Bunte Schulgemeinschaft sperrt Rassismus aus

Bunte Schulgemeinschaft sperrt Rassismus aus
Die Geschwister-Scholl-Schule wurde ausgezeichnet als „Schule ohne Rassismus. Schule mit Courage“. Rund 450 Jugendliche aus 25 verschiedenen Nationen lernen hier gemeinsam und gestalten hoffnungsvoll die Zukunft einer bunten Gesellschaft. Mit dabei: Dr. Klaus Fehske (r.) und Dr. Christian Fehske (3.v.r.).(Foto: Claudia Eckhoff)

Hagen. „Wo Hass ist, kann nichts entstehen“, diesen Worten ihres Schülersprechers Soulaiman Buibauan folgt tosender Applaus von Hunderten von Jugendlichen. Bei ihnen hat Rassismus keinen Platz. Darüber sind sich die rund 450 Schülerinnen und Schüler aus über 25 Nationen einig, die alle die Boelerheider Geschwister-Scholl-Schule besuchen.

Vielfalt leben

In der Pausenhalle an der Kapellenstraße hängt seit Donnerstag nun das offizielle Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Es zeigt, wofür die Schule steht. Mit dem Siegel ist die Gemeinschaftshauptschule der Stadt Hagen vom Verein „Aktion Courage“ ausgezeichnet worden für eine umfangreiche Projektwoche zum Thema „Vielfalt macht Schule“.

Eine der Leitideen der Schule heißt „Vielfalt leben“. Schulleiter Rainer Strotmann weiß, wie wichtig das besonders für die Geschwister-Scholl-Schule ist. „Unsere Schule ist bunt: Allein in den fünften Klassen lernen derzeit Kinder aus 13 Nationen gemeinsam. Und im Alltag fällt uns das schon gar nicht mehr auf“, sagt er bei der Feierstunde in der Turnhalle.

Hier hat sich fast die gesamte Schulgemeinschaft gespannt und aufmerksam versammelt und sorgt für beste Stimmung. In der kulturellen Bildung sieht der Schulleiter den heimlichen Schwerpunkt der Geschwister-­Scholl-Schule. „Weil hier alle etwas können und jeder etwas beitragen kann“, begründet er. „Gemeinschaft, Respekt und Wertschätzung – zu diesen Werten hat sich unsere Schulgemeinschaft ganz bewusst entschlossen.“

Die Zukunft ist international

Als Paten für die Bewerbung um das Siegel hat sich die Schule mit gutem Grund die Internationale Rathaus Apotheke an der Badstraße 4 ausgesucht. Senior-Chef Dr. Klaus Fehske und sein Sohn Dr. Christian Fehske, der seit über zwei Jahren die Apotheke leitet, kamen persönlich zur Feierstunde. Ihre Apotheke darf sich als eine von nur zwei in ganz Deutschland „Internationale Apotheke“ nennen.

Bei ihnen arbeiten Menschen aus sechzehn Nationen, die über zwanzig Sprachen sprechen. „Eine bunte Gesellschaft ist anregend und wertvoll“, sagt Dr. Klaus Fehske. „Aber bei uns gibt es dafür feste Regeln. Erstens: Nationale und religiöse Konflikte bleiben dem Arbeitsplatz fern. Zweitens: In der Apotheke und bei gemeinsamen Veranstaltungen wird grundsätzlich nur Deutsch gesprochen. Das funktioniert friedlich und effektiv.“ Der Apotheker ist überzeugt, dass Respekt den sozialen Frieden schützt und eine bunte Gesellschaft gedeihen lässt.

Unternehmer sein

Der in letzter Zeit wieder deutlich aufkommende Rassismus macht dem jungen Apotheker Dr. Christoph Fehske Sorgen: „Man kann Unterlasser sein, jammern und die Dinge laufen lassen. Oder man kann Unternehmer sein, sehen, dass es Zeit ist, etwas zu tun und die Sache anpacken“, gibt er der Schulgemeinschaft mit auf den Weg.

„Das Siegel in der Pausenhalle bleibt letztlich nur ein Schild, das allein nichts ändert. Jetzt fängt die Arbeit eigentlich erst an“, mahnt Anja Schaube vom Kommunalen Integrationszentrum. „Beginnt bei euch selbst. Bleibt aufmerksam. Macht die Augen, die Ohren und auch den Mund auf, immer dann, wenn es ungerecht zugeht, gemein, rassistisch oder undemokratisch hier in der Schule, in Hagen, in Deutschland und in der ganzen Welt.“

Sage „nein“!

„Sage nein!“ heißt es im Lied von Konstantin Wecker. Den Text trägt eine Schülergruppe zum Abschluss der Feierstunde vor. Dann strömt die bunt gemischte Schulgemeinschaft hinaus in eine Zukunft voller Möglichkeiten, ohne Rassismus, aber mit viel Courage.