Boelerheide: Ärger um Verkehrsinseln

Immer wieder kommt es in der Kapellenstraße zu Beschädigungen an einer der 24 Inseln, die in den 80er Jahren zur Verkehrsberuhigung angelegt wurden. Bewährt hat sich diese Maßnahme nicht. Die Stadt überlegt mittlerweile die Inseln zurück zu bauen, denn ihr Erhalt kostet einiges. (Foto: privat)

Boelerheide. (anna) In der Kapellenstraße gibt es seit Jahren einen regelrechten Instandsetzungskreislauf: Alle Tage wieder prallt ein Auto gegen eine der 24 Verkehrsinseln, die den Verkehr entschleunigen sollen. Da seltsamerweise nur an fünf der Straßen-Inseln Reflektoren angebracht sind, passieren viele kleine Unfälle an den nicht gekennzeichneten Inseln.

Die Reparatur der kaputten Randsteine, die meist erst nach Monaten durchgeführt wird, kostet die Stadt 2500 Euro. (Foto: privat)

Anwohnerin Kirsten Zepuntke weiß ein Lied davon zu singen. Seit Jahren muss sie erleben, wie die Inseln zerstört werden und die Kantsteine lose auf der Straße liegen. Seit vielen Monaten sind die Steine von acht Inseln „zerbröselt“ und liegen lose auf der Straße herum. „Die Inseln, die mit einem Reflektor ausgestattet sind, werden hingegen besser wahrgenommen und sind höchst selten zerstört“, weiß eine Anwohnerin. Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) zählte im letzten Jahr 22 solcher Unfälle. Damit ist die Kapellenstraße wohl die Straße mit der höchsten Unfallzahl in Hagen. Genaue Zahlen liegen der Stadt aber nicht vor. Generell geht man davon aus, dass die Dunkelziffer ziemlich hoch ist.

Ein Unfall wird nur registriert, wenn das Fahrzeug den Randstein zerstört und dieser erneuert werden muss. Bis zu 2500 Euro kostet eine solche Reparatur, insgesamt 50.000 Euro musste die Stadt 2012 allein an der Kapellenstraße in den Kreislauf von Beschädigung und Instandsetzung investieren.

Geld sparen!

Für viele Anwohner sind die Verkehrsinseln, die in die Fahrbahn hineinragen und diese derart verengen, dass zwei Autos nicht gleichzeitig passieren können, überflüssige Mittel zur Verkehrsberuhigung: „In der Kapellenstraße gilt ja ohnehin Tempo 30“, weiß Kirsten Zepuntke. „Würden die bei vielen Anwohnern ungeliebten Barrieren verschwinden, könnte sich die Stadt die ständigen Reparatur-, Unterhaltungs- und Instandsetzungskosten sparen.“

Auch bei der Stadtverwaltung denkt man mittlerweile über einen Rückbau der kostenträchtigen Inseln nach, die sich absolut nicht bewährt haben. Stattdessen könnte eine „Blitze“ zur Verkehrsberuhigung installiert werden, heißt es vom WBH. Doch das müsse erst in der Bezirksvertretung diskutiert werden. Der WBH führe nur aus, was die Politik anweise. Bepflanzt werden die Inseln übrigens aus Kostengründen schon lange nicht mehr.

Eine Erklärung, warum Autofahrer in der Kapellenstraße so häufig gegen den Inselbordstein krachen, gibt es nicht. Die Unfälle ereignen sich sowohl im Winter als auch im Sommer, bei Tag und bei Nacht. „Tatsache ist, dass es immer wieder zu schlimmen Beschädigungen kommt, die erst nach Monaten repariert werden“, berichtet Kirsten Zepuntke. „Wir Anwohner sind echt genervt.“