Der neue „Zehner“

Hagen. (anna) In den Händen halten kann man den neuen Zehner erst am 23. September 2014, doch an seinen Anblick kann man sich schon einmal gewöhnen: der neue Zehn-Euro-Schein ist farbenfroher, haltbarer und vor allem sicherer. Die Hagener Filiale der Deutschen Bundesbank hat jetzt die neue Banknote vorgestellt.

Am Dienstag, 23. September 2014, löst der neue Zehner seine Vorgänger ab. 4,3 Milliarden Banknoten sind gedruckt, die ab diesem Monat über Geldautomaten und Kassenschalter oder als Wechselgeld bei den Verbrauchern landen.

Auch der neue Zehner erhielt eine „Auffrischung“ – wie im vergangenen Jahr bereits der Fünf-Euro-Schein. Renate von der Ahe, Leiterin der Hagener Bundesbank-Filiale in der Grabenstraße, und Andrea Kind von der Falschgeldprävention stellten jetzt die neue Banknote vor. Auf den ersten Blick ist sie farbenprächtiger und blinkt noch mehr. Die Überarbeitung soll die Gemeinschaftswährung sicherer gegen Geldfälscher machen.

Die Banknoten der neuen „Europa-Serie“ sind mit einer Reihe neuer Sicherheitsmerkmale ausgestattet: Das Wasserzeichen und das unterbrochene Hologrammband am Rand des Scheins zeigen nun die griechische Mythenfigur Europa.

Der aufgedruckte Wert ändert seine Farbe von Smaragdgrün in ein tiefes Blau, wenn man den Geldschein etwas neigt. Der Schein ist an beiden Rändern auf der Vorderseite geriffelt und zudem mit einem Speziallack überzogen und damit etwas dicker. Das soll Banknoten, die häufig den Besitzer wechseln, haltbarer machen.

„Mit dem neuen Zehn-Euro-Schein wird es für die Bevölkerung leichter, die Echtheit der Noten zu überprüfen. Für die Fälscher wird es hingegen schwieriger“, sagte Bundesbank-Chefin Renate von der Ahe.

Bald neuer Zwanziger

In den kommenden Jahren sollen auch die übrigen Banknoten nach und nach überarbeitet werden – bezogen auf ihren Wert in aufsteigender Reihenfolge. 2015 ist demnach der neue Zwanziger vorgesehen. Die bekannten Motive sollen aber erhalten bleiben. Sie stellen Bauwerke aus verschiedenen europäischen Epochen dar, für die es aber keine direkten Vorbilder aus der Wirklichkeit gibt. Im Fall des Zehners ist es Architektur im romanischen Stil.

Weniger Blüten

An den Sicherheitsmerkmalen der „Europa-Serie“ haben Experten lange getüftelt. Denn die Währungshüter wollen Geldfälschern einen Schritt voraus sein. Im ersten Halbjahr 2014 wurden europaweit 331.000 Blüten aus dem Verkehr gezogen. „Gemessen an den mehr als 16 Milliarden echten Euro-Banknoten, die in den ersten sechs Monaten des Jahres in Umlauf waren, ist der Anteil der Fälschungen sehr gering“, erklärt die Bundesbank-Chefin. Am häufigsten wurden Zwanziger und Fünfziger gefälscht, die zusammen 78 Prozent aller sichergestellten Blüten ausmachten.

Automaten umgestellt

Automatenbetreiber, Banken und Einzelhändler werden schon seit neun Monaten geschult – denn das Chaos vom Mai 2013 soll sich nicht wiederholen. Seinerzeit landete die neue Fünf-Euro-Note zwar in den Portemonnaies der Verbraucher, doch an vielen Automaten in ganz Europa konnten die Menschen ihren Fahrschein oder das Parkticket damit nicht bezahlen. Prominentestes Beispiel war die Deutsche Bahn: Etliche Fahrkartenautomaten nahmen die Fünfer anfangs nicht an, weil das Software-Update zu spät und dazu fehlerhaft geliefert wurde.

Die Beteiligten haben aus ihren Erfahrungen gelernt. Deshalb wird eine reibungslose Umstellung erwartet. Die Deutsche Bahn habe schon Ende August alle Fahrkartenautomaten auf den Bahnhöfen vorbereitet.

Hingegen dürften Raucher oder Autofahrer beim Bezahlen im Parkhaus den neuen Schein fast überall einsetzen können: Der Bundesverband der Tabakwaren-Großhändler und Automatenaufsteller habe zugesagt, dass zum Stichtag 95 Prozent aller Maschinen den neuen Zehner akzeptieren werden, betont die Bundesbank.