City-Autosalon in Hagen steht vor dem dauerhaften Aus

Hagener City-Autosalon
Horst Heymann, Detlef Peter Grün, Gunter Bathe und Michael Plohmann (v.l.) erläuterten die Gründe für die Absage des Autosalons 2018. (Foto: Heiko Cordes)

Hagen. Man soll niemals nie sagen, doch die Chancen, dass der Hagener City-Autosalon noch einmal stattfindet, sind stark gesunken. Definitiv wird 2018 die beliebte Traditionsveranstaltung ausfallen. Doch im kommenden Jahr soll noch einmal ein Anlauf gewagt werden. Das bestätigte KFZ-Innungsobermeister Detlef Peter Grün im Gespräch mit der Presse am vergangenen Mittwoch, 15. August.

Tradition seit über 30 Jahren

Der Grund für die Absage des Autosalons, der immerhin seit 1986 fast jährlich in der Hagener City stattfand, ist mit der Absage des verkaufsoffenen Sonntag begründet worden. Beides – die Öffnung der Ladenlokale der Einzelhändler und der Autosalon – hätten sich gegenseitig geholfen. „So blöd es klingt: die typischen Besucher waren Vater, Mutter, Kind. Der Vater hat sich die neuesten Autos angeschaut, die Mutter konnte mit dem Kind zusammen einkaufen“, erklärt Grün.

Als im vergangenen Jahr der verkaufsoffene Sonntag wegfiel, waren vor allem die auswärtigen Gäste enttäuscht, die sich extra für verkaufsoffenen Sonntag und Autosalon auf den Weg gemacht hatten.

Gründe für Absage

„Die Leute haben ein Recht darauf, zu erfahren, warum es zur Absage des Autosalons gekommen ist“, erklärt Grün. Gunter Bathe, langjähriger Organisator des Events, zählte die verschiedenen Attraktionen auf, die dank des Autosalons den Weg in die Volmestadt gefunden hatten: „Das Formel-Eins-Auto von Fernando Alonso, der in diesen Tagen seinen Abschied aus der Formel eins bekannt gegeben hat, haben wir in die Stadt geholt. Das war ein großer Aufwand und hat einige hundert Euro gekostet.“

Nicht hollywoodreif, doch ein Stück deutsche Filmgeschichte war „Manta, Manta“ mit Til Schweiger und Tina Ruland. Der originale blau-gelbe Flitzer aus dem damaligen Streifen wurde in Hagen ausgestellt. Auch eine der weltweit nur dreimal angefertigten Replika des berühmten „Quadricycle“ von Henry Ford „lotsten“ die Autosalon-Macher nach Hagen.

Werbewirkung für Autohändler

Von Ford stammt auch das Zitat „Wer nicht wirbt, der stirbt.“ Bathe zitiert den amerikanischen Autopionier, um die Wichtigkeit der Ausstellung für seine Branche zu unterstreichen. Obwohl die Autohäuser keine Verkäufe während des Salons tätigen, sind die Vielzahl an Gesprächen eine erste Annäherung zwischen Verkäufern und Kunden.
Insgesamt 13 Partner, ausschließlich Hagener Händler, hatte die KFZ-Innung für den Autosalon 2018 bereits gewonnen. Das bedeutet: Rund 20 Modelle und 180 bis 200 Fahrzeuge wären in der City zu sehen gewesen. Auch das Rahmenprogramm samt musikalischer Begleitung war schon gebucht.

Doch mehr als die Hälfte aller Händler hat nach Bekanntwerden, dass es keinen verkaufsoffenen Sonntag geben wird, ihre Zusage zurückgenommen. Der Sonntag war nämlich traditionell der besucherstärkste Tag für den Autosalon.

Druck auf Verdi?

Verständnis, dass sich die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erneut gegen die Pläne für einen verkaufsoffenen Sonntag stellt, gibt es nicht. Bathe und Grün haben in der Vergangenheit mit den Einzelhändlern und auch deren Angestellten gesprochen. Das Fazit: Der Wille zum Öffnen ist da. „Die Verkäufer bekommen doch ihre 20 Prozent mehr Lohn und auch ihren freien Tag“, so Grün.

Auch die Frage, wie stark der Druck von den Verdi-Mitgliedern auf die Gewerkschaft sei, stets in den Widerstand gegen den verkaufsoffenen Sonntag zu gehen, wurde in den Raum gestellt. Ähnliche Veranstaltungen, wie im benachbarten Iserlohn, seien ja auch machbar gewesen.

Abschließend eine klare Message von Oberinnungsmeister Grün für das kommende Jahr: „Wenn es keinen verkaufsoffenen Sonntag mehr gibt, dann müssen wir den Autosalon sterben lassen.“