Dörken plant Großinvestition

Vorhalle. Die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens plant die Ewald Dörken AG, Herdecke, auf ihrem Werksgelände in Vorhalle. Rund 30 Millionen Euro nimmt das Unternehmen in die Hand, um dort eine neue, hochmoderne Produktionsstätte für Spinnvliese zu errichten. Davon entfallen 7,2 Millionen Euro auf das Gebäude und 22,6 Millionen Euro auf die Anlage. Mitte 2013 soll der Neubau stehen; die Produktion soll Anfang des Jahres 2014 anlaufen. Durch die neue Fertigungsstätte werden 30 neue Arbeitsplätze für Verfahrensmechaniker, Mechatroniker, Betriebsschlosser und Elektriker geschaffen.

Das sind natürlich rundum gute Nachrichten für unsere Stadt“, so Hagens Oberbürgermeister Jörg Dehm, der von einem überaus erfreulichen Signal spricht. Durch diese großartige Investition wird der Wirtschaftsstandort Hagen nachhaltig gestärkt – mit unmittelbar positiven Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Das außergewöhnliche Engagement der Ewald Dörken AG unterstreicht in meinen Augen zugleich einmal mehr deutlich, dass Hagen für Unternehmen attraktiv ist.“

Ein deutlicher Technologiesprung

Spinnvliese sind ein wichtiges Vorprodukt für diffusionsoffene Unterdeckbahnen, bei denen die Dörken GmbH & Co. KG europaweit Markt- und Technologieführer ist. 1999 wurde am Standort Herdecke die erste Anlage in Betrieb genommen, um diese Spinnvliese selbst zu produzieren und damit die Leistungsmerkmale des Endproduktes besser zu bestimmen. Die Kapazität dieser Anlage ist inzwischen voll ausgelastet. Der Bedarf an Spinnvliesen und an neuen Technologien zu ihrer Herstellung steigt jedoch ständig. Da die beengten Platzverhältnisse am Firmenhauptsitz an der Herdecker Wetterstraße keine weitere Expansion zulassen, wird die Fertigung auf einer ca. 10.000 Quadratmeter großen Freifläche auf dem zweiten Firmengelände in Vorhalle errichtet.

Die neue Spinnvliesfertigung wird jedoch nicht nur Kapazitätsprobleme lösen. Die speziell für das Unternehmen konzipierte Hightech-Anlage ist ein Unikat und wird neue Maßstäbe in der Fertigungstechnologie setzen, die dem Unternehmen den entscheidenden Vorsprung sichert. Zu den entscheidenden Extras gehört zum Beispiel der Einsatz der BiCo-Technologie“. Dabei werden die haarfeinen Strukturen, aus denen die Vliese bestehen, nicht nur aus einem Material gefertigt, sondern aus zwei verschiedenen Komponenten für den Mantel und für den Kern. Das spart Rohstoff und erlaubt, die Eigenschaften des späteren Endproduktes noch präziser feinzutunen.

Die zweite technische Besonderheit, mit der die neue Anlage aufwartet, ist die Verarbeitung von Kunststoff-Flakes aus PET-Getränkeflaschen. Das Besondere dabei: Das PET muss nicht mehr mit hohem Aufwand und Energieeinsatz zu Granulat verarbeitet werden. Die Flakes der geschredderten Flaschen können auf der neuen Anlage direkt zu einem hochwertigen Material verarbeitet werden, das dann als Endprodukt eine Lebensdauer von über 40 Jahren hat. Ein neues ressourcen- und energiesparendes Verfahren, das unter dem Strich der Umwelt, aber auch der Kostenoptimierung dient“, erläutert Marc-Guido Koeth, technischer Geschäftsführer der Dörken GmbH & Co. KG.

Belange der Anwohner ernst genommen

Da die neue Spinnvliesanlage durchgängig laufen wird und das Werksgelände an ein so genanntes Allgemeines Wohngebiet“ angrenzt, wurden bereits im Vorfeld alle Anstrengungen unternommen, um Belastungen für die Anwohner weitestgehend auszuschließen. Im Rahmen einer Bauvoranfrage wurden alle relevanten Auflagen – zum Beispiel in Sachen Lärm und Emissionen – abgefragt. Die dabei ermittelten Grenzwerte fließen in die Planung ein und werden konsequent eingehalten.

Die Stadt Hagen hat darüber hinaus alle Gebäudeeigner im Umfeld des Werksgeländes angeschrieben und über das Bauvorhaben informiert. Da es bis zu der gesetzten Frist Mitte Dezember 2011 keine Einsprüche gab, konnte die Stadt dem Unternehmen kurz vor Weihnachten grünes Licht geben. Aus logistischen Gründen und aus Verbundenheit mit dem Standort Vorhalle sind wir sehr froh, dass wir die neue Produktion hier errichten können“, so Karl E. Dörken, Mitglied des Vorstandes der Ewald Dörken AG. Natürlich haben wir uns nach Alternativen umgesehen und gleich mehrere Bauvoranfragen – auch in den neuen Bundesländern – gestartet. Aber Vorhalle war immer unsere erste Wahl.“

Dass das Unternehmen sich weit über die gesetzlichen Auflagen hinaus Gedanken um die Belange der Anwohner macht, beweist ein Blick in die Planung. So fungiert ein unmittelbar an die Produktionshalle angrenzendes Fertigwarenlager als Puffer für die an Sonn- und Feiertagen produzierten Chargen. Die Großrollen werden hier bis zum nächsten Werktag zwischengelagert und der Staplerverkehr nach außen damit vermieden. Dass hier rund ums Jahr und rund um die Uhr gearbeitet wird, davon sollen möglichst wenige etwas mitbekommen.