Das war Hagen 2016: Rückblick auf ein bewegtes Jahr, Teil I

Hagen. (tau) Turbulent ging es zu 2016. Weltweit waren die Schlagzeilen bestimmt von den Themen Terror, Flüchtlinge, Unwetter und Todesfällen in Promikreisen. Auch in Hagen war einiges los. Zum Glück gab es aber nicht nur Katastrophenmeldungen, sondern auch viele positive Nachrichten. Hier ein kleiner Zusammenschnitt aus den Wochenkurier-„Wochenrückblicken“ des vergangenen Jahres.
Happy Birthday
Die Hagener Ischelandhalle feierte am 15. Januar ihren 50. Geburtstag. Ob Basketball, Handball, Leichtathletik oder Tischtennis: Der Ort nahe dem Höing hat schon einige spektakuläre Sportveranstaltungen gesehen. 2009 folgte ein großer Umbau der Halle, seitdem finden 3.045 Zuschauer Platz. Kulturelle Höhepunkte gab es natürlich auch: Extrabreit rockte dort unter anderem gegen Rechts.
Neue Heimat
Eine neue Heimat fanden die heimischen Schätze des Stadtmuseums in der Berliner Straße, das jetzt unter anderem einen Kinderwagen aus dem Besitz von Liselotte Funcke und Schreibschränke von Friedrich Harkort beherbergt. Die Fundstücke wurden digitalisiert und neu erfasst, damit die wertvollen Hagener Kostbarkeiten auf Anhieb wiedergefunden werden können.
Trauer um Bleicher
Der weit über die Grenzen Hohenlimburgs hinaus bekannte Heimatforscher Dr. Wilhelm Bleicher starb nach langer Krankheit am 18. Januar im Alter von 75 Jahren. Von 1967 bis 1972 stand er dem Heimatverein vor, danach war er bis 1985 Mitglied zunächst im Beirat, dann im Vorstand.
Zudem leitete Wilhelm Bleicher bis Mitte 2015 nahezu 47 Jahre lang verantwortlich die Redaktion der monatlich erscheinenden Vereinszeitschrift „Hohenlimburger Heimatblätter für den Raum Hagen und Iserlohn“.
Falsches Hagen
Dramatisch gestaltete sich das unfreiwillige Ende einer Dienstfahrt für einen LKW-Fahrer einer Koblenzer Spedition: Seinem Navi vertrauend fuhr der 37-Jährige am 27. Januar in die Buntebachstraße, die Richtung Goldberg immer schmaler wird und sich in eine Art asphaltierter Waldweg verwandelt.
Der Fahrer ignorierte alle Hinweise und bekam die Quittung: Sein 40-Tonner kam nicht weiter und fuhr sich beim Rangieren fest, nachdem der schwere Truck zuvor einen Versorgungsschacht beschädigt hatte und der Dieseltank aufgerissen wurde. Der Witz an der ganzen Sache: Der Fahrer wollte eigentlich nach Hagen im Teutoburger Wald.
Kein Rosenmontagszug
Wettertief „Ruzica“ fegte durch die Straßen und machte dem Rosenmontagszug einen Strich durch die Rechnung. Statt närrischem Lindwurm organisierten die Jecken eine Frohsinnsfeier in der Stadthalle. Immerhin hatte es bereits am Rosensonntag einen prächtigen Zug in Boele gegeben – und das auch noch mit weniger Müll: Lediglich zwei Tonnen statt der 3,5 Tonnen im Vorjahr hinterließen die Jecken.
Douglas weg
Auch für Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz eine Überraschung: Douglas teilte Mitte Februar mit, die Unternehmenszentrale von Hagen nach Düsseldorf zu verlegen, um künftig alle kundennahen Abteilungen und die Online-Aktivitäten (bisher in Köln) bündeln zu können. Nur die administrativen „Backoffice“-Funktionen bleiben in der Volmestadt.
Spatenstich
In Hohenlimburg erfolgte der erste Spatenstich für den Bau eines neuen Pflegeheims auf dem Grundstück des alten Gymnasiums. Träger ist das Pflegeunternehmen Wohlbehagen, das hier sein fünftes Pflegeheim realisiert. Investitionssumme der Pflegeeinrichtung mit 80 Einzelzimmern und zehn betreuten Wohnungen: 8,5 Millionen Euro.
Herkelmann weg
Lange Zeit prägte er Phoenix Hagen mit: Oliver Herkelmann verließ Mitte Februar den Bundesligisten und orientierte sich beruflich neu. Über zehn Jahre lang lenkte er die Geschicke des Vereins, zunächst als Geschäftsführer, zuletzt als Marketingleiter.
