Im Garten tobt ein ständiger Verdrängungswettbewerb zwischen Kulturpflanzen und Unkraut. Giersch und Gänseblümchen, Breitwegerich und Brennnessel, Ackerwinde und Ackerschachtelhalm treiben Gärtner regelmäßig zur Verzweiflung.

Dabei sind Unkräuter genau betrachtet Pflanzen, die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort sind. Viele von ihnen leisten gar als Wild- oder Heilkräuter wertvolle Dienste oder bereichern als Salatkräuter die Küche. Gemeinsam mit dem Wochenkurier beantworten vier Experten am Lesertelefon Fragen „rund um das lästige Kraut“.

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am Donnerstag, 3. Mai, von 9 bis 17 Uhr.

Will man Unkraut aus Beeten und Rasen heraushalten, stellen sich eine Reihe von Fragen: Mit welchem Unkraut habe ich es zu tun? Wie gehe ich schonend, nachhaltig und effizient dagegen vor? Wann ist der Einsatz eines Unkrautbekämpfungsmittels sinnvoll?

Und welche Mittel sind für andere Pflanzen, Bienen, Haustiere und Umwelt ungefährlich? Tipps zum naturgemäßen Entfernen von Unkraut geben die Experten am Lesertelefon.

Jäten, hacken oder sprühen?

Hobbygärtner wissen: Ein schöner Garten macht Arbeit, besonders wenn es gegen hartnäckige Gegner wie Spitz- oder Breitwegerich, Löwenzahn, Springkraut oder den gefürchteten Giersch geht. Dann ist nicht selten voller Körpereinsatz gefragt, denn jäten und hacken zählen zu den schonendsten Methoden, Unkraut loszuwerden. Je nach Größe des Gartens und nach Art der Bepflanzung stoßen jedoch selbst ausdauernde Gärtner an Grenzen. So lässt sich Unkraut zum Beispiel unter Hecken oder Flachwurzlern wie Rhododendron nur schwer mechanisch bekämpfen.

Mancher versucht, Unkraut durch das Ausbringen von Mulch von vornherein zu verhindern. Und stellt fest: Selbst Unmengen an Rindenmulch bringen einige Arten nicht davon ab, weiterhin munter in die Höhe zu sprießen. Zwar kann das Abdecken mit Pappe oder speziellen Folien Wirkung zeigen, kommt aber nicht überall in Frage, sieht unschön aus und hilft bei Problemunkräutern wie dem Giersch erst nach mindestens einem Jahr.

Wo jäten, hacken und abdecken nicht möglich sind, kann der Einsatz eines Unkrautbekämpfungsmittels eine Alternative bieten – vorausgesetzt, es ist nachhaltig und schadet weder Haustieren noch Bienen.

Mit Hacke und Spaten geht es dem Unkraut im Beet an den Kragen. (Foto: Liane M./Fotalia)

Alternative Unkrautbekämpfungsmittel?

Die Diskussion um den Einsatz des Unkrautvernichters Glyphosat in der Landwirtschaft hat das Thema auch ins Blickfeld der zahlreichen Klein- und Hobbygärtner gerückt. Auf rund 17 Millionen schätzt das Umweltinstitut München die Zahl der Haus- und Kleingärten in Deutschland, die zusammen eine Fläche von rund 930.000 Hektar umfassen.

Angesichts der Bedenken in Bezug auf Natur und Gesundheit suchen Gärtner nach Alternativen zu bisher verwendeten Unkrautvernichtern.

Bienen gilt es zu schützen

Hinzu kommt die Sorge um einen der wichtigsten Partner bei der Gartenarbeit: die Biene. Immer mehr Gärtner erkennen, wie wichtig Bienen und andere Insekten für das Gedeihen ihrer Gärten und die Erhaltung der Pflanzenvielfalt sind. Entsprechend gering ist ihre Bereitschaft, Unkrautmittel einzusetzen, die möglicherweise Bienen schädigen oder als Rückstände in Bienenprodukten wie Honig landen.

Nicht zuletzt soll das Unkrautbekämpfungsmittel der Wahl aber auch Wirkung zeigen, besonders wenn es um die hartnäckigen Fälle wie Giersch oder Ackerschachtelhalm geht.

Profitipps von Gartenexperten

Die Experten am Lesertelefon sind:

  • Sabine Klingelhöfer
    Gartenbauingenieurin, W. Neudorff GmbH KG, Emmerthal
  • Ingo Schlieder
    Gärtnermeister Fachrichtung Baumschule und selbstständiger „Gartendoktor“, Mettmann
  • Peter Hölzer
    Gärtnermeister, geprüfter Greenkeeper und zertifizierter Baumkontrolleur, Birchmeier Sprühtechnik AG
  • Thomas Heß
    Gärtner und Gartenbauingenieur, Buchautor und Redakteur für „Selbst ist der Mann“, Bielefeld

(Artikelfoto: Jens Rother/Fotalia)