Bunker nun „sichtbar“ unter Denkmalschutz

Hagen. (Red./ME) Der Hochbunker in der Bergstraße in der Hagener Innenstadt steht seit einigen Wochen unter Denkmalschutz – und trägt diese Auszeichnung nun auch sichtbar an der Außenwand: Oberbürgermeister Erik O. Schulz überreichte das spezielle Schild im Beisein der Leiterin der städtischen Denkmalbehörde, Ina Hanemann, an die Eigentümer Michaela und Gottfried Beiderbeck.

Als Baudenkmäler besitzen die Hochbunker eine hohe Aussagekraft. Sie sind wichtige Gedenkorte für den Bombenkrieg, dem allein in Hagen mehr als 2000 Menschen zum Opfer fielen. Sie erinnern an „finstere Zeiten“ und führen auch heute noch die entbehrungsreichen Jahre der frühen Nachkriegszeit vor Augen.

Bunker als Kriegsmahnmal

Der Bunker an der Bergstraße ist besonders bedeutend für die Hagener Stadtgeschichte, weil er mit seinem gut überlieferten Baukörper und der im Inneren erhaltenen und ablesbaren Bunkerbinnenstruktur, der Bunkertechnik sowie wandfesten Ausstattung das Leben und Sterben während des Zweiten Weltkriegs im Hagener Stadtzentrum dokumentiert. Er entstand im Rahmen des „Luftschutz-Sofortprogramms“, das in Hagen als besonders gefährdete Stadt zwischen 1940 und 1944 sieben Hochbunker für den Zivilschutz hervorbrachte und ist somit ein wichtiges Indiz für die Baugeschichte der Stadt. Und noch heute prägen seine raumgreifenden Dimensionen das Stadtbild der Hagener City – als ein unübersehbares, im Alltagsleben präsentes Mahnmal des Zweiten Weltkrieges.

Über die lokale Bedeutung hinaus ist der Bunker eine Geschichtsquelle von besonderem Zeugniswert für die Geschichte der Menschen im Zweiten Weltkrieg, vergegenwärtigt er doch die Extremsituation, in der sich die Zivilbevölkerung während der Bombardements befunden hat. Auch Oberbürgermeister Erik O. Schulz zeigt sich während des Rundgangs durch die meterdicken Betongänge in der Bergstraße beeindruckt: „Ich bin überrascht, welche Authentizität im Untergeschoss des Bunkers herrscht. Hier ist so viel erhalten, dass man das Leben im Bunker regelrecht nachempfinden kann.“

Für die Erhaltung und Nutzung des Bergstraßen-Bunkers sprechen viele Gründe, unter anderem, weil er Teil eines in der Architekturgeschichte einmaligen Bauprogramms gewesen ist. Auch übten Bunker für die Propaganda der Nationalsozialisten eine wichtige Funktion aus. In der Denkmalliste der Stadt Hagen nimmt der Hochbunker eine besonders Stellung ein.

Bunkerführungen

Das Bunkermuseum bietet regelmäßig in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Hagen und auf Anfrage Führungen durch das Denkmal an. Besonders authentische Einblicke in die damalige Zeit bietet die Dunkelführung. Teilnehmer erleben die unterirdische Bunkerwelt komplett verdunkelt wie zu Angriffszeiten, wenn der Strom in der ganzen Stadt ausfiel und können mit einer Dynamo-Taschenlampe die Gänge und Räume erkunden.

Die nächste Dunkelführung findet als Sonderveranstaltung am Samstag, 3. Oktober 2015, um 17 Uhr im Hochbunker Bergstraße 98 statt. Regulär bietet das Bunkermuseum die öffentlichen Dunkelführungen an jedem zweiten Samstag im Monat an, der nächste Termin ist Samstag, 10. Oktober, um 17 Uhr. Eine Anmeldung zu den Führungen erfolgt unter Tel. 4893855 oder per Mail an info@bunker-hagen.de. Weitere Informationen erhalten Interessierte unter www.bunker-hagen.de.