Bunker: Tag des offenen Denkmals erinnert an Weltkrieg

Hagen. (ME) Auch in Hagen existierten im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Hochbunker. Der bekannteste von ihnen – der „Hasper Bunker“, errichtet seinerzeit mitten in der Innenstadt Haspes – wurde inzwischen abgebrochen. Er hat Platz gemacht für das neue, aktuell im Bau befindliche „Torhaus“ der GWG, das künftig die Bezirksverwaltungsstelle und die Stadtbüchereifiliale aufnehmen soll.

Drei Bunker im Original

Drei Hagener Hochbunker – nämlich die Exemplare am Emilienplatz, an der Körnerstraße und im Hasperbruch – sind kaum als Bauten des Weltkriegs erkennbar. Drei weitere – an der Tuchmacherstraße, an der Bachstraße sowie der Bunker Bergstraße 98 – zeigen sich hingegen äußerlich noch fast im Originalzustand. Dem zuletzt genannten Bauwerk fällt in wenigen Wochen eine besondere Bedeutung zu – beim Tag des Offenen Denkmals am 8. September 2013.

Der Beton-Koloss an der Bergstraße gehörte zur ersten „Welle“ des Bunker-Bauprogramms. Er wurde im Winter 1940/41 begonnen, 1942 fertiggestellt und ist auch im Innern in großen Teilen nahezu original erhalten. Heute befindet sich diese ungewöhnliche Immobilie in Privatbesitz, wird aber am 8. September geöffnet. Für diesen Tag werden noch Zeitzeugen gesucht.

Bunker Bergstraße geöffnet

Alljährlich lockt – immer am zweiten Sonntag im September – europaweit der „Tag des offenen Denkmals“ die Massen an. Zum 20. Tag des offenen Denkmals waren 2012 bundesweit über 8.000 Denkmale in rund 2.700 Städten und Kommunen beteiligt. Mehr als 4,5 Millionen Besucher ließen sich das Angebot allein Deutschland nicht entgehen.

Jedes Mal gibt es ein Motto, das diesen besonderen Tag landauf, landab möglichst prägen soll. 2013 heißt es: „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?“ Bundespräsident Joachim Gauck als Schirmherr weiß: „Dies ist kein einfacher Leitspruch. Richtet doch dieses Motto unsere Aufmerksamkeit auf belastete, also unangenehme Zeugnisse unserer Vergangenheit.“ Vor Augen führen möchte man Denkmale, die uns durchaus an die Abgründe der deutschen Geschichte erinnern – zum Beispiel an Kriege, Gewalt, Verbrechen und Diktatur.

So seltsam es sich anhören mag, aber der Bunker an der Bergstraße passt hervorragend zu diesem Motto. Normalerweise ist er nicht zugänglich. Aber am 8. September 2013 wird er von 11 bis 18 Uhr seine Pforten öffnen. Kostenlose Führungen erfolgen ab 11.30 Uhr viertelstündlich – mit Unterbrechung am Nachmittag – unter anderem durch Dr. Ralf Blank (Historisches Centrum) und Horst Klötzer.

Um 11 Uhr erfolgt die „Offizielle Eröffnung des Denkmaltages“ durch Bürgermeister Dr. Hans-Dieter Fischer, vor dem Bunker wird ein Erzählcafé aufgebaut, wo es nicht nur Kaffee und Kuchen gibt, sondern wo auch Zeitzeugen ihre Erinnerungen berichten können. Mitarbeiter der Denkmalbehörde, des Historischen Centrums und des Hagener Heimatbundes werden diesen Zeitzeugen aufmerksam zuhören.

Stadtrundfahrt mit M. Eckhoff

Ein weiterer Programmpunkt wird an diesem 8. September 2013 eine Busrundfahrt in Zusammenarbeit mit dem Hagener Heimatbund sein. Die Tour führt zu Hagener Kriegerdenkmalen der 1920er Jahre. Los geht es am Hochbunker Bergstraße 98. Es folgen unter anderem die Stationen Ehrenmal Vorhalle (1925/26), Kriegerdenkmal Boele (1927) und Ehrenmal Holthausen (1927). Unter Leitung von Michael Eckhoff, dem Vorsitzenden des Hagener Heimatbundes, startet die Fahrt um 13 Uhr.

Dauer: etwa drei Stunden, Achtung: hier handelt es sich um eine kostenpflichtige Veranstaltung (15 Euro pro Person, Gebühr zahlbar am Bus). Die unbedingt erforderliche Anmeldung erfolgt über die Hagener VHS, Kurs-Nr. U1048, Tel.02331/ 207-3622.