Den „Miet-Nomaden“ geht’s an den Kragen

Sicherheit für beide Seiten: Das neue Mietrecht schützt private Vermieter. (Quelle: BHW Bausparkasse)

Hagen. (Red./ME) Miet-Nomaden: Der wochenkurier hat über solche Fälle in Hagen schon oft berichtet. Jetzt wird das Leben für diese Betrüger – endlich – etwas erschwert.

Sie sind der Alptraum jedes Vermieters – bis zu 15.000 Miet-Nomaden sorgen in Deutschland für hohe Schäden bei Immobilienbesitzern. Das neue Mietrecht erlaubt jetzt eine härtere Gangart.

Die Methode ist dreist: Mietnomaden blenden mit einem seriösen Auftritt, zahlen aber keine Miete. Und hat sie der Vermieter per Gerichtsbeschluss endlich aus seiner Wohnung entfernt, ist diese häufig in einem so schlechten Zustand, dass eine komplette Renovierung notwendig ist.

Mietpreller richten durchschnittlich einen Schaden von 25.000 bis 30.000 Euro an, schätzt der Eigentümerverband Haus & Grund. Leidtragende sind laut dem Bundesjustizministerium nicht etwa große Wohnungsunternehmen, sondern vor allem private Vermieter, denen 60 Prozent der Mietwohnungen gehören.

Sicherheiten verlangen

Die unseriösen Mieter konnten sich früher oft auf den Kündigungsschutz durch das Mietrecht berufen. Es dauerte häufig lange, bis der Vermieter sich vor Gericht durchsetzen konnte. Nun wird den Betrügern die Grundlage entzogen: Das Gericht kann Beklagte verpflichten, während des Prozesses Mietzahlungen als Sicherheit zu leisten. „Kleine Vermieter profitieren von der Neuregelung“, erklärt Bausparkassenspezialist Rüdiger Grimmert. „Sie können deutlich schneller als bislang ein Räumungsurteil erwirken.“ Neu ist auch: Eine fehlende Kautionszahlung stuft der Gesetzgeber jetzt als einen handfesten Kündigungsgrund ein – ohne vorherige Abmahnung.

Trau, schau, wem!

Damit es gar nicht erst zum Streitfall kommt, können Vermieter schon bei der Mietersuche vorbeugen. Wer sichergehen will, sollte es nicht bei der Vorlage von Gehaltsnachweisen belassen. „Ein Gehaltsnachweis kann gefälscht sein. Wer eine Wohnung vergibt, sollte sich vom Interessenten eine Bestätigung des vorherigen Vermieters vorlegen lassen, dass er keine Mietschulden hat“, rät der Experte. Der Vermieter kann sich die Zahlungsfähigkeit des Wohnungsinteressenten auch durch eine Bonitätsauskunft bescheinigen lassen. Die holt der Mieter bei Auskunfteien ein.