Der Verlierer steigt ab!

Die Hagener Fans werden auch am kommenden Samstag wieder ein entscheidender Faktor sein: In Göttingen begleiteten 500 Hagener ihre Mannschaft, gegen Gießen wollen Sie den alles entscheidenden Sieg gegen den Abstieg herbeischreien. (Foto: Jörg Laube)

Hagen. (ph) Da hat sich Phoenix Hagen durch 33 lange Spieltage gekämpft – und am Ende ist doch alles wie im Pokal. Eine Partie entscheidet über den Abstieg. Am Samstag, 28. April 2012, um 20 Uhr müssen die Feuervögel in der ENERVIE-Arena am Ischeland gegen die LTi Gießen 46ers gewinnen. Die Formel ist einfach: Der Verlierer steigt ab – und zwar live und zur Prime Time bei SPORT1.

Das ist die Ausgangslage: Gewinnt Phoenix, dann ist alles ganz einfach. Gießen bliebe mit 18 Punkten Vorletzter, steigt damit ab. Gewinnt Gießen, könnten kuriose Situationen eintreten, die aber alles eines gemeinsam hätten: Phoenix wäre der Verlierer! Gewinnen gleichzeitig Ludwigsburg (in Oldenburg) und Trier (gegen Göttingen), dann wären nur Hagen und Gießen punktgleich. Die 46ers wären über den direkten Vergleich gerettet. Unterliegt Phoenix gegen Gießen und gleichzeitig auch Ludwigsburg in Oldenburg, wären Hagen, die 46ers und Ludwigsburg punktgleich. Der Dreiervergleich sähe Phoenix als Verlierer und zweiten Absteiger. Würde zusätzlich auch noch Trier gegen Göttingen unterliegen, wäre auch Trier punktgleich mit dem Trio. Es käme zum Vierervergleich – und auch da würde Phoenix den Kürzeren ziehen.

Davin White führte die Feuervögel auch in Göttingen wieder zum Sieg. Er glänzte mit 22 Punkten, 7 Assists und 3 Steals. (Foto: Jörg Laube)

Finale in Hagen

Gießen ist seit letztem Samstag Vorletzter, seit der 56:76-Heimniederlage gegen Bonn. Für Trainer Björn Harmsen war das allerdings kein Maßstab: „Wir haben ein Finale in Hagen und müssen dieses Spiel gewinnen. Die Leistung gegen Bonn war nicht aus bösem Willen, sondern sie war eine Lähmung. Wir werden in Hagen mehr zeigen.“ Das Hinspiel gegen Phoenix gewannen die Hessen mit 86:75. Und auch die Zusammensetzung des Kaders lässt eigentlich mehr erwarten, als einen Abstiegsplatz.

Hohes Niveau

Gießen verfügt über eine ganze Reihe von Basketball-Routiniers, die seit Jahren auf hohem Niveau spielen. Da wäre der 35-jährige Center Elvir Ovcina (11,3 Punkte, 6,5 Rebounds), an dessen Seite mit Koko Archibong (ehemals Berlin und Frankfurt) und Chad Prewitt (ehemals Ludwigsburg und Quakenbrück) zwei überaus namhafte Power Forwards stehen. Hinzu kommt der robuste Centerspieler Robert Oehle.

Der Serbe Radenko Pilcevic organisiert das Spiel. Mit Top-Scorer Barry Stewart (13,4 Punkte) und Wayne Bernard (9,2 Punkte) verfügt Björn Hamsen über zwei weitere Guards mit Erstliga-Erfahrung. Achmadschah Zazai und Mathias Perl entlasten auf den kleinen Positionen. Zwei Akteure fehlen den 46ers allerdings: Maurice Jeffers muss schon die gesamte Rückrunde über wegen einer Knieverletzung passen. Aufbauspieler Albert King Nolen fällt zudem mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel aus und ist bereits in die USA abgereist.

Macht’s noch einmal!

Mit zwei Siegen gegen Bayreuth (94:76) und in Göttingen (85:74) holte sich Phoenix Hagen an den letzten beiden Wochenenden nicht nur die bitter nötigen Punkte, sondern auch eine Menge Selbstvertrauen. „Das war natürlich ganz, ganz wichtig für uns“, freute sich Trainer Ingo Freyer. Mut für die Partie gegen Gießen macht ihm auch der Spielverlauf in Göttingen: „Wir haben gut angefangen, kontrolliert gespielt und uns auch von der Göttinger Aufholjagd nicht aus der Ruhe bringen lassen. Am Ende haben wir das Spiel souverän nach Hause gebracht. Insgesamt war es eine super Mannschaftsleistung.“

Dass es am Samstag nicht ausschließlich auf die Mannschaft ankommen wird, haben die Feuervögel sowohl gegen Bayreuth als auch in Göttingen erlebt. Die Fans könnten zum sprichwörtlichen „Zünglein an der Waage“ werden. Als „Gelbe Wand“ standen sie nicht nur gegen Bayreuth hinter ihrem Team. Rund 500 von ihnen begleiteten Phoenix Hagen auch nach Göttingen, was Ingo Freyer sehr gefreut hat: „Die Fans haben uns unglaublich geholfen. Wir hatten sie direkt im Rücken, fast wie bei einem Heimspiel. Eigentlich habe ich fast gar keine anderen Fans gesehen. Natürlich ist so eine Atmosphäre nach einem Sieg besonders toll – für die Mannschaft und für die Fans!“ Für Samstag gilt: Macht’s noch einmal, ihr Feuervögel!