Diesel: Euro-5-Modelle bleiben auf den Höfen der Hagener Autohändler

Hagen. (as) Abgas-Skandal, angekündigte Diesel-Fahrverbote – die Automobilbranche kommt seit geraumer Zeit nicht mehr aus den Schlagzeilen. Mit fatalen Folgen für den Handel. „Rund 300.000 Euro-5-Diesel stehen aktuell bei Vertragshändlern in Deutschland auf den Höfen“, sagt Gunter Bathe von der KFZ-Innung Hagen/Ennepe Ruhr. „Bei einem Durchschnittspreis von 15.000 Euro bilden diese Fahrzeuge aktuell einen Gesamtwert von rund 4,5 Milliarden Euro.“
Gunter Bathe betont, dass jeder – natürlich auch die Automobilbranche – die Umweltziele erreichen wolle. Ob schnell eingeführte Diesel-Fahrverbote allerdings der Weisheit letzter Schluss seien, bezweifelt er. „Wir brauchen keinen Aktionismus“, sagt er: „Stattdessen besonnenes Handeln.“
Viele Menschen zögern zurzeit, sich für ein Diesel-Modell zu entscheiden. „Sie sind verunsichert“, ergänzt Innungsobermeister Detlef Peter Grün.
Wie schwierig der Umgang mit dem Diesel ist, macht folgende Aussage deutlich: „Wenn der Diesel verboten wird, können wir das Kyoto-Protokoll nicht halten“, sagt Detlef Peter Grün. Denn: Durch den Verzicht auf Dieselantriebe sinkt zwar der Stickoxid-Ausstoß, dafür steigt die CO2-Emission beim Umstieg auf Autos mit beispielsweise Benzin-Motoren.
Die Fachleute der KFZ-Innung Hagen/Ennepe Ruhr sind sich einig: Die richtigen Dreckschleudern fahren nicht auf den Straßen. Aber wer beschwert sich, wenn Container-, Tank- und sogar Kreuzfahrschiffe übelstes Schweröl verbrennen oder wenn Flugzeuge tonnenweise Kerosin-Verbrennungsrückstände in die Luft blasen?