Der Kippe für immer Ade sagen

Iserlohn. (mal) Am 31. Mai ist Weltnichtrauchertag. Wer noch einen Anlass sucht, der Kippe Ade zu sagen – das wäre einer. Viele Leser wandten sich während der kürzlich durchgeführten Wochenkurier-Telefonaktion an die Berater der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, um für sich den besten Weg herauszufinden, vom blauen Qualm los zu kommen. Das Telefon stand kaum still.

Hier die wichtigsten Fragen und die Antworten:

Mein Arzt meinte, ich müsse unbedingt aufhören zu rauchen. Aber ich habe weder Probleme mit dem Atmen noch huste ich. Außerdem rauche ich schon dreißig Jahre. Was soll das noch bringen?

Es sind nicht nur die Atemwege, die durch das Rauchen Schaden nehmen. Raucher haben zum Beispiel ein extrem erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ein 60-jähriger Raucher weist das Herzinfarktrisiko eines 79-jährigen Nichtrauchers auf. Studien belegen, dass Raucher im Durchschnitt zehn Jahre früher als Nichtraucher sterben. Ein Rauchausstieg lohnt sich in jedem Alter. Das Risiko für einen Herzinfarkt und für einen Schlaganfall ist bereits während der ersten fünf Jahre nach der letzten Zigarette um mehr als 40 Prozent niedriger.

Ich rauche vor allem auf der Arbeit, besonders wenn es stressig wird. Nun will ich endlich aufhören, habe aber Zweifel, ob ich durchhalte …

Vielleicht können Sie für den Ausstieg beruflich ruhigere Phasen nutzen? Wenn es die nicht gibt, dann bauen Sie bewusst entspannende Momente ein: morgens vielleicht eine kleine Teezeremonie und einen Apfel statt Zigarette, mittags einen kurzen, flotten Spaziergang, zwischendurch tiefes Durchatmen, möglichst am geöffneten Fenster, abends dann ein warmes Wannenbad. Überlegen Sie für sich, was Ihnen Entspannung bringen kann und schreiben sie die Varianten auf, damit sie zur Hand sind, wenn es ernst wird.

Bei mir wurde eine Herzschwäche diagnostiziert. Kann ich trotzdem bei der Raucherentwöhnung Tabletten mit dem Wirkstoff Vareniclin nehmen?

Besprechen Sie das Vorgehen bei der Entwöhnung mit Ihrem Arzt. Aufgrund der möglichen Nebenwirkungen sollte das Verhältnis von Nutzen und Risiko sorgfältig abgewogen werden. Außerdem: Es gibt zahlreiche nichtmedikamentöse Rauchstopp-Methoden. Unter www.rauchfrei-info.de finden Sie zum Beispiel ein interaktives Ausstiegsprogramm, unter www.anbieter-raucherberatung.de einen Überblick über Gruppenkurse in Wohnortnähe. Wenn Sie möchten, begleiten wir Sie auch gern telefonisch bis zu vier Wochen bei Ihrem Rauchausstieg.

Bei meinem letzten Aufhörversuch haben mich die Gedanken an eine Zigarette völlig verrückt gemacht. Schließlich fing ich wieder an. Wie kann man diese Gedanken verscheuchen?

Zunächst einmal sollten Sie wissen, dass Verlangensattacken in der Zeit nach dem Rauchstopp völlig normal sind und nicht als Willensschwäche ausgelegt werden sollten. Entspannungs- und Meditationsübungen können helfen, sich auf etwas anderes zu konzentrieren – auf die eigene Atmung zum Beispiel – und dadurch zur Ruhe zu kommen. Oder Sie lenken sich ab – am besten mit Tätigkeiten, bei denen Sie unmöglich rauchen können, wie Obst essen, Zähne putzen… Sie können sich einen „Notfallzettel“ mit ein paar „Ablenkungsmanövern“ zulegen. Vielleicht hilft Ihnen auch ein Satz wie: „Gedanken kommen, Gedanken ziehen aber auch weiter“.

Ich habe schon ein paar Mal versucht, das Rauchen zu lassen, bin aber – wenn ich mit Kumpels abends beim Bier saß – rückfällig geworden. Wie kommt man aus der Nummer raus?  

Alkohol kann zu einem echten Gegner bei der Raucherentwöhnung werden. Erstens reduziert er die Kontrollfähigkeit. Man kann sich viel schwerer „zusammenreißen“, wenn man Lust auf eine Zigarette bekommt. Zweitens ist beim Konsum von Alkohol der Griff zum Glimmstängel oft „einprogrammiert“, denn in der Zeit des Rauchens waren die beiden oft ein Duo. Drittens sind alkoholische Getränke äußerst kalorienhaltig, was es Exrauchern erschwert, nicht zuzunehmen. Man kann sich den Ausstieg viel leichter machen, wenn man in der Anfangsphase auf Alkohol verzichtet.

Mit welchen Entzugssymptomen muss ich als langjähriger Raucher rechnen, wenn ich aufhöre?

Es kann zu starkem Rauchverlangen kommen, zu Nervosität, Aggressivität, Schlafstörungen, gesteigertem Appetit und schlechter Stimmung. Aber einige Aussteigende haben fast keine Symptome, manche leiden nur ein paar Tage unter geringen Problemen, andere spüren den Entzug stärker. Aber Sie können sicher sein, dass die Symptome nach sieben bis zehn Tagen stark abgeschwächt sind und spätestens nach einigen Wochen verschwinden.