Deutsche Reiselust ungebrochen

Hagen. (Red./tau) Die Tourismusbranche in Deutschland boomt. Die meisten machen nach wie vor Urlaub vor der Haustür. Man reist häufiger – aber dann eben auch kürzer. Und wie sieht es in diesem Ferien aus? Wo machen die Deutschen Urlaub, wenn’s in die Fremde geht? Antworten darauf und weitere interessante Ergebnisse gehen aus der Deutschen Tourismusanalyse der „Stiftung für Zukunftsfragen“ hervor.

Noch immer vermarkten fast 10.000 Reisebüros die Angebote von 2.500 Reiseveranstaltern, die alle zusammen rund 25 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften. Die meisten Übernachtungen finden dabei nach wie vor in Deutschland statt – in einem der 1,7 Millionen Betten der über 36.000 Hotels. Insgesamt sind rund sieben Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland im Tourismussektor beschäftigt. Diese insgesamt fast drei Millionen Angestellten erwirtschaften rund fünf Prozent des gesamten Bruttosozialprodukts in Deutschland und damit mehr als beispielsweise der Banken- oder Automobilsektor.

Mehr Reisende und Mehrfachreisen

Ob Strandurlaub, Skifahren, Wellnesswochenende, Kulturreise, Sportwoche oder Städtetrip – jeder fünfte Bundesbürger (20 Prozent) wollte sich in der vergangenen Reisesaison nicht auf einen Urlaub beschränken und war daher gleich mehrfach auf Reisen. Wer es sich leisten kann, ist besonders mobil. So war rund jeder Vierte zweimal unterwegs, sieben Prozent verreisten sogar dreimal und nahezu jeder 25. viermal und öfter.

Deutschland war in der vergangenen Reisesaison das mit Abstand beliebteste Urlaubsziel der Bundesbürger. 2013 verbrachten erneut fast zwei von fünf Bürgern ihren Urlaub zwischen Nordsee und Südbayern. Steigende Marktanteile verzeichneten u.a. die Mecklenburgische Seenplatte, die Sächsische Schweiz und das Sauerland.

Mehr als jeder achte Bundesbürger verbrachte seinen Urlaub im Jahr 2013 auf der Iberischen Halbinsel beziehungsweise den spanischen Inseln. Damit reisten mehr Deutsche nach Spanien als in alle Fernreiseziele zusammen oder fast doppelt so viele wie in die drittplatzierte Türkei. Nordafrika erwies sich als beliebtestes Fernreiseziel. Deutliche Zugewinne konnten die Urlaubsgebiete in Fernost verzeichnen.

Kürzer unterwegs

1980 verreisten die Bundesbürger 18,2 Tage im Durchschnitt. 1990 waren es 16,3 Tage und im Jahr 2000 immerhin noch 14,8 Tage. Aktuell bleiben die Gäste lediglich 12,1 Tage vor Ort. Durchschnittlich 1.062 Euro pro Person ließen sich die Bundesbürger ihre Urlaubsreise 2013 kosten. In dieser Summe waren – neben den Reise- und Unterkunftskosten – auch alle Nebenkosten enthalten: von Souvenirs über Eintritte bis hin zum Eis für die Kinder oder dem Trinkgeld für den Kellner.

Reiseprognose 2014

Die Sommerferien haben begonnen. 45 Prozent, und damit zwei Prozentpunkte mehr als vor 12 Monaten, sind in diesem Sommer verreist.

Wohin zieht es die Deutschen denn in diesem Jahr? Auch 2014 bleibt Deutschland das – mit Abstand – beliebteste Reiseziel der Bundesbürger. Trotz Sonnengarantie in Spanien oder Griechenland, Traumstränden in der Türkei oder Kroatien, Exotik in der Südsee oder Asien, plant mehr als jeder Vierte seinen Urlaub wieder im eigenen Land. Allerdings scheint der vorläufige Höhepunkt erreicht und die große Steigerungsrate ist vorbei, vielmehr zeichnet sich eine Stagnation auf hohem Niveau ab.

Spanien bleibt vorn

Bei den Europäischen Zielen setzt sich die Vorherrschaft Spaniens fort und kann sogar ausgebaut werden. Aber auch Italien steht vor einem Comeback und darf auf Zuwächse hoffen. Konstante Gästezahlen dürfen Frankreich, Skandinavien und Österreich erwarten. Zuwächse können in 2014 den griechischen Ferienzielen in Aussicht gestellt werden: Langsam aber sicher werden die deutschen Touristen zu einem ihrer liebsten Reiseziele zurückkehren.