„Der Herr der Zahlen“: Neuer Statistik-Chef

„Der Herr der Zahlen“: Neuer Statistik-Chef
Jochen Klapheck leitet seit dem 1. Juni das Ressort Statistik, Stadtforschung und Wahlen bei der Stadt Hagen. (Foto: Esther Schöttke/Stadt Hagen)

Hagen. Wie viele Menschen leben heute in Hagen? Und wie viele sind es 2030? Die Antworten geben Statistiken, Analysen und Prognosen, die das Ressort Statistik, Stadtforschung und Wahlen der Stadt Hagen regelmäßig veröffentlicht. Wer hier arbeitet, darf bei großen Daten- und Zahlenmengen nicht den Überblick verlieren. „Manche würden sagen, dass ich ein wenig ‚nerdig‘ bin“, sagt Jochen Klapheck, „ich selbst würde mich eher als ‚Zahlenmensch‘ beschreiben, der einfach Spaß an der Arbeit mit Daten hat.“

Kind des Ruhrgebiets

Seit dem 1. Juni arbeitet der Diplom-Sozialwissenschaftler als neuer Ressortleiter für die Themen Statistik, Stadtforschung und Wahlen bei der Stadt Hagen.

Aufgewachsen in Bottrop, Studium an der Ruhr-Universität in Bochum, zurzeit in Velbert daheim – Klapheck ist ein Kind des Ruhrgebiets. Lange arbeitete er als Datenanalyst und Projektmanager in der freien Wirtschaft für verschiedene Marktforschungsinstitute. Jetzt war es für ihn Zeit für einen Perspektivwechsel und eine neue Herausforderung.

Erfahrung im Wahlamt Essen

„Als Sozialwissenschaftler faszinierten mich schon immer Wahlen und die Sozialstrukturen in einer Stadt“, sagt Klapheck. Erste Berührungspunkte hatte er damit schon 1999 im Studium, als er ein Praktikum bei der Stadt Essen im Wahlamt absolvierte.
„Aus der Analyse der Briefwahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 1999 ergab sich sogar das Thema meiner Diplomarbeit“, sagt der 44-Jährige.

Statistik als Grundlage für Entscheidungen

Dabei hat Klapheck bereits ein Ziel, wie er den gesamten Bereich weiterentwickeln möchte: „Wir werden den engen Kontakt zu den Ämtern suchen und so Dienstleister und Ansprechpartner zugleich für alle Bürger und Ämter sein.“

Dafür fragt er mit seinem Team, das aus sechs weiteren Mitarbeitern besteht, bei verschiedenen Ämtern Zahlen ab, bereitet diese beispielsweise in Diagrammen auf, analysiert sie und stellt anschließend Prognosen über die Stadtentwicklung an. Diese helfen, ein möglichst konkretes Bild der Stadt zu erhalten und zu sehen, wie sich diese in den nächsten Jahren entwickelt.

Wichtige Zahlen für Hagen

„Durch unsere Arbeit schaffen wir Planungs- und Entscheidungsgrundlagen für die gesamte Stadt, können aber auch früh Chancen und Risiken in der Stadtentwicklung erkennen“, sagt Klapheck. Dabei geht es um weit mehr als die Anzahl von Frauen und Männern in Hagen: Gerade Daten wie die Haushaltsgröße, die Bildung oder das Einkommen geben als sozioökonomische Größen wichtige Aufschlüsse auf den Bedarf an Kindertagesstätten, Schulen oder sozialem Wohnraum.

Wahlbezirke organisieren, Briefwahlbögen versenden und geeignete Wahlbüros auswählen – alle Aufgaben rund um die Organisation von Wahlen liegen ebenfalls in den Händen des Ressorts. „Die Organisation von Wahlen ist sehr aufwendig“, sagt Klapheck. „Als ‚Neuling‘ in diesem Bereich kann ich mich auf jahrzehntelange Erfahrungen im Team verlassen.“

Arbeit im Team ist wichtig

Die Arbeit im Team hat oberste Priorität Der 44-Jährige leitet nicht nur, er packt selbst an, hilft mit und will verstehen, wie welche Arbeiten erledigt werden. Transparenz, Kommunikation, Mitarbeiterzufriedenheit und Teamgeist – daraus besteht seine Leitlinie.
Zuversichtlich und voller Elan – so geht Jochen Klapheck seine neue Stelle an. Die Europawahl 2019, für die bereits die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, kann damit kommen.