Bilder von Paul Schmidt gesucht

Dies ist eins von den drei Bildern des Hagener Malers Paul Schmidt, die der Bochumer Jürgen Landmann im Internet ersteigerte. Jetzt sucht er in Hagen nach weiteren Bildern, die er in seinem Buddelschiffmuseum in Neuharlingersiel an der Nordsee ausstellen will. (Foto: privat)

Hagen. (anna) Jürgen Landmann ist Betreiber des Buddelschiffmuseums in Neuharlingersiel (Ostfriesland). Sein Vater hatte es 1971 gegründet, um seine Privatsammlung der Öffentlichkeit zu präsentieren. Seit dem Tod des Vaters (1999) betreut nun Landmann das Museum und versucht mit jährlich wechselnden Sonderausstellungen die Attraktivität der kleinen Schausammlung zu steigern. „Das Buddelschiffmuseum ist immer noch eins der meist besuchten Museen an der Nordseeküste und regelmäßig erscheinen Berichte in Presse, Rundfunk und Fernsehen“, freut sich Landmann. „Für mich ist das Museum ein geliebtes Hobby, dass sich durch die Eintrittsgelder selber trägt. Zudem beschäftige ich zwei Rentner, die alle nötigen Arbeiten vor Ort wahrnehmen.“

Maler aus Hagen

„Es ist noch nicht lange her“, so Landmann, „da stieß ich auf einen interessanten Marinemaler, den heute praktisch niemand mehr kennt. Sein Name ist Paul Schmidt (1889-1976); er wohnte in Hagen-Haspe, Leimstraße 5. Zufällig fand ich bei Ebay drei Schiffsbilder von ihm, die mir sehr gefielen. Auf der Rückseite eines Bildes klebte ein alter Zeitungsartikel anlässlich seines 65. Geburtstags, aus dem ich seine Lebensdaten entnehmen konnte“, erklärt der Museumsdirektor, „jetzt suche ich dringend nach mehr Informationen und interessiere mich für weitere Bilder, denn ich plane eine Ausstellung dieses Malers in meinem Museum.“

Wer war Paul Schmidt?

Paul Schmidt wurde am 1. Mai 1889 in Mülheim/Ruhr geboren. Er ist ein Enkel des berühmten Baumeisters Friedrich Schmidt, jenes Mannes, der seinerzeit in Haspe die Gesellschaft Ulk gründete und den ersten Kirmesfestzug inszenierte. Seine Jugend verlebte Paul Schmidt in Hannover, in Godesberg besuchte er die Schule. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er bei Prof. Duyffcke in Hamburg, und hier war es auch, wo die große Liebe für das Meer über ihn kam. Ihr ist er bis zum letzten Tag treu geblieben.

Bald schon machte der junge Maler seine ersten Seereisen; es ging auf Frachtern und Erzdampfern nach England, Norwegen und Schweden. Es folgte die weitere Ausbildung auf Kunstakademien in Berlin und – als Schüler von Prof. Dücker – in Düsseldorf.

Dann kam der Erste Weltkrieg, den Paul Schmidt als Flieger in Russland und Mazedonien erlebte. Als er den Krieg überstanden hatte, ging er nach Düsseldorf und wohnte hier bis 1934. Aber Paul Schmidt schaffte nicht nur im Atelier, an der Staffelei. Viele weitere Reisen auf See führten ihn hinaus – bis ins Eismeer, nach Spitzbergen, ins Franz-Josefs-Land, nach Grönland, Kanada und nach Italien und Holland. Im Zweiten Weltkrieg war er als Maler in Norwegen und unternahm nach dem Kriege wieder Fischdampferfahrten in die Nordsee, nach Schottland und in den Atlantik. Seine große Liebe und sein Lieblingsthema waren das Meer, die wilde Schönheit, die gewaltige Dynamik, die naturhafte Freiheit.

Auch Karikaturen

Paul Schmidt konnte auch ausgezeichnete Karikaturen zu Papier bringen. Dass er alte Traditionsbesitzungen wie das Wachholderhäuschen lebendig und haargenau in Gemälden festhielt, ist bekannt. Die kleine, feine Zeichnung „Alter Ennepetaler Sensenschmied“ ist den Haspern ebenso bekannt. Doch sein Hauptaugenmerk in Haspe lag in der Arbeit im Atelier bei der „Romantik der Lokomotiven“. Er war zu der Ansicht gekommen, dass man die Entwicklung des Dampfrosses in jeder Phase im Bild festhalten müsse, weil die fortschreitende Technik ein Verkehrsmittel zum Untergang verurteilt. Er malte auch ein neuzeitlich-romantisches Idyll wie das Bahnwärterhäuschen oder traurig-hässliche Hinterhäuser, an denen die Lokomotive vorbeisaust. Um die weitverästelten Tätigkeiten des Malers noch zu kennzeichnen, seien die vielen Industriebilder genannt, die in hiesigen Werkskontoren und Büros hängen.

Wer den Künstler Schmidt kannte, wer Bilder von ihm hat, die er zu Ausstellungszwecken zur Verfügung stellen würde, kann sich an Museumsdirektor Jürgen Landmann in Bochum unter Telefon 0234/ 793-388 oder E-Mail (Landmann@versanet.de) wenden. Weitere Infos: www.buddelschiffmuseum.de.