Brutaler Katzenmord

Boele. (ric) Während andere Menschen sich von ihren Silvesterfeiern erholten und das neue Jahr begrüßten, startete das Jahr 2012 für Familie Schultz mit einem Realität gewordenen Albtraum: Ihre geliebte Katze Bonnie wurde tot aufgefunden – ermordet.

Ein Bild aus glücklichen Tagen: Bonnie (l.) und ihr Partner Merlin genießen ihr Leben. Nachdem Bonnie ermordet wurde, ist Merlin allein. (Foto: privat)

„Alles begann am 5. Dezember 2011“, erzählt Karin Schultz, die in einem ruhigen Teil von Boele wohnt. Ihre beiden Katzen, seit vier Jahren ein wichtiger Teil der Familie, wurden wie jeden Tag nach draußen gelassen. „Wir haben sie aus dem Schwerter Tierheim. Als ehemalige Wildkatzen konnten wir es ihnen nicht zumuten, nur im Haus zu leben.“ Da in der Umgebung tendenziell gemäßigter Verkehr ist und viele Grünflächen vorhanden sind, sah die Familie kein Problem in dem Freigang. Doch später an diesem 5. Dezember kehrte nur Kater Merlin nach Hause zurück. Bonnie blieb verschwunden.

„Zuerst haben wir uns gar nicht so viele Sorgen gemacht“, erinnert sich Karin Schultz und fügt hinzu: „Bonnie blieb manchmal über Nacht weg. Doch spätestens morgens um 5 Uhr, wenn Fütterungszeit war, kam sie heim.“ Die schwarz-weiße Hauskatze mit dem weißen Fleck auf der Nase blieb jedoch verschollen. „In der nächsten Zeit klapperten wir die nähere Nachbarschaft ab. Vielleicht war Bonnie ja einfach in einem Keller, einer Garage oder einem Schuppen unbemerkt eingesperrt?!“ Die Suche nach der geliebten Katze blieb letztendlich erfolglos. Und auch das Hagener Tierheim und der örtliche Tierschutzverein hatten von Bonnie weder etwas gehört noch gesehen. So feierte die Familie ohne ihre Katze Weihnachten. Und auch Silvester kam und ging, ohne dass jemand den Vierbeiner gesehen hätte.

An Brutalität nicht zu überbieten

Am vergangenen Montag, 2. Januar 2012, kam der Schock. Karin Schultz erinnert sich unter Tränen: „Ein Nachbar suchte uns auf und berichtete, Bonnie sei gefunden worden. Sie hing auf seinem Grundstück. Jemand hatte unserem Tier einen dicken Draht um den Hals gebunden, den Draht an dem Halsband der Katze befestigt und sie aufgehangen.“ Sohn Daniel Schultz ging mit dem Nachbar und sah nach seiner verstorbenen Katze. „Es war schlimm. Ich konnte kaum hinsehen.“

Die ganze Familie fragt sich nun, wer eine solch’ grausame Tat vollbringt. Und auch die hinzugezogene Polizei konnte sich vorerst noch keinen Reim auf die Angelegenheit machen. „Es ist wirklich verrückt“, berichtet Karin Schultz. „Bonnie sah noch wirklich gut aus – ihr Fell glänzte, sie sah nicht abgemagert aus, obwohl sie ja bereits vier Wochen verschwunden war. Es muss doch jemanden geben, der sich zunächst um sie kümmerte, sie dann aber ermordete.“

Alle mochten Bonnie

Bonnie wird schmerzlich vermisst. Auch das Nesthäkchen der Familie, Simon Schultz, trauert sehr um seine kleine Freundin. „Sie lag immer an der Treppe und hat gewartet, bis jemand von uns kommt und sie hereinlässt. Dabei hat sie ganz laut miaut“, erzählt der Schüler. „Alle mochten Bonnie!“ Dies bestätigt auch Karin Schultz: „Von den Nachbarn weiß ich, dass die Katzen niemandem etwas tun. Sie liefen nicht einmal durch die Blumenbeete.“

Das Ausmaß an Brutalität, mit der die Katze ihr Leben verlor, ist für alle Beteiligten unerklärlich. Hoffnungen, dass alles aufgeklärt wird, macht sich die Familie nicht. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass Bonnie nicht zu lange leiden musste.

Belohnung

Der Tierschutzverein Hagen und Umgebung e.V. möchte gern Hinweise bekommen, die zur Ergreifung des Täters führen, und will deshalb eine Belohnung aussetzen. „Alle Hinweise werden geprüft und natürlich vertraulich behandelt“, betont die Vorsitzende Birgit Ganskow. Und: „Wir bitten auch in Zukunft alle Bürger, unbedingt die Augen aufzuhalten und uns Auffälligkeiten zu melden.“

Der Verein ist erreichbar unter:

Telefon 0 23 31 / 40 66 61
E-Mail info@tierschutzverein-hagen.de