Doppelter Abi-Jahrgang: Sich orientieren und informieren

Wollen gemeinsam die Ausbildungsberufe stärken (v.l.): Thomas Helm (Agentur für Arbeit), Oberbürgermeister Jörg Dehm, Auszubildender Jason Birbeck und Markus Heeseler (Nordwest), Erik Schulz (Agentur Mark) sowie Thomas Haensel (SIHK). (Foto: Nina Heindl)
Wollen gemeinsam die Ausbildungsberufe stärken (v.l.): Thomas Helm (Agentur für Arbeit), Oberbürgermeister Jörg Dehm, Auszubildender Jason Birbeck und Markus Heeseler (Nordwest), Erik Schulz (Agentur Mark) sowie Thomas Haensel (SIHK). (Foto: Nina Heindl)

Hagen. (nh) Der doppelte Abiturjahrgang 2013 ist eine große Herausforderung für den Ausbildungsmarkt und das nordrhein-westfälische Hochschulsystem. Allein in Hagen verlassen fast 550 Abiturienten mehr die Schulen als noch 2012. Eine wichtige Alternative zum klassischen Hochschulstudium bietet da die betriebliche Berufsausbildung oder das duale Studium, bei dem ein Hochschulstudium mit hohem Praxisanteil in Unternehmen verbunden wird.

Berufsorientierung

„Seine Zukunft zu planen und sich für die nächsten drei, vier Jahre festzulegen, ist kein Pappenstiel“, erklärt Erik O. Schulz, der Geschäftsführer der Agentur Mark, „wir wollen den jungen Menschen alle denkbaren Wege für ihre beruflichen Perspektiven aufzeigen!“ Und diese Perspektiven müssen nicht immer in ein Hochschulstudium münden, es gibt eine große Bandbreite an Möglichkeiten, die aber erst einmal in den Blick geraten müssen. Denn: Nur wenige Absolventen wissen direkt nach dem Abschluss direkt, welchen Beruf sie nun ergreifen wollen. Hier kann eine intensive Berufsorientierung Abhilfe schaffen. „Berufsorientierung heißt, dass die Absolventen befähigt werden sollen, sich selbst, die Interessen, Stärken und Schwächen einzuschätzen, nicht sie auf einen Beruf hin zu lenken“, so Schulz weiter.

Einen intensiven Einblick in die Möglichkeiten von Ausbildungsberuf und dualem Studium bietet die Ausbildungsmesse in Hagen am Freitag, 28. Juni. Hier kommen 107 Aussteller zusammen, die interessierten Jugendlichen Rede und Antwort zu ihren Betrieben stehen.

Berufsausbildung

Nicht nur für die Jugendlichen und potentiellen Auszubildenden, sondern auch für die Unternehmen wird es immer wichtiger, sich der Chancen der Ausbildung deutlich zu machen. „Dem demographischen Wandel haben wir es zu verdanken, dass wir bald immer weniger Schulabgänger verzeichnen werden. In zehn Jahren halbiert sich die Zahl annähernd“, führt Thomas Haensel von der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen aus.

Das Resultat daraus: Fachkräftemangel. Um dem vorzubeugen müssen Unternehmen schon jetzt aktiv werden, Ausbildungsplätze anbieten, Kompromisse mit den jungen Menschen eingehen und diese an das eigene Unternehmen binden.

Duales Studium

Eine Möglichkeit der Bindung an das Unternehmen stellt das duale Studium dar. Jason Birbeck hat 2012 sein Fachabitur gemacht und ist Auszubildender bei Nordwest und kombiniert dies mit einem Studium. „Ausbildung und gleichzeitiges Studium ist schon eine Doppelbelastung“, sagt Birbeck, „doch weiß ich, worauf ich hinarbeite, und mein Arbeitgeber nimmt auch Rücksicht“. Das Unternehmen Nordwest hat in diesem Jahr seine Ausbildungsplätze auf zehn verdoppelt – eine Reaktion auf den doppelten Abiturjahrgang. Davon sind vier Plätze mit einem dualen Studium gekoppelt.

„Ich hoffe, dass wir die Zahlen beibehalten können, da die Ausbildung für uns der wichtigste Faktor für die Bindung an das Unternehmen darstellt“, erklärt Markus Heeseler, der Leiter der Abteilung Personal und Recht bei Nordwest. Die Quote gibt ihm recht: Alle ehemaligen Auszubildenden wurden nach Abschluss übernommen.