Die Bagger rollen zur Bahnhofshinterfahrung

Hagen. (Red./ME) „Vor der Hacke ist es dunkel“, sagt Projektleiter Matthias Hegerding (Wirtschaftsbetrieb Hagen). Mit seinem dem Bergbau entlehnten Sprichwort möchte Hegerding eins verdeutlichen: Bei den Straßenbauarbeiten auf dem alten Varta-Gelände, wo jetzt die Bahnhofshinterfahrung gebaut wird, ist man nicht vor Überraschungen gefeit. Schwermetallfunde und andere Probleme werden sicherlich noch das ein oder andere Mal für Kopfzerbrechen sorgen. Schließlich darf man nicht vergessen, dass hier die Neunutzung eines der ältesten Hagener Gewerbegebiete ansteht.

Ab sofort geht es in die Vollen. Auch ein Aussichtspunkt für alle Baustellen-Interessierten ist eingerichtet – ebenso das Baubüro. Die Aufträge für den Straßenbau sind vergeben und die Bagger nehmen – dem Winter zum Trotz – ihre Arbeit auf.

Aussichtspunkt

Im Anschluss an den planmäßig verlaufenen Abriss der Vartahallen hat der seitens der Stadt mit der Umsetzung beauftragte Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) mittlerweile die nächsten Schritte zur Durchführung dieser Großmaßnahme unternommen. So erfolgte nach der Prüfung der insgesamt sechs Angebote der europaweiten Ausschreibung zum Ende letzten Jahres die Vergabe der Straßenbauarbeiten an die STRABAG AG, Hennef.

Der während der Abbrucharbeiten der Vartahallen angefallene Bauschutt wurde zu rund 12.000 Kubikmeter Recyclingmaterial aufbereitet, das demnächst in der Bahnhofshinterfahrung wieder eingebaut wird. Diese und die meisten anderen Arbeiten am jetzt beginnenden ersten Bauabschnitt können sehr gut von einem eigens für die Bahnhofshinterfahrung erstellten Aussichtspunkt verfolgt werden, der über die Weidestraße – direkt an der Einsenbahnbrücke in Richtung Kleingartenanlage „Sonnenberg“ – zu erreichen ist (im weiteren Bauverlauf wird dies über die neue Anbindung Leopoldstraße möglich sein).

Dank einer Infotafel mit den Eckpunkten der Maßnahme sowie dank eines Panoramabildes mit der Einspiegelung der späteren Straße kann der Bauverlauf von dort aus bestens nachvollzogen werden. Zumal man von diesem Aussichtspunkt fast den gesamten Arbeitsbereich einsehen kann, der sich vom Varta-Parkplatz an der Dieckstraße bis hin zur Weidestraße erstreckt.

Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) hat am Ausguck eine Tafel angebracht, die hilft, sich besser zu orientieren. (Foto: WBH)

Ennepebrücke

Wesentlicher Bestandteil der Arbeiten am ersten Abschnitt der Bahnhofshinterfahrung ist der Neubau der Ennepebrücke, über die künftig der Kuhlerkamp angebunden wird, da die Brücke Weidestraße entfällt. Mit diesen Arbeiten wurde bereits begonnen. Hierfür ist es notwendig, eine Baustraße durch die Ennepe zu erstellen, um mit einem Bohrgerät (zur Erstellung der Brückenfundamente) zur nördlichen Uferseite zu gelangen.

Die Arbeiten an den Ufermauern und Stützwänden beginnen fast zeitgleich. Diese müssen für den neuen Straßenverlauf erhöht beziehungsweise erneuert werden.

Der Stadtplan stellt dar, wo sich das Baubüro (Wehringhauser Straße) und der Beobachtungspunkt (am Kuhlerkamp) befinden. (Abbildung: WBH)

Ein weiterer Bestandteil der Maßnahme ist die Aufbereitung der vorhandenen Böden und Altlasten. Wie erwähnt, wird einiges an Recyclingmaterial und Boden bewegt, bevor man den Straßenverlauf von der Kreuzung im Bereich Dieckstraße bis zur neuen Brücke über die Ennepe erkennen kann. In dieser Phase werden zeitgleich auch zahlreiche neue Versorgungs- und Entwässerungsleitungen verlegt.

Grüner Gift-Hügel

Anschließend kann die Sanierung des sogenannten „Hot Spots“ erfolgen. Dabei wird der durch die jahrzehntelange Batterieproduktion belastete Boden aus dem Grundwasserbereich aufgenommen und durch schadstofffreien Boden ersetzt. Im Gegenzug wird der ausgeschachtete Boden eingekapselt und zu einem circa fünf Meter hohen Landschaftsbauwerk entlang der bisherigen Weidestraße aufgesetzt und modelliert. Es entsteht hier – gleichsam in Fortsetzung der Villa-Post-Parkanlage – ein begrünter Hügel, der es in sich hat.

Parallel zum Straßenbau zwischen der Kreuzung im Bereich Dieckstraße und der neuen Brücke kann die Lärmschutzwand beziehungsweise eine Schwergewichtswand zwischen Hinterfahrung und der bestehenden Bebauung der Wehringhauser Straße erstellt werden. Diese muss möglicherweise in mehreren Abschnitten gebaut werden, damit die dahinterliegende Fläche für Bodeneinbau und Bodenzwischenlagerung genutzt werden kann.

Bei Fragen zur Bahnhofshinterfahrung stehen den Bürgern folgende Ansprechpartner zur Verfügung:

  • WBH/Projektleitung
    Matthias Hegerding, Tel. 02331 / 207-3914
  • WBH/Koordinierende Bauleitung
    Guido Rose, Tel. 02331 / 207-2583
  • Stadt Hagen/Projektleitung Städtebauliche Entwicklung
    Tanja Körfer, Tel. 02331 / 207-3792

Bei Bedarf können zudem Ortstermine am Baubüro an der Wehringhauser Straße neben Haus Nummer 56 vereinbart werden. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten zum Thema Bahnhofshinterfahrung gibt es zudem im Internet unter www.hagen.de.