Bitte folgen – Kommissar schreibt Geschichte(n)

Hagen. (ME) Vom heimischen Ardenku-Verlag (Petra Holtmann)
wurden in den vergangen Tagen drei weitere Bücher auf den Markt gebracht, die
mit der Volmestadt zu tun haben: das alljährliche „Hagen-­Buch“ (Band 2017),
das Nostalgiebuch „Wo unsere Großeltern einkauften“ und das Polizeibuch „Bitte
folgen“. Alle drei Bücher sind aktuell – kurz vor Weihnachten – auch beim
Wochenkurier, Körnerstraße 45, erhältlich.
Spannend
Spannenden Lesestoff bietet das gesamte Trio, aber am ungewöhnlichsten ist
sicherlich das „Polizeibuch“. Geschrieben hat es Kriminalhauptkommissar
Christoph Engelbert.
„Seit Jahrzehnten ist die Polizei rund um die Uhr für die Bürger der Stadt
Hagen im Einsatz. Trotz zahlreicher Reformen sind die Aufgaben der Polizei in
deser langen Zeit im Wesentlichen gleich geblieben, verändert haben sich jedoch
die Rahmenbedingungen und die Arbeitsmehthoden,“ so Kripo-Mann Engelbert.
Dreijährige Arbeit
Seit nunmehr 25 Jahren lebt und arbeitet der Polizist in der Volmestadt. Viel
hat er in diesem Vierteljahrhundert gesehen und erlebt. Aber eins bekam er nie
zu Gesicht: Eine literarische Würdigung der polizeilichen Arbeit und Geschichte.
Vor drei Jahren fiel ihm diese „Lücke“ auf. Was folgte, war der tiefe Einstieg
in die Vergangenheit.
„Das stellte sich anfangs als kein leichtes Unterfangen dar,“ erinnert sich
Engelbert schmunzelnd an seine ersten Bemühungen, Fotos und Dokumente aus
früheren Epochen zu sichten. Im November hat er das Buch dann fertigstellen
können – mit einem Satz im Titel, den man als Autofahrer nur ungern vor sich
aufleuchten sieht: „Bitte folgen“.
Die Idee, ein solches Buch in Angriff nehmen zu wollen, was das eine. Die
zweite Hürde war, einen passenden Verlag zu finden. Bei Petra Holtmann wurde er
fündig, Die Verlegerin, die schon manch‘ interessantes Buch zur heimischen
Historie – etwa zur Feuerwehr- oder Industriegeschichte – in ihrem Verlag
veröffentlichen konnte, war schnell begeistert von Engelberts Idee.
Und so nahm denn Kommissar Engelbert in den folgenden drei Jahren
umfangreiche geschichtliche „Ermittlungen“ auf, die ihm zwischenzeitlich auch
einige Frusterlebnsisse bescherten. So hatte er beispielsweise gehofft, relativ
problemlos auf Bestände des früher renommierten Hagener Polizeimuseums auf der
Hoheleye zurückgreifen zu können – das stellte sich jedoch als Trugschluss
heraus. Das über 32 Jahre bestehende Museum war längst aufgelöst. Bereits 2008
wurde es „abgewickelt“, der Bestand an Objekten zerstreute sich in „alle Winde“.

Durch die Archive
Und so blieb ihm nichts anderes übrig, als sich durch die Archive zu
„kämpfen“. Ob Staatsarchiv Münster, Stadtarchiv Hagen, Zeitungsarchive oder
Hagener-Heimatbund-­Archiv – an zahlreichen Orten wurde er fündig. Dazu
kamen die Erinnerungen von Kollegen und Kolleginnen. Aber die umfangreiche und
mitunter mühsame Such-Arbeit machte die Arbeit alles andere als einfach. Und sie
war zeitraubend – zumal sie natürlich nur in der Freizeit möglich war.
Doch nun ist das Buch sowohl fertig als auch mit seinen zahlreichen
Fotografien überaus ansehnlich. Unterschiedlichste Aspekte der Polizeiarbeit
inklusive ihrer Entwicklung im Verlauf von hundert Jahren werden geschildert.

Der früher ziemlich bekannte „Schupo“, der mitten auf der Körnerstraße den
Autoverkehr regelte, spielt in dem Buch ebenso eine Rolle wie manche
Demontration der späten 1960er Jahre oder der Wandel in der Arbeit der
Mordkommisson. Kannte man früher allenfalls Fingerabdrücke, so spielen heute
DNA-Funde oder Faserspuren häufig eine dominierende Rolle. All dies wird im Buch
mit zahlreichen Abbildungen unterfüttert.
Auch für Auto-Fans
Für die Auto-Fans gibt es ein Kapitel, das es ebenfalls in sich hat: der
Abschnitt „Einsatzfahrzeuge“. Opel-Blitz, VW-Käfer, Tempo-Matador, Porsche… –
Christoph Engelbert hat Fotos von allen möglichen Einsatzfahrzeugen ausfindig
machen können, die in den vergangenen Jahrzehnten an der Volme zum Einsatz
gelangt sind. Kurzum: „Bitte folgen – Polizei Hagen – 100 Jahre im Einsatz für
die Bürger der Stadt“ ist ein Buch, das nicht nur Heimatkundler und
Hoheleye-Beamte anspricht.
Erhältlich ist es zum Preis von 23 Euro im üblichen Hagener Buchhandel und
derzeit auch beim Wochenkurier, Körnerstraße 45.