Die „Torfabrik“ des VfL Eintracht

Hagen. (ktr/ME) Seine großen Stunden schlugen damals, als es noch Feldhandball gab und Meisterschaftsspiele am Rehsieper Weg in Wehringhausen ausgetragen wurden. Ihn als „zweibeinige Torfabrik“ zu bezeichnen, wäre sicher angesichts der mehr als 3.500 (!) Tore, die er im Laufe seiner Laufbahn für den VfL Eintracht Hagen erzielt hat, nicht verkehrt. Die Rede ist von Bernd Lückel, der über viele, viele Jahre der Torgarant für die Handballer des Traditionsvereins war. Am Montag, 1. Dezember 2014, vollendet er sein 70. Lebensjahr.

Seit mittlerweile 60 Jahren ist Bernd Lückel Mitglied beim VfL Eintracht Hagen. Schon als 18-Jähriger gehörte er zur Handball-Oberligamannschaft des VfL Eintracht, mit der er 1971 als Westdeutscher Meister den Sprung in die Feldhandball-Bundesliga schaffte und 1972 sowie 1973 jeweils im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft stand.

Einer der Besten

In den 1970er Jahren gehörte Bernd Lückel unumstritten zu den besten Feldhandballern Deutschlands. Wohl nur die Tatsache, dass der Feldhandball Mitte der 1970 mehr und mehr vom Hallenhandball verdrängt wurde, verhinderte seine Berufung in die Nationalmannschaft. Dafür vertrat Bernd Lückel auf dem Feld und in der Halle mehrfach die Farben Westfalens und Westdeutschlands.

Unabhängig davon gehörte Bernd Lückel auch in der Halle über viele Jahre zu den herausragenden Werfern in Westdeutschland und verpasste mit den Grüngelben zweimal nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz den Sprung in die Bundesliga.

Immer wieder schlug Bernd Lückel attraktive Angebote verschiedener Topclubs aus, trug stattdessen mit insgesamt 18 Jahren so lange das Trikot der ersten Mannschaft im VfL Eintracht wie kein anderer.

Hoch geehrt

Nach Stationen als Jugendtrainer löste Bernd Lückel 1980/81 als Interimstrainer der ersten Regionalliga-Mannschaft des VfL Eintracht Lajos Keller ab, um dieses Amt bis 1983 inne zu haben. 1986 stieg er als Spieler mit der 2. Mannschaft in die Verbandsliga auf und stand von 1989 bis 1993 als Trainer in deren Dienst. Die dritte Mannschaft des Vereins führte er als Trainer von der Kreisliga bis in die Bezirksliga, um sich dann in den Jahren 2000 und 2001 nochmals als Co-Trainer der Regionalliga-Handballer zu engagieren. Zudem wirkte Bernd Lückel beim Lokalrivalen TS Selbecke viele Jahre als Trainer – zuletzt von 2006 bis 2010.

Über zehn Jahre fungierte Bernd Lückel zudem als stellvertretender Abteilungsleiter bei den Handballern des VfL Eintracht, widmete sich parallel dazu immer wieder der Jugendarbeit im Verein. Die Arbeit mit Jugendlichen lag ihm auch beruflich stets am Herzen. So fungierte er lange Jahre als Ausbilder bei der Akkumulatorenfabrik (Varta) in Wehringhausen. Zudem engagierte er sich auf Bitten einer Haftanstalt als Bewährungshelfer.

Honoriert wurden die Leistungen des ehemaligen westdeutschen Junioren-Auswahlspielers unter anderem mit dem Landesehrenbrief sowie der Ehrennadel in Silber. Zudem verlieh ihm der VfL Eintracht mit dem „Goldenen Handball“ die höchste Auszeichnung, die im Bereich Handball vergeben wird.