Bundestagswahl in Hagen und im EN-Kreis: Sozialdemokraten überzeugen, Giousouf verliert ihr Mandat

Hagen/EN-Kreis. (as) Viel Zeit und auch viel Geld hat Michael Tropp in den Wahlkampf investiert. Als Einzelbewerber wollte der Hagener Unternehmer in den Bundestag einziehen. Doch es hat nicht sollen sein. Nur 1,77 Prozent der Wählerschaft, das sind 2.518 wahlberechtigte Frauen und Männer aus Hagen, Breckerfeld, Gevelsberg, Schwelm und Ennepetal haben ihr Kreuzchen hinter seinem Namen gemacht.
Im Wahlkreis Hagen/EN-Kreis 1, in dem auch Michael Tropp als parteiloser Einzelkandidat angetreten war, konnte sich erneut „Platzhirsch“ René Röspel durchsetzen. Der Sozialdemokrat vereinte 39,2 Prozent der Stimmen auf sich und holte damit das Direktmandat.
Für Cemile Giousouf (CDU) hingegen sollte es nicht reichen. Sie muss ihr Büro in Berlin räumen. Zwar überzeugte die Bundestagsabgeordnete mit 30,3 Prozent der Stimmen mehr Wähler als die CDU im Wahlkreis (Zweitstimmen für die Partei: 28,9 Prozent), doch als nicht direkt gewählte Kandidatin musste sie auf die Landesliste hoffen. Dort stand sie auf Platz 24. Eigentlich eine sichere Sache. Doch bei dieser Wahl und bei all den Verlusten, die die CDU eingefahren hatte, reichte Platz 24 nicht aus für die Entsendung in den Bundestag.
Glück hingegen hatte FDP-Kandidatin Katrin Helling-Plahr. Dank der immensen Zugewinne der Liberalen zog ihr Landeslistenplatz 17. Die Hagener Anwältin wird ein neues Gesicht im Bundestag sein.
Im Wahlkreis Ennepe-Ruhr-Kreis 2 (Hattingen, Herdecke, Sprockhövel, Wetter und Witten) konnte sich Ralf Kapschack (SPD) mit 36,7 Prozent durchsetzen. Sein Kontrahent Dr. Ralf Brauksiepe (CDU) musste lange zittern. Schließlich das Aufatmen: Zwar konnte er den Wahlkreis nicht direkt gewinnen, doch sein Landeslistenplatz 10 reichte.
Liberale top, AfD unterdurchschnittlich
Auch im Wahlkreis EN-Kreis 2 gilt: Die Popularität der Kandidaten war höher als die der Parteien. Ralf Kapschacks 36,7 Prozent der Stimmen stehen 29,9 Prozent für die SPD gegenüber. Und auch Ralf Braucksiepe holte mit 32,9 Prozent mehr als die CDU in seinem Wahlkreis. Die rangierte nämlich nur bei 27,3 Prozent.
Mit 12,6 (Wahlkreis Hagen/EN-Kreis 1) und 12,7 (Wahlkreis EN-Kreis 2) Prozent der Stimmen ist die FDP im heimischen Raum überproportional vertreten. Immerhin holte sie auf Bundesebene nur 10,7 Prozent.
Sowohl in Hagen als auch im Ennepe-Ruhr-Kreis konnte die AfD weniger Stimmen auf sich vereinen als im Bundesdurchschnitt. 12,6 Prozent der Wählerkreuzchen holten die AfD-Kandidaten im Bund. Im Wahlkreis Hagen/EN-Kreis 1 waren es 11,8 Prozent der Stimmen. Im Wahlkreis EN-Kreis 2 sogar nur 9,7 Prozent.