Die Spenden gehen zurück

Hagen. (ric/Red.) Seit dem Frühjahr 2004 gibt es den Hagener Warenkorb als Unterstützung für bedürftige Familien und Einzelpersonen. Die Armut in der Gesellschaft wird immer größer, gleichzeitig klafft die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander. Familien geraten durch die finanzielle Knappheit unter enormen Druck. Und wenn das Geld nicht einmal mehr für Lebensmittel ausreicht, wird es umso schwieriger, Materialien für die Schule oder auch Bekleidung zu kaufen.

Auf der anderen Seite fallen bei Lebensmittelproduzenten, z.B. in Supermärkten, große Mengen von Lebensmitteln an, die, obwohl sie qualitativ noch in Ordnung und absolut genießbar sind, nicht mehr weiter verkauft werden dürfen.

Der Hagener Warenkorb schafft eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel: Die qualitativ hochwertigen Lebensmittel werden von den 70 engagierten Ehrenamtlichen aus 60 Supermärkten abgeholt, geprüft, sortiert und anschließend gegen einen kleinen Obolus an die Bedürftigen verteilt. Dabei stehen am Boeler Kirchplatz 15 und in der Lange Straße 70a zwei Verkaufsstellen im Hagener Raum zur Verfügung.

„Begonnen haben wir mit 1500 bedürftigen Menschen“, erklärt Tatjana Flatt, Fachbereichsleiterin Soziale Dienste beim Caritasverband. Bedürftig ist ein Mensch, wenn sein monatlicher Nettobetrag 900 Euro unterschreitet. Betroffene können sich dies, z.B. von der Agentur für Arbeit, nachweisen lassen und mit diesem Nachweis an den Warenkorb herantreten, um das unterstützende Angebot wahrnehmen zu können. Die Bedürftigen erhalten dann einen speziellen Ausweis. Und den haben immer mehr Menschen: Mittlerweile ist die Zahl der Bedürftigen auf 3650 Personen gestiegen. Besonders erschreckend: 44 Prozent davon sind Kinder. Jeden Monat wurden etwa 100 neue Ausweise ausgestellt.

„Seit dem 14. Mai können wir jedoch keine neuen Ausweise für den Warenkorb mehr ausstellen“, bedauert Flatt. Die Zahl der Bedürftigen steigt ständig. Gleichzeitig sinken jedoch die Spenden, beispielsweise von Supermärkten oder Hotels. „Das liegt daran, dass die Supermärkte ihre Waren besser kalkulieren.“ Die Ehrenamtlichen erleben nun wahre Dramen: Den Familien fehlt das Geld, um in Geschäften einzukaufen. Die Kühlschränke daheim sind leer. Im Warenkorb gibt es jedoch auch nicht genügend Lebensmittel. „Wovon sollen sich diese Familien ernähren? Wie sollen die bedürftigen Kinder aufwachsen?“, fragt eine ratlose Tatjana Flatt.

Deshalb bittet sie dringend um Spenden. Besonders benötigt werden Milchprodukte, Mehl, Nudeln und Konserven. Aber auch finanzielle Spenden werden gern gesehen. Schließlich werden die Lebensmittelspenden extra von den Ehrenamtlichen abgeholt – und das kostet Sprit.

Interessierte, die den so dringend benötigten Warenkorb unterstützen möchten, wenden sich an den Caritasverband Hagen, Tatjana Flatt, Hochstraße 83 a, Telefon 9184-74 oder Mail: flatt@caritas-hagen.de.