Die Feuervögel sind endlich wieder daheim

Mark Dorris hatte auch im Spiel gegen Bonn wieder hervorragende Werte: In 35 Minuten Einsatzzeit erzielte der Guard 24 Punkte (Dreier: 1 von 2, Freiwürfe: 8/10, Mitteldistanz: 4/5, Nahdistanz: 7/10). Außerdem kam er auf sechs Assists, fünf Rebounds und fünf Steals. (Foto: Jörg Laube)

Hagen. Phoenix Hagen ist zurück in der Ischelandhalle – und das gleich in der XXL-Variante. 3.200 Fans finden Platz in der frisch renovierten guten Stube des Hagener Basketballs. Zur Eröffnung haben sich die Feuervögel Gäste eingeladen: Die EnBW Ludwigsburg ist am Sonntag um 19 Uhr der erste Bundesliga-Gegner in der Ische.

Zwei Siege und drei Niederlagen verzeichnen Trainer Markus Jochum und sein Team. Die Erfolge gab es zuletzt in Göttingen und gegen den Mitteldeutschen BC. Nur acht Spieler kamen im bisherigen Saisonverlauf zum Einsatz, weil es zwei Verletzte gibt: Der Litauer Donatas Zavackas (Innenbanddehnung im Knie) und der Ex-Feuervogel Ziyed Chennoufi (Knorpelschaden) konnten bisher nicht eingesetzt werden.

Da passt es gut, dass der Rest des Teams über reichlich Erfahrung verfügt. Das gilt ebenso für Aufbauspieler Jerry Green wie auch für das imposante Center-Duo John Bowler und Rick Rickert. Auch Guard Alex Harris, mit 15,6 Punkten der Top-Scorer, und die Forwards Toby Bailey und Bingo Merriex kennen sich bestens aus im europäischen Basketball. Hinzu kommen mit Forward Johannes Lischka und Aufbauspieler David McCray zwei überaus talentierte deutsche Akteure.

Bauarbeiter dabei

Der 8,75 Millionen Euro teure Um- und Ausbau der Ischelandhalle ist also rechtzeitig fertig geworden – zumindest weitgehend. „Alles, was die Vorgaben der BBL betrifft, konnten wir einhalten. Es war natürlich zeitlich eine enge Kiste, aber das war bereits im Januar klar“, weiß Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann. Anfang der Woche sorgten ihn insbesondere die fehlenden Sitzmöglichkeiten: „Die Anlieferung der Schalensitze hat sich verspätet, das ist natürlich ein Problem für den Baufortschritt.“

Ingo Freyer war enttäuscht, weil man nach sicher geführtem Spiel den Sieg gegen Bonn noch aus der Hand gegeben hatte: „Undiszipliniertheiten und weil meine Mannschaft sich hat provozieren lassen“, machte der Trainer als Hauptgrund aus. (Foto: Jörg Laube)

Damit alles doch noch rechtzeitig fertig wurde, herrschte auf der Baustelle zeitweilig Hochbetrieb. Mehr als 100 Arbeiter waren manchmal parallel und rund um die Uhr vor Ort. „Als Dankeschön für den unermüdlichen Einsatz sind sie zum Spiel eingeladen“, so Herkelmann.

Die Anspannung vor der ersten Partie ist jedenfalls riesig: „Unsere Ausrüstung und unser Mobiliar sind über halb Hagen verteilt und müssen kurz vor der Partie in die Ischelandhalle gebracht werden. Ein echter Kraftakt!“ Und so manches Mal fragte sich Oliver Herkelmann, ob das alles gut gehen wird: „Es sind immer einzelne Momente, die einem wieder Mut machen. Lange sah die Halle einfach unfertig aus. Wenn dann beispielsweise aber die Fassade blitzschnell montiert wird, steigt der Optimismus gleich wieder.“

Edward Seward erzielte gegen Telekom zwar sieben Punkte und holte elf Rebounds bei zwei Blocks und zwei Steals, andererseits war sein fünftes Foul (plus anschließendem Meckern und Disqualifikation) der Grund für ein „6-Punkte-Spiel“ der Bonner. (Foto: Jörg Laube)

Große Anspannung

Vermutlich wird die Ischelandhalle bei ihrem Debüt mit 3.200 Zuschauern ausverkauft sein. Schon am Montag gab es keine Sitzplatztickets mehr. „Ich denke, der Rest an Stehplatzkarten wird spätestens an der Abendkasse weggehen“, glaubt Oliver Herkelmann. Und dann hofft er noch, dass die Euphorie nicht zu groß wird: „Alle sind heiß – die Spieler, die Mitarbeiter, die Sponsoren, die Fans. Da muss man aufpassen, dass man nicht überdreht.“ Es wäre schließlich schade, wenn die neue „Ische“ mit einer Niederlage eingeweiht würde.

Für Phoenix-Coach Ingo Freyer stand derweil die Aufarbeitung der unnötigen 102:103-Niederlage in Bonn im Vordergrund: „So etwas darf einfach nicht passieren. Wir haben gut gespielt und sind dann zu nachlässig aus der Kabine gekommen. Nur 90 Prozent zu geben reicht in der Beko BBL nicht. Wir haben dadurch den Gegner wieder aufgebaut, aber das war für mich nicht spielentscheidend.“ Zur Pause führten die Hagener noch mit 59:36.

Geärgert hat sich Hagens Trainer vielmehr über das letzte Viertel. „Wir haben uns von unserer Schwächeperiode erholt und das taktisch ganz ordentlich gemacht. Wir konnten uns wieder auf 98:91 absetzen und hatten das Spiel im Griff. Ich habe meine Spieler gewarnt, dass sie sich nicht provozieren lassen dürfen, aber daran haben sie sich nicht gehalten. Diese Undiszipliniertheiten dürfen einfach nicht passieren.“ Sechs Punkte verloren die Hagener dadurch in einem Angriff: „Das war entscheidend, davor hatten wir die Sache im Griff.“