„Das ist die Aufgabe, die ich gesucht habe!“

Trotz der immer vielfältiger werdenden Aufgaben der Freiwilligenzentrale ist die Beratung potenzieller Mitarbeiter ein wesentliches Standbein geblieben. Deshalb erläutert Volker Cromberg (Foto) – ein „Urgestein“ der Freiwilligen – heute im wochenkurier das Aufgabenfeld des Beraters, möglicherweise als Ansporn für interessierte Leser. (Foto: Freiwilligenzentrale Hagen)

Hagen. (Red.) Der Weihnachtstrubel ist vorüber, das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu – da ist es für viele an der Zeit, eine Rückschau zu halten. Die Freiwilligenzentrale Hagen blickt heute im wochenkurier zurück auf ihre Anfänge und stellt ein „Urgestein“ vor: Volker Cromberg, sozusagen ein Berater der ersten Stunde, erzählt in einem Interview über das Wie, Was und Warum seiner langjährigen Tätigkeit. Vielleicht ist sein Erfahrungsberichtbericht ja eine Entscheidungshilfe für Bürger, die sich in diesem Bereich ebenfalls gerne engagieren möchten, aber nur eine sehr vage Vorstellung davon haben, was auf sie zukommen würde.

Was war für Sie der Beweggrund, sich für die ehrenamtliche Beratertätigkeit zu entscheiden?

Volker Cromberg: Nach meinem Ausscheiden aus dem Berufsleben hätte ich es schade gefunden, vorhandene Energien und Potenziale brach liegen zu lassen. Die Eröffnung der Freiwilligenzentrale vor 13 Jahren kam für mich exakt zum richtigen Zeitpunkt. Hier fand ich genau die Aufgaben, für die ich mich engagieren wollte. Und ein Grund, warum immer noch fünf unserer Gründungsmitglieder dabei sind, ist die Harmonie innerhalb des Teams, die Akzeptanz untereinander. Die Chemie stimmt einfach!

Welche Menschen kommen zu Ihnen, um sich beraten zu lassen?

Volker Cromberg: Es sind keineswegs hauptsächlich die Menschen, die aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, also Ältere. Vielmehr kommen erstaunlich viele junge Leute zu uns, die eine große Bereitschaft mitbringen, sich einzubringen, um notwendige Abläufe funktionsfähig zu halten. Sie bemühen sich neben Schule, Studium oder Beruf Kontakt aufzunehmen zu Menschen, denen in irgendeiner Form geholfen werden muss. Der Schlüssel ihres Bemühens ist der Gedanke, sich nützlich zu machen. Sie sehen sich nicht nur selbst im Mittelpunkt allen Denkens, sondern fühlen sich als Teil eines Ganzen, der es als seine Aufgabe sieht, Verantwortung zu übernehmen. Diese engagierten Bürger braucht unsere Stadt.

Sie haben sicherlich schon Hunderte an Beratungsgesprächen geführt. Wie sieht es da mit Rückmeldungen aus?

Volker Cromberg: Zwar bekommen wir gelegentlich Erfolgsmeldungen, aber doch nicht in dem Maße, wie wir es uns wünschen. Erfolgreiche Vermittlungen spielen sich meistens unkommentiert ab. Aber gelegentlich erhalten wir durch puren Zufall Kenntnis von dem Einstieg ins Ehrenamt. Kürzlich traf ich auf dem Bahnsteig 8/10 einen eifrigen Helfer der Bahnhofsmission. Ich hatte ihn vor längerer Zeit hierher empfohlen. Seine überzeugende Aussage „Ich bin so froh, dass Sie mich hierher vermittelt haben. Das ist genau die Aufgabe, die ich gesucht habe!“ ließ auch mich richtig froh und zufrieden in den Zug steigen.

Was bedeutet diese ehrenamtliche Arbeit für Sie ganz persönlich?

Volker Cromberg: Aus dem Wissen heraus, dass unser Gemeinwesen ohne bürgerliches Engagement nicht funktionsfähig gehalten werden kann, habe ich mich mit Überzeugung dafür entschieden, meinen bescheidenen Teil dazu beizutragen, dass das „Schiff“ flott bleibt. Und für mich persönlich habe ich eine große Befriedigung daraus gezogen, wenn ein Beratungsgespräch gut gelaufen ist und ich eine gewisse Hilfestellung geben konnte. Dies musste keinesweg immer nur die Vermittlung einer ehrenamtlichen Aufgabe sein – gelegentlich brachte das Gespräch den Besucher auch auf eine gedankliche Ebene, die zuvor überhaupt noch nicht bedacht war – und war somit durchaus Anstoß für weitere, manchmal ganz andere Aktivitäten.

Weitere Informationen zum Thema Beratertätigkeit gibt es bei der

Freiwilligenzentrale Hagen
Rathausstraße 13
Telefon 02331/184170

oder im Internet unter www.fzhagen.de.