Die 49. Saison: So schneiden die West-Vereine ab

Im Westen. (zico) Zum 49. mal startet am kommenden Wochenende eine Bundesligasaison, und einmal mehr spekulieren die Experten, wer am Ende Deutscher Meister sein wird, wer die europäischen Wettbewerbe erreicht, wer als Absteiger den bitteren Weg in die Zweitklassigkeit antreten muss. Die wenigsten von ihnen werden Recht behalten, denn, wie philosophierte schon Trainer-Legende Sepp Herberger: „Die Leute gehen zum Fußball, weil sie nicht wissen, wie’s ausgeht.“ Bis auf den wochenkurier natürlich, der seinen Lesern schon jetzt verrät, wie die nordrhein-westfälischen Gewinner und Verlierer des Spieljahres 2011/12 heißen…

Borussia Dortmund

Neue Aufgaben für Jürgen Klopps Meisterschüler: Der Titelverteidiger, der unter anderem Taktgeber Nuri Sahin (Real Madrid) und Identifikationsfigur Dede (Ziel unbekannt) verlor, muss in der „Königsklasse“ nun größere Herausforderungen bestehen. Man darf gespannt sein, ob die junge Mannschaft dieser auch körperlich strapaziösen Aufgabe ohne Stareinkäufe gewachsen sein wird. Doch die vorhandene Klasse der jungen Himmelsstürmer um Ausnahmetalent Mario Götze wird reichen, um abermals einen Champions-League-Platz zu erreichen. Zur neuerlichen Meisterschaft wird’s für den BvB jedoch nicht reichen.

Bayer Leverkusen

Ziel des Vorjahres-Zweiten ist es, sich zu verbessern – also Meister zu werden. Doch es ergeben sich Problemfelder: Wird der in der Nationalmannschaft ausgebootete Michael Ballack seinen Ansprüchen noch einmal gerecht? Erfüllt Neuzugang André Schürrle, mittlerweile Nationalspieler, die hohen Erwartungen? Können Arturo Vidal und Sami Hyypiä ersetzt werden? Und wird sich die Abwehr vor dem gesundheitlich nicht immer stabilen René Adler sattelfest präsentieren? Zu viele Baustellen für den neuen Trainer Robin Dutt, der mit dem 3:4 im Pokal bei Dynamo Dresden bereits einen empfindlichen Dämpfer bekam. Prognose: Europa-League-Platz!

1. FC Köln

Seitdem für Willy Millowitsch der letzte Vorhang gefallen ist, sorgt der „Effzeh“ in der Domstadt für Unterhaltung – und das wird auch diese Saison so bleiben. Der neue Coach Stale Solbakken vertrieb schon vor Saisonbeginn drohende Langeweile, in dem er Ikone Lukas Podolski als Kapitän rasierte, was beim Nationalspieler natürlich grenzenlose Begeisterung hervor rief. Sportdirektor Volker Finke dünnte den Kader aus und holte mit Sascha Riether als prominentesten Neuzugang immehin einen Nationalspieler aus Wolfsburg. Dies wird jedoch nicht reichen, um die guten Rückrundenleistungen aus dem vergangenen Spieljahr zu bestätigen. Für den Klassenerhalt wird es jedoch reichen.

FC Schalke 04

Kollektives Aufatmen herrscht bei den Königsblauen nach dem Abgang von Trainer-Eigenbrötler, der beharrlich an der Philosophie dieses ganz besonderen Vereins vorbei regierte. Obwohl in den Pokalwettbewerben 2011 sehr erfolgreich, hofft man „auf Schalke“ auf bessere Zeiten, zu denen die prominenten Neuzugänge Christian Fuchs (Mainz 05) und Lewis Holtby (Mainz 05, war ausgeliehen) erheblich beitragen sollen. Der Verlust des von zahlreichen Kritikern maßlos überschätzten Nationalkeepers Manuel Neuer (zum FC Bayern) wird den Aufwind in der Liga kaum abschwächen – Fußball-Professor Ralf Rangnick wird mit den Knappen die Europaliga erreichen.

Borussia Mönchengladbach

Kollektives Durchatmen bei den einstigen Fohlen, die den Ligaverbleib erst in der Relegation gegen Bochum sicherte und intern mit dem Angriff einer Opposition um Stefan Effenberg und Horst Köppel auf die Vereinsführung ordentlich durchgeschüttelt wurde. Namhafte Neuzugänge hat sich die Borussia nicht geleistet; immerhin gelang es, den umworbenen Kult-Abwehrspieler Dante in Gladbach zu halten. Die Zweifel, die einstige Borussia-Idole wie Berti Vogts und Günther Netzer an der sportlichen Kompetenz im Vorstand hegen, sind indes nicht unberechtigt, obwohl Trainer Lucien Favre als Retter in der Vorsaison ein kluges Händchen bewies. In diesem Jahr jedoch führt kein Weg am Abstieg vorbei…

Um die Prognose zu komplettieren: Als Meister wird der FC Bayern durchs Ziel gehen, zweiter Absteiger wird der FC Augsburg, Hertha BSC erreicht die Relegation. Und wenn es anders kommt, dann hat der alte Herberger doch wieder Recht behalten…