Cemile Giousouf: Frauen gut aufklären

Hagen. Im Deutschen Bundestag fand am Montag, 7. November
2016, der Kongress „Frauen als Motor der Integration“ der CDU/CSU-Fraktion
statt. Hierzu erklärt Cemile Giousouf, Hagener Bundestagsabgeordnete und
Integrationsbeauftragte der CDU/CSU- Fraktion:
„In den öffentlichen Debatten werden Frauen mit Migrationshintergrund häufig
auf ihre Religionszugehörigkeit bzw. auf eine Unterdrückung durch kulturelle
oder religiöse Normen reduziert. Diese Probleme gibt es und wir müssen dagegen
vorgehen. Aber wir brauchen auch einen frischen Blick auf die vielen
Migrantinnen, die eine Stärke unserer Gesellschaft sind. Sie arbeiten und
gründen Unternehmen, sie engagieren sich ehrenamtlich – in Elterninitiativen, in
Vereinen oder auch Moscheen. Frauen tragen maßgeblich zum Zusammenhalt in der
Gesellschaft bei.
Zuhören
Wenn wir Frauen stärken wollen, müssen wir zuerst zuhören, was ihre Anliegen
wirklich sind. Der Dachverband der Migrantinnenorganisationen (DaMigra), dessen
Vorsitzende neben anderen Expertinnen auf dem Podium saß, brachte zum Beispiel
die diversen Interessen der Migrantinnen auf Bundesebene zur Sprache.
Durch die deutschlandweite Vernetzung der ‚DaMigra‘ können wir in der Politik
besser einschätzen, wo der Schuh drückt.
Schutz finden
Für Flüchtlingsfrauen ist es wichtig, dass sie besseren Schutz vor Gewalt und
Missbrauch in den Flüchtlingsheimen erfahren und Angebote erhalten, erlittene
Traumata zu verarbeiten. Denn nur so sind sie stark und können ihr Leben in
Deutschland selbstbestimmt angehen. Ferner ist es wichtig, alle Frauen –
insbesondere Flüchtlingsfrauen – über ihre Rechte in unserer Gesellschaft
aufzuklären. Frauen kann man aber am besten schützen, indem man die Männer
mitnimmt. Wir brauchen flächendeckend Projekte mit Männern aus dem
arabisch-muslimischen Kulturraum, die sich mit Gleichberechtigung und dem
Rechtsystem befassen. Das ist ebenso für die gesellschaftliche Anerkennung der
Frauen wichtig. Wir müssen weiterhin auch über Ehrkultur sprechen und
klarstellen, dass die damit einhergehende Unterdrückung bei uns nicht akzeptabel
ist.
Auch den Migrantenorganisationen und Religionsgemeinschaften kommt eine
wichtige Rolle zu. Frauen brauchen eine gleichberechtigte Stimme in ihren
Vorständen und Gremien. Denn weibliche Vorbilder können die Wahrnehmung von
Frauen mit Migrationshintergrund ins Positive wandeln und dienen Mädchen als
Motivation und Ermutigung.“ Soweit Cemile Giousouf.