Bein ab
Dreiste Diebe sägten einer bekannten Bronzestatue im Volkspark, dem „Eselsreiter“ von Ursula Querner, ein Bein ab. Zufällig anwesende Gärtner der Stadt Hagen teilten mit, dass die Skulptur einen Tag vorher noch unbeschädigt gewesen sei. Bis heute ist das Bein verschwunden.
Neue Wache
Die Stadt Hagen hat seit Ende Februar 2016 eine neue Innenstadtwache. Keine 500 Meter vom alten Standort an der Prent­zelstraße entfernt, wo die Polizei 78 Jahre lang untergebracht war, haben Hagens Polizisten jetzt eine neue Unterkunft an der Bahnhofstraße 42 – im ehemaligen Aral-Parkhaus. Ganz offiziell wurde der neue Standort am 24. Februar mit einem Festakt und geladenen Vertretern aus Polizei, Politik und weiteren Verantwortlichen eingeweiht.
Grippewelle
Die Grippewelle Ende Februar wirkte sich auch auf die Hagener Stadtverwaltung aus. Aufgrund eines ungewöhnlich hohen Krankenstands im Bereich der Bürgerämter mussten die Außenstellen in Boele, Haspe und Hohenlimburg zwei Tage geschlossen bleiben.
Wilder Keiler
Ein panischer Keiler sorgte am 1. März für Schlagzeilen und Chaos in der City. Durch den Seiteneingang bei Galeria Kaufhof suchte sich das Tier seinen Weg und gelangte durch den Haupteingang in die Fußgängerzone.
Das rund 40 Kilo schwere Schwein demolierte einige Fensterscheiben, bevor es in einen Kiosk eindrang. Um eine drohende Gefahr abzuwehren, mussten die alarmierten Polizisten das Tier mit der Dienstwaffe erlegen. Möglicherweise war der „halbstarke“ Schwarzkittel von seiner Rotte verstoßen oder von einem Hund aufgeschreckt worden.
Neuer Glanz
Seit 16. März erstrahlt die Volme-Galerie mit mehreren neuen Mietern samt wiedereröffnetem Traditionskaufhaus Sinn-Leffers in neuem Glanz. Im Rahmen der Feierlichkeiten präsentierte auch Model und „Bachelor 2012“ Paul Janke in Hagen die neueste Mode auf dem Laufsteg. Übrigens: Begünstigt durch die Lage unmittelbar vor dem Haupteingang der neuen Sinn-Leffers-Filiale hat der Fashionretailer die Patenschaft für den Mataré-Brunnen übernommen und ist somit für dessen Instandhaltung zuständig.
Entschieden
Mit den kompletten Stimmen von CDU, Grünen, FDP und Hagen-Aktiv ist in der Ratssitzung am 17. März die Einführung einer Gebühr für die Nutzung städtischer Sportstätten beschlossen worden. Die Vereine sollen zukünftig für jeden erwachsenen Sporttreibenden einen Obolus entrichten, den diese wohl oder übel auf die Mitgliedsbeiträge umlegen müssen.
Der Stadtsportbund (SSB) hatte sich bis zuletzt vehement gegen diese Entscheidung zur Wehr gesetzt.
In Trauer
Erschüttert wurde die Welt am 22. März durch einen Terroranschlag auf dem Brüsseler Flughafen. Auch in Hagens Dienstgebäuden wehten tags drauf die Fahnen auf Halbmast. NRW-Innenminister Ralf Jäger hat die Trauerbeflaggung aus Solidarität mit den Opfern angeordnet.
Phoenix-Krise
Rabenschwarze Zeiten brachen Anfang April für Phoe­nix und Fans an: Der Abstieg drohte urplötzlich. Nicht nur, dass dem Basketball-Bundesligisten sechs Strafpunkte abgezogen wurden, der Lizenzligaausschuss brummte den Feuervögeln auch noch eine Geldstrafe von 40.000 Euro auf. Grund dafür war die viel zu späte Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse.
Rücktritte
Schwere Zeiten auch für die SPD: Sie war nicht nur bundesweit auf ein historisches Tief gefallen, sondern stand im Hagener Rat auch ohne Fraktionsvorstand da. Fraktionschef Krippner wurde abgewählt – der Rest des Vorstands trat zurück.
Schamlose Schaulustige
Mit einem ungeheuerlichen Vorfall erlangte Hagen Mitte April auch überregional zweifelhafte Berühmtheit: Ein Mädchen verunglückte schwer am Graf-von-Galen-Ring. Die Rettungsarbeiten wurden jedoch durch mehrere Schaulus­tige massiv behindert, die mit ihren Smartphones das verletzte Mädchen filmten. Zusätzliche Polizeibeamte mussten eingesetzt werden, um einen zügigen Ablauf der Rettungsarbeiten zu gewährleisten. Die Polizei erboste sich offen über dieses Verhaltens über die sozialen Medien, bundesweit war Empörung zu erleben.
Fischer geht
Nachdem im Kulturbereich Mitte Februar bereits Alex Frye als neuer Werkhofleiter in Hohenlimburg vorgestellt worden war, verkündete auch die Evangelische Jugend eine personelle Veränderung: den Wechsel von Frank Fischer, seit 15 Jahren Leiter der Evangelischen Jugend in Hagen, zum Landeskirchenamt in Bielefeld als Mitarbeiter in Verkündigung, Seelsorge und Bildungsarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen. Dabei betreut er vor allem auch Gemeinden und Kirchenkreise: „So bleibe ich den Kollegen und auch dem Kirchenkreis eng verbunden.“
Blühende Tage
Anfang Mai blüht Hagens City auf – so auch 2016 mit Vorzeigegärten, Karussells und Künstlerdarbietungen. Bei sommerlichen Temperaturen machte das Flanieren und Shoppen am verkaufsoffenen Sonntag tausenden von Besuchern großen Spaß.
Staubige Woche
Die „gelbe Woche“ konnte man sie nennen, die 19. Kalenderwoche Anfang Mai. Vor nichts, aber auch wirklich gar nichts machte der staubige Pollenflug halt: Die Stäube, die vermutlich von Fichten und weiteren Nadelbäumen stammen, drangen in sämtliche Innenräume und setzten sich nach dem Wischen minutenschnell wieder ab. Der schneearme Winter hatte die Bäume so „erstarken“ lassen, die warme Luft sorgte für das große Ausschwärmen.
Hochhaus-Feuer
Zum Großeinsatz rückte am 19. Mai die Feuerwehr aus. Im Hochhaus der Agentur für Arbeit an der Körnerstraße brach ein Brand aus, das Haus musste komplett evakuiert werden.
Verursacher war wohl die durchgeschmorte Verkabelung einer Notbeleuchtung im Erdgeschoss. Die Evakuierung musste für etwa eine Stunde aufrecht erhalten bleiben.
Neudeck gestorben
Der Gründer und langjährige Leiter der Hilfsorganisation „Cap Anamur“, Rupert Neudeck, ist am 24. Mai im Alter von 77 Jahren gestorben. Einen großen Teil seines Lebens verbrachte der Menschenrechtler in Hagen. Hier war er aktiv in der kirchlichen Jugendarbeit der St.-Elisabeth-Gemeinde, spielte bei der DJK Saxonia Hagen Fußball. 1958 machte er sein Abitur am Fichte-Gymnasium. Neudeck war häufig in Hagen, um über seine Arbeit zu berichten, auch war er Mitglied des Kuratoriums der hiesigen Georg-Kraus-Stiftung.
Stora Enso: Neuer Eigentümer
Die Geschäftsführung der Hagen-Kabel Pulp & Paper GmbH verkündete am 25. Mai die Übernahme der Papierfabrik von der finnischen Stora-Enso-Gruppe. Die hinter diesem Unternehmen stehende Investoren-Gruppe beinhaltet die Kübler & Niethammer Papierfabrik Kriebstein AG – ein mittelständisches Familienunternehmen mit einem Schwerpunkt in der Herstellung altpapierbasierter grafischer Papiere. Investitionen in Sachlagen und Personal sollen den Standort Hagen-Kabel langfristig sichern.
Hospiz-Spatenstich
Der symbolische erste Spatenstich erfolgte Ende Mai an der Rheinstraße für das stationäre Hospiz. Der Beginn des Baus konnte aufgrund von Anwohnereinwänden nicht pünktlich beginnen.
Ja, sauber!
Pünktlich um 8.30 Uhr startete am 6. Juni in Wehringhausen die Aktion „Ja, sauber!“. Viele Menschen aus dem Quartier schwangen die Besen, anschließend waren fast täglich HEB-Mitarbeiter vor Ort. Zeitweilig sah der Stadtteil (fast) aus wie geleckt.
Kirmeszeit
Viel Heiterkeit versprühte die am 10. Juni gestartete Hasper Straßenkirmes bei großen und kleinen Ulk-Fans. Nach der Happy Hour mit günstigen Karussellpreisen sorgte Bezirksbürgermeister Thieser mit den Hasper Symbolfiguren nach der offiziellen Eröffnung für den traditionellen Fassanstich.
Marsch für Kunst
Beim Theater-Marsch des DGB am 23. Juni setzten sich über 600 Kulturschaffende und Theaterfreunde aus Hagen und der Region für ein qualitatives Fortbestehen einer guten Kulturarbeit ein. Über 12.000 Unterschriften wurden Erik O. Schulz schließlich überreicht, der sie mit den Worten „Wir werden mit der Hausspitze eine Lösung finden“ in Empfang nahm.
Neue SIHK-Führung
Die Vollversammlung der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK) hat am 29. Juni Dr. Ralf Geruschkat zum neuen Hauptgeschäftsführer bestellt.
Am 1. Januar 2017 hat er die Nachfolge von Hans-Peter Rapp-Frick (66) angetreten, der Ende 2016 nach 20 Jahren an der Spitze der SIHK zu Hagen in den Ruhestand getreten ist.
Luftmessung
Seit dem 1. Juli 2016 ist der Märkische Ring im Finanzamtsbereich zwischen Emilienplatz und der Kreuzung Rathaus-/Rembergstraße für LKW ab 3,5 Tonnen gesperrt. Dieses Verbot gilt an allen Werktagen in der Zeit von 6 bis 20 Uhr.Das Projekt ist Bestandteil der Fortschreibung des Hagener Luftreinhalteplans und soll die hohe Schadstoffbelastung in diesem Innenstadtbereich reduzieren helfen. Durch eine Messstation erhofft man sich Rückschlüsse auf Faktoren, die hier für zu hohe Stickstoff­dioxid-Werte sorgen.
Stille statt Jubel
Während die Hagener Fans der portugiesischen Fußballmannschaft am 6. Juli noch lautstark den Fußball-EM-Finaleinzug feierten, blieben die Innenstadtstraßen tags drauf nach den zahlreichen „Rudel-Events“ zum Deutschland-Spiel ob des Ausscheidens der Löw-Elf still und leer.
Das sah knapp zwei Wochen zuvor noch ganz anders aus: Deutschland im Achtelfinale der Europameisterschaft – das brachte das 1:0 gegen die Nordiren mit sich. Rund 2.000 Fußballfans legten am 21. Juni den Verkehr rund um den Bahnhof lahm und feierten mit einem lautstarken Autokorso. Das anschließende 2:0 der türkischen Mannschaft gegen Tschechien lockte in der City rund 500 Fans in die Autos, auch in den Stadtteilen wurde das Ergebnis laut bejubelt.
Streik
Frieren mussten die Hagener am 27. April an den Bushaltestellen der Stadt: Von oben kamen Regen-, Graupel- und Schneeschauer. Der öffentliche Dienst machte indes seiner schlechten Laune mit Warnstreiks Luft. Betroffen waren etliche Pendler, die mancherorts in der Kälte lange auf eine Beförderungsmöglichkeit warten mussten. Auch so manche Mülltonne blieb ungeleert am Straßenrand stehen.
Gut besucht
Der 20. Juli war der heißeste Tag des Jahres. Der Muschelsalat im Volkspark war trotz Gewitterwarnung gut besucht. Global Pop und feurige Salsa-Rhythmen gefielen dem Publi­kum.
Bombendrohung
Nach einer anonymen Bombendrohung stellte die Sparkasse in Haspe am 19. Juli vorübergehend ihren Geschäftsbetrieb ein. Zwar blieb die Explosion aus, doch aus Sicherheitsgründen konnte die zuvor evakuierte Filiale natürlich erst nach einer Weile wieder geöffnet werden.
Pokémon-Hype
Pokémons ziehen ziemlich viele Menschen nach Hagen. Das beliebte Online-Spiel, bei dem kleine Monster gejagt werden, löste auch im Sommer 2016 einen Hype aus. Per GPS, mobilem Internet und durch Lockmodule erscheinen die Figuren standortbezogen auf den Handydisplays der Spieler. Beliebte Orte waren und sind der Volkspark sowie die Volmebrücke am Kreisel nahe dem Sparkassen-Karree. Aufgrund des hohen Vorkommens der virtuellen Monster im Stadtgebiet kommen Besucher dafür sogar extra nach Hagen.
Die Pokémon-Go-Bewegung löste am 20. Juli sogar einen Polizeieinsatz in der Innenstadt aus. Gegen 22.30 Uhr hatten mehrere Anwohner gemeldet, am Elbersufer habe sich ein regelrechter Pokémon-Treff entwickelt. Rund 40 Spieler waren mit ihren Handyspiel-Duellen offenbar so laut, dass die Anwohner nicht schlafen konnten. Nach Ankunft der Polizei beendeten die Jugendlichen aber ihre Partien.