Das Ende – Hagen 1945

Hagen. (Red./ME) Das Kunstquartier Hagen erlebte am 15. März einen bewegenden Moment. Mehrere hundert Menschen waren am Nachmittag gekommen, um an dem Vortrag „Das Ende – Hagen 1945“ teilzunehmen. Der große Saal konnte die vielen Menschen, die nicht nur aus Hagen, sondern auch aus anderen Städten in der Region und sogar aus Nachbarländern gekommen waren, nicht fassen, so dass der Vortrag von Ralf Blank wiederholt werden muss – am morgigen Samstag, 28. März 2015, um 15 Uhr, erneut im Auditorium des Kunstquartiers Hagen, Museumsplatz 1.

Der Vortrag behandelt die letzten Monate und Wochen des Zweiten Weltkriegs in Hagen sowie die Auswirkungen der Bombardierungen und letzten Kämpfe. Gleichzeitig thematisiert Dr. Ralf Blank (Stadtmuseum), wie Nationalsozialismus und Krieg bis heute nachwirken.

Zerstörte Innenstadt

Am Abend des 15. März 1945 traf ein letzter schwerer Luftangriff die Stadt Hagen. Über 270 Maschinen des britischen Bomber Command hinterließen eine vollständig zerstörte Innenstadt, mehr als 500 Menschen fanden den Tod, über 2000 Gebäude wurden zerstört und schwer beschädigt. Eine schwere Sprengbombe durchschlug während des Bombardements die Seitenwand des mit Schutzsuchenden überfüllten Hochbunkers in der Körnerstraße – eines der schwersten Bunkerunglücke auf dem europäischen Kriegsschauplatz.

Die letzten Monate und Wochen des Zweiten Weltkriegs waren auch für die Hagener Bevölkerung eine Zeit des Hoffen und Bangens. Schwere alliierte Luftangriffe zerstörten im Februar und März 1945 die Bahnanlagen, die Industriebetriebe in der Stadt lagen teilweise bereits seit dem letzten Großangriff im Dezember 1944 still. Der Nazi-Propaganda gelang es nicht mehr, die Bevölkerung über die Kriegslage zu täuschen. Der Krieg spielte sich nun vehement vor der eigenen Haustür ab.

Mordaktionen

Für Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und Häftlinge verschärfte sich die Situation gegen Kriegsende nochmals. Die Geheime Staatspolizei führte in und um Hagen mehrere Massenerschießungen und Mordaktionen durch. Der Terror gegen die eigene Bevölkerung erreichte einen Höhepunkt.

Im April 1945 lag Hagen mitten im „Ruhrkessel“. US-amerikanische Einheiten eroberten bis zur Monatsmitte das von deutschen Truppen verteidigte Gebiet. Am 17. April 1945 war auch das gesamte Hagener Stadtgebiet in alliierter Hand. Doch auch die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs forderten in Hagen noch mehrere Tote auf deutscher und alliierter Seite.

Als die 86. US-Infantry-Division – die „Black Hawks“- im April 1945 in Hagen einrückte, fanden die Soldaten nur noch Trümmer und Ruinen vor. Über 2000 Hagener Bürger sowie etwa 200 ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene hatten bei den Luftangriffen den Tod gefunden. Der Nationalsozialismus endete auch in Hagen in einer Katastrophe. Seine Auswirkungen ragen wie ein rostiger Nagel bis in die Gegenwart in das Leben der Stadt und ihrer Bevölkerung.

Eintritt: 2 Euro an der Museumskasse. Die Einnahmen werden zur Finanzierung der Kosten für die Veranstaltungen und Vorträge des Fachbereichs Kultur der Stadt Hagen verwendet.