Das ist neu in 2011 – Teil 1

Hagen/Dortmund/Iserlohn/Schwerte/EN-Kreis. (ric) 2011 steht uns ins Haus und jede Menge Neuerungen erwarten wieder den Bürger. Im neuen Jahr wird es beispielsweise in den Bereichen Umwelt, Soziales, Steuern und Recht einige Änderungen und neue Regelungen geben, die jeden betreffen. Der wochenkurier bietet heute und am Samstag einen kleinen, zweigeteilten Überblick über aktuelle Entwicklungen (Quelle: Verbraucherzentrale).

Heute in Teil 1: alle Neuerungen im Bereich Krankenversicherung und Umwelt.

1. Krankenversicherung

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung erhöht sich von 14,9 auf 15,5 Prozent. Der Arbeitnehmeranteil steigt somit von 7,9 auf 8,2 Prozent, der Anteil der Arbeitgeber bleibt bei 7,3 Prozent. Nach der neuen Gesetzeslage haben die Arbeitnehmer die Steigerungen allein zu tragen, während der Beitragssatz der Arbeitgeber auf dem aktuellen Niveau bestehen bleibt.

Sofern eine gesetzliche Krankenkasse mit ihren finanziellen Mitteln nicht auskommt, kann sie einen Zusatzbeitrag in beliebiger Höhe erheben, der dann von allen Versichterten der Kasse, unabhängig des jeweiligen Einkommens, getragen werden muss. Ein Sozialausgleich ist zwar geplant, greift aber erst ab 2012. Verlangt eine Kasse bereits einen Aufschlag, gibt es für deren Mitglieder noch keine Entlastung. Für gesetzlich Versicherte besteht allerdings ein Sonderkündigungsrecht, sodass zu einer anderen Kasse gewechselt werden kann. Bezieher von Arbeitslosengeld II müssen die Zusatzbeiträge ab sofort nicht mehr selbst tragen.

Preisnachlässe auf Arzneimittel kann jede Krankenkasse mit einem pharmazeutischen Unternehmen vereinbaren, Apotheker müssen den Kassenpatienten die Medikamente der Vertragsfirmen geben. Nun können sich die Patienten aber auch für ein teureres Präparat entscheiden, sofern sie die höheren Kosten selbst tragen. Dabei zahlt der Versicherte zunächst den vollen Betrag und bekommt von der Kasse später einen Teil der Kosten erstattet.

Die Regelung der Kostenerstattung kann allerdings keinem Versicherten empfohlen werden: Wer den Arzt nicht über die Chipkarte abrechnen, sondern eine Rechnung ausstellen lässt und diese bei der Kasse einreicht, bleibt möglicherweise auf den Kosten sitzen.

Bisher musste man sich für die drei Wahltarife „Kostenerstattung“, „Beitragsrückerstattung/Prämienzahlung“ und „Arzneimittel der besonderen Therapierichtung“ für mindestens drei Jahre entscheiden. Jetzt bindet man sich nur noch für ein Jahr, für die Wahltarife „Selbstbehalt“ und „Krankengeld“ gilt aber weiterhin die dreijährige Bindung.

In die private Krankenversicherung zu wechseln, gestaltet sich künftig einfacher. Statt wie bisher drei Jahre hintereinander ein Bruttogehalt über der Versicherungspflichtgrenze bezogen zu haben, genügt im neuen Jahr eine Dauer von nur einem Jahr.

2. Umwelt

Die EEG-Umlage, die der Förderung erneuerbarer Energien dient, steigt um mehr als 70 Prozent von 2,047 Cent auf 3,53 Cent pro Kilowattstunde. Weil erheblich mehr Photovoltaik-Anlagen Strom liefern und somit die Vergütungen für die privaten Anlagenbetreiber steigen, kommt es zu der massigen Erhöhung. Gleichzeitig reduzieren sich aber die Vergütungen für Anlagen, die maximal 30 Kilowatt erbringen und ab dem 1. Januar in Betrieb gehen.

Doch damit nicht genug: Aufgrund der erhöhten EEG-Umlage haben viele Stromversorger deutliche Preiserhöhungen von bis zu 14,4 Prozent angekündigt. Grundsätzlich sollten Verbraucher immer wieder prüfen, ob durch einen Wechsel zu einem anderen Stromanbieter gespart werden kann. Ab 30. Dezember 2010 müssen alle Stromversorger neben ihren üblichen Tarifen allerdings auch eine neue Alternative anbieten, die beispielsweise zum Energiesparen animiert. Momentan lohnen sich derartige Angebote für die Kunden aber nur in seltenen Fällen.

Der Abschied von der Glühbirne schreitet weiter voran. So dürfen ab dem 1. September 2011 keine 60-Watt-Glühlampen mehr produziert werden.

Seit dem 1. Dezember 2010 gibt es neue Gefahrensymbole – etwa bei Wasch- und Reinigungsmitteln oder bei Insektiziden und Pestiziden. Außerdem wird das gewohnte Andreaskreuz durch neue Gefahrenzeichen ersetzt: Ein Ausrufungszeichen warnt vor Hautreizung, ein Ätzsymbol weist auf starke Augenreizung hin und das neue Symbol „Gesundheitsgefahr“ warnt vor Folgen des Verschluckens. Die bisherigen schwarzen Symbole auf orangefarbenem Grund verschwinden in den nächsten zwei Jahren gänzlich von den Produkten.

(Fortsetzung folgt)