Hagen. (cs) Ein Bühnenbild, das niemals endet, sozusagen ein „ewiger Kreis“, deutet die Flucht von Naz an, der aus Syrien flüchtet und zu seinem Bruder nach London möchte, der dort Arzt werden wollte. Und der nun Autos wäscht. Die Inszenierung von Mike Kenny erzählt von einer Reise mit Hindernissen, einer Reise, die Naz an sein Ziel London bringt, aber nicht an das Ziel seiner Träume.

Premiere am Samstag

Das Jugend-Theaterstück „Der Junge mit dem Koffer“ feiert am Samstag, 20. Januar, um 15 Uhr Premiere im Lutz, bis Mai folgen 16 weitere Aufführungen einer Geschichte, die den Puls der Zeit trifft und dabei „die knallharte Wirklichkeit“ darstellt, wie Anja Schöne, Leiterin des Lutz‘, es beschreibt. Geeignet sei das Stück für Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren. Es dauert 75 Minuten.

Ensemble

Gespielt wird die Geschichte vom „Jungen mit dem Koffer“ von lediglich vier Personen. Drei von ihnen sind Schauspiel-­Studenten aus Köln, die vierte ist Lutz-Dramaturgin Anne Schröder, die in dieser Produktion in einer Doppelfunktion agiert.

Um allen 14 Rollen des Stücks gerecht zu werden, schlüpft das Quartett hinter verschiedene Masken; Kleidung und Bühnenbild verändern sich nicht. Naz, gespielt von Michael Meyer, und Krysia, gespielt von Franziska Schmid sind die Einzigen, die keine Maske tragen. „Die Kinder sind noch offen für die Welt, für sie ist noch alles möglich, deshalb tragen sie keine starren Masken“, erklärt Anja Schöne.

Die Geschichte von Sindbad

Naz erfindet seine Welt in der Inszenierung immer wieder neu. Als er im Bus Krysia kennenlernt, stellt er sich als Sindbad vor, den Helden seiner Kindheit, von dem der Vater ihm immerzu vorgelesen hat. Als die Beziehung zwischen Naz und Krysia enger wird, nutzt er immer wieder die Macht der Geschichten, um Krysia zu trösten.

Untermalt werden sie von arabischer Folk- und Kunst-Musik, die das Ensemble „Hamam Abbiad“, eine Gruppe aus syrischen Musikern, die die Musikerin Maren Lueg ins Leben gerufen hat, spielt.

Termine

„Der Junge mit dem Koffer“ wird an folgenden Terminen jeweils um 10 Uhr als Schulvorstellung (zu denen auch Nicht-Schüler eingeladen sind) aufgeführt: 23.1.; 24.1.; 1.2.; 2.2.; 5.3.; 6.3; 23.4.; 24.4.; 8. Mai und 9. Mai. Zudem gibt es noch weitere Familienvorstellungen, jeweils um 15 Uhr am 21. Januar, 4. Februar, 3. März und 22. April. Karten für die Premiere am 20. Januar gibt es an der Theaterkasse oder unter theaterhagen.de.