Die schönste Anlage?

Hagen. (san) Es ist ein bisschen wie Olympia, wenn am 16. Juli die Juroren in die 41 Kleingartenanlagen des Bezirksverbandes der Hagener Kleingärtner ausschwärmen und die Preise im 5. Anlagenwettbewerb vergeben werden.
Alle vier Jahre findet dieser nach etlichen Berwertungskriterien stattfindende Wettstreit statt, einst geboren aus der Idee, „die Anlagen mal so richtig auf Hochglanz zu bringen“, wie Roland Rietig, der Bezirksfachberater und federführende Organisator der jetzgen  Begutachtung, weiß.

2.300 Mitgliedsgärten

Rietig ist auch Vorsitzender in der Hasper Anlage „Am Südhang“, der Siegeranlage des letzten Wettbewerbs. Dieser 32 Gärten starke Club ist eher ein beschaulicher unter den 41 im Hagener Verband versammelten Vereinen.
Am Goldberg und Ischeland sind die größten mit je rund 200 Gärten. Dagegen gibt es auch ganz kleine Gartenanlagen wie die der Hasperbacher mit lediglich zehn Einheiten. Die stolze Zahl von 2.300 Einzelgärten zeugt von der Beliebtheit des in der Vergangenheit schon mal als spießig angesehenen  Hobbys. Aber das ist es mitnichten. „Die Zahl der jungen Familien nimmt stetig zu. Die geltenden Richtlinien des Bundeskleingartengesetzes werden inzwischen überall großzügig ausgelegt“, so der Bezirksverbandschef.

Zeitgemäße Vielfalt

Und schaut man sich um am Hasper Südhang, so sieht man die bunten Fahnen wehen: Nicht nur die der Schalker vis-à-vis der schwarz-gelben, sondern vor allem den türkischen Halbmond neben der italienischen, deutschen und polnischen Flagge. „Zweistellig ist die Zahl der Gartenmieter mit Migrationswurzeln,“ freut sich Roland Rietig.
Und noch in einer anderen Hinsicht hat sich das Bild weg von der akkurat unkrautgezupften Parzelle hin zum Ort mit ökologischer Entfaltungsvielfalt gewandelt. Kein Garten ohne diverser Insektenhotels, unterschiedlicher Nistkästen oder Totholzhecken, in denen Blindschleichen, Igel und Co. gerne überwintern. So sind denn auch die „ökologischen Kleinmaßnahmen“ ein Bewertungskriterium der aus Castrop/Waltrop und Lünen anreisenden Juroren.
Da gibt es bei dem einen Gartenfreund den Schwerpunkt der Rosenzucht, nebenan wächst es eher exotisch, wovon die Bananenstauden zeugen, wiederum nebenan springen die Fische den Mücken nach. Das große Wasserbassin dient dann nahe dem jährlich veranstalteten Osterfeuer gleich als Löschteich.

Große Gemeinschaft

Die Gärtner-Gemeinschaft ist gut, das kann auch Tadeusz Barnas vom Fachberaterausschuss – und in der Anlage am Grenzweg beheimatet – rundum bestätigen.
Noch ist es Zeit, um gemeinsam Hand anzulegen in den Anlagen. Da müssen Hecken und Rasen noch mehrmals in Form gebracht werden. Wege, Einfriedungen und der Gemeinschaftsbereich werden dann prick aussehen. Nicht allein, um eine möglichst hohe Punktzahl einzuheimsen. Die zu leistenden Pflichtstunden für derartige Arbeiten sind den Gartenfreunden keineswegs lästig. „Ganz im Gegenteil, die werden gerne angenommen und tun unserem Gemeinsinn gut,“ wissen die

Experten Rietig und Barnas.

Die Jurymitglieder haben am Wettbewerbstag je nach Anlagengröße zwischen 20 und 40 Minuten Zeit, sich einen Eindruck zu verschaffen. Bis dahin werden die über 2.300 Hagener Mitgliedsgärtner alles gegeben haben…