Hagen und dem TuS Ferndorf am Samstag, 4. Juni, um 19 Uhr in der Ischelandhalle kommt zwei verdienten Mitgliedern des Wehringhauser Traditionsvereins eine besondere Ehre zu Teil: Ralf Wilke, langjähriger Motor der Grünggelben und stellvertretender Vorsitzender des Vereins, wird die Goldene Ehrennadel mit Urkunde des Westdeutschen Handballverbandes – und damit die höchste Auszeichnung des WHV – verliehen. Die Ehrung wird vorgenommen von Dieter Stroband, dem Präsidenten des Westdeutschen Handballverbandes und Ehrenpräsidenten des WHV. Parallel dazu wird Werner Kleine die Silberne Ehrennadel mit Urkunde des Westfälischen Handballverbandes durch Udo Fricke vom Westfälischen Handballverband verliehen.

Ralf Wilke trat 1948 im Alter von zehn Jahren dem VfL Eintracht Hagen bei und bereits als 15-jähriger übernahm er im Betreuerstab der Jugendabteilung erste Verantwortung. Als 17-jähriger gehörte er zur Jugendwestfalenauswahl und wurde bereits 1958 und 1959 Westfälischer-Feldhandballmeister. 1968 wurde er als Mannschaftsbeauftragter und 2. Vorsitzender in den Hauptvorstand des Vereins berufen. Seither ist er als Spieler, Trainer oder Funktionär an (nahezu) allen Erfolgen der Handballabteilung maßgeblich beteiligt. Als Verbandsligameister bejubelte er 1968 an der Seite seines jüngeren Bruders Gustl den Aufstieg in die Oberliga. Ein erster großer sportlicher Erfolg für Ralf Wilke, der zugleich Initialzündung für eine wohl einmalige Erfolgsserie auf dem Feld und in der Halle sein sollte. Dem Durchmarsch in die Regionalliga folgte schließlich 1971 mit dem Gewinn der Westdeutschen Meisterschaft und dem Aufstieg in die Bundesliga der größte sportliche Erfolg für das Wehringhauser Urgestein, das zwischenzeitlich in der Halle als Westfalenmeister den Sprung in die Regionalliga feiern durfte. 1972 und 1973 schaffte er mit den Wehringhausern jeweils den Einzug in das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft, nachdem er bereits 1961 mit den Grüngelben im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft stand. 15 Jahre lang sollte Ralf Wilke als Stammspieler das Trikot der ersten Mannschaft tragen, ehe er im Anschluss an die Bundesligapartie 1973 gegen Eintracht Braunschweig sportlich kürzer trat und drei Jahre lang in der Bezirksklasse in der 2. Mannschaft auf Torjagd ging.

Nach dem Erwerb einer C-Lizenz an der Uni Bochum, die gleichzeitig mit der Prüfung zum Schiedsrichter verbunden war, sammelte er zunächst als A-Jugendtrainer erste Erfahrungen. Da ihm der Unterbau der Handballabteilung immer besonders am Herzen lag, übernahm er 1976 das Traineramt der 2. Mannschaft. Diese führte er während seiner zehnjährigen Amtszeit aus der Bezirksklasse über die Landesliga bis in die Verbandsliga. Das Management dieser Truppe, die 1999 und 2001 jeweils den Sprung in die Oberliga bejubelte, ist heute noch als Technischer Leiter eines seiner Hauptaufgaben. Parallel zu seiner aktiven Laufbahn fungierte Ralf Wilke ab 1968 als Mannschaftsbeauftragter im Hauptvorstand des VfL Eintracht und wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden ernannt. Mittlerweile gehört er dem geschäftsführenden Vorstand des Traditionsclubs seit mehr als vier Jahrzehnten an und unterstützte in diesem Zeitraum nicht weniger als zwölf verschiedene Vereinsvorsitzende in ihrer Arbeit. Als Ehrenmitglied, Technischer Leiter und 2. Vorsitzender leistet er heute noch wertvolle Vorstandsarbeit und ist zudem wichtiges Bindeglied zwischen dem Bundesligspielbetrieb und den Amateurmannschaften. Außerdem zeigt er sich auch für die Koordination, Anzeigeakquise und Redaktion der Zeitung „VfL PUR“ verantwortlich, die zu allen Heimspielen der 2. Bundesligamannschaft erscheint. Gemeinsam mit Detlef Spruth gelang es ihm im Jahre 2007 die Gründung der VfL Eintracht Hagen Handball-Förder gGmbH zu realisieren und damit eine finanzielle Basis für die künftige Arbeit zu legen. Daneben verdiente sich Ralf Wilke als Organisator zahlreicher Veranstaltungen und Feste, von Wettbewerben wie dem traditionellen Karl-Schäfer-Turnier, Benefizveranstaltungen oder Blutspendenaktionen. Die Erlöse der Benefizveranstaltungen und Blutspendenaktionen kamen dem Deutschen Roten Kreuz in Hagen, dem Hagener Kinderschutzbund und dem Kinderdorf Weißenstein zu Gute sowie in früheren Jahren der Aktion „Hilfe für junge Krebskranke“, die von den Hagener Hans und Inge Sichelschmidt organisiert wurde. Für seine Verdienste um den Handballsport wurde er mit dem Kreisehrenbrief, dem Landesehrenbrief sowie nacheinander mit der Silbernen Ehrennadel mit Urkunde des Westdeutschen Handballverbandes anlässlich einer Jubiläumsfeier 2003 sowie mit der Goldnadel des Westfälischen Handballverbandes ausgezeichnet.

Sein Engagement im VfL Eintracht Hagen, dem er seit 67 Jahren die Treue hält, wurde vom Verein mit der Verleihung der Leistungsnadel, der Silber-und Goldnadel und schließlich durch die Ernennung zum Ehrenmitglied gewürdigt. Auch der „Goldene Handball“, die höchste Auszeichnung der Handballabteilung, wurde ihm verliehen. Zudem ist ihm im Jahre 2003 die Sportehrenplakette der Stadt Hagen und 2010 das Bundesverdienstkreuz verliehen worden.

Als im November 2015 der langjährige Jugendleiter Berthold Filmar aus nachvollziehbaren Gründen seinen sofortigen Rücktritt erklärte, sprang Ralf Wilke der Jugendabteilung zur Seite und leitete die Jugendabteilung kommissarisch bis zur Jahreshauptversammlung 2016.

Auch nachdem mit Mathias Schmidt ein neuer Jugendleiter gefunden wurde, legte Ralf Wilke den Schwerpunkt seiner Vorstandsarbeit auf die Jugendarbeit. Damit zählte Ralf mit 78 Jahren mit Sicherheit kurzfristig zu den ältesten Jugendleitern im DHB. Heute fungiert er als 2. Vorsitzender des Hauptvereins mit dem Schwerpunkt Koordination Handballabteilung.

Auch Werner Kleine ist ein Wehringhauser Urgestein. Er gehörte in den 1959er Jahren zu einem Freundeskreis, der im Stadtteil Wehringhausen sein Unwesen trieb. Da auch einige Handballer des damaligen VfL Hagen zu diesem Kreis gehörten, war es nur eine Frage der Zeit, bis auch Werner Kleine sich für den Handballsport entschied. Am 1. Januar 1958 trat er der Handballabteilung des VfL Hagen bei. Er hielt dieser Sportart auch nach der Fusion zum VfL Eintracht Hagen bis zur Einstellung des Feldhandballspiels die Treue.

Schnell hatten die Verantwortlichen der Abteilung erkannt, dass Werner Kleine sehr bodenständig und sparsam war. Genau die richtige Person für die Kasse und die Position als Finanzwart der Handballabteilung. So steht er jetzt schon seit über 40 Jahren bei Wind und Wetter an den Kassen unserer Sporthallen und zeichnet sich für die Kassierung verantwortlich. Für sein Engagement wurde er vom Verein bereits mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Zudem wurde ihm der Kreisehrenbrief verliehen